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Diese Dampflok mit mehreren historischen Güterwaggons sorgte am Sonntag in Schongau für Aufregung.

Geheimnis um historischen Güterzug

Die mysteriöse Dampflok-Fahrt

Schongau - Am Sonntag war eine Dampflok in Schongau, sie fuhr mit historischen Güterwaggons - und war ein großes Geheimnis. Die Hintergünde sind kurios.

Kurz vor Mittag sowie am Abend sorgte am Sonntag ein pfeifendes, dampfendes Ungetüm für Verwirrung in Schongau. Eine Dampflok mit mehreren historischen Güterwaggons machte Station - und niemand wusste im Vorfeld davon. Nicht einmal Tyll-Patrick Albrecht von der Initiative Fuchstalbahn, die selber schon Dampflokfahrten auf der Fuchstalbahn zwischen Schongau und Landsberg durchgeführt haben. „Erst am Samstagabend habe ich zufällig davon erfahren“, so Albrecht.

Großer Bahnhof für die Fotografen: Die Dampflok mit den historischen Güterwaggons bei der Einfahrt in Schongau.

Auch vor Ort war es schwer, etwas herauszubekommen. Der SN-Mitarbeiter wurde von einigen Fotografen, die auf den Zug gewartet hatten, rüde abgewiesen, als er nach dem Veranstalter gefragt hatte. So erging es auch Albrecht, der sich bei Asch postiert hatte, um Fotos während der Fahrt zu schießen. „Das sind Eisenbahnfotografen, die mehrere hundert Euro bezahlt haben, um drei Tage lang diesen Zug in verschiedenen Umgebungen fotografieren zu dürfen“, so Albrecht. Organisiert hatte das der Berliner Stephan Herrmann, der öfter solche Fotozüge anbietet. Laut Albrecht waren rund 45 Fotografen dabei, die den während des Tages zwei Mal zwischen Landsberg und Schongau hin- und herfahrenden Zug in allen erdenklichen Popsitionen und wechselnder Umgebung abgelichtet haben. „Deshalb war das auch so geheim, die wollen natürlich kein normales Publikum im Weg haben“, so Albrecht.

Eisenbahn-Verrückte erfreuen sich an herrlichem Güterzug mit Lok von 1937

Zu ihm waren die Eisenbahn-Freaks schließlich doch noch freundlich. Denn ein Bulldog drohte, das tolle Fotomotiv empfindlich zu stören. „Ich kannte den Landwirt und habe ihn gebeten, doch kurz aus dem Bild zu fahren“, erzählt Albrecht schmunzelnd - der Dank der Fotografen war ihm sicher. So erfuhr er, dass der von Herrmann organisierte Zug bereits seit Freitag unterwegs war, zuerst auf der Staudenbahn westlich von Augsburg und am Samstag in der Nähe von Memmingen, ehe es am Sonntag auf die Fuchstalbahn ging.

Von der Lok der Baureihe 64 (Baujahr 1937) mit 950 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h wurden 520 Exemplare gebaut.

Albrecht kennt solche Eisenbahn-Verrückten, „das ist eine ganz eigene Clique“. Doch auch er war begeistert von dem herrlichen Güterzug. Von der Lok der Baureihe 64 (Baujahr 1937) mit 950 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h wurden 520 Exemplare gebaut, die 64 419 ist mittlerweile in Crailsheim zuhause und war die letzte Lok der Baureihe, die in Deutschland Ende 1974 ausgemustert worden war. „Bei dem perfekten Wetter mit dem Bergblick war das natürlich ein perfekter Tag für die Eisenbahnfreunde“, sagt Albrecht. Nur für die Feuerwehr endete er arbeitsreich: Auf der letzten Fahrt des Tages Richtung Landsberg entzündete sich der Bahndamm nahe Hohenfurch, konnte aber rasch abgelöscht werden.

Boris Forstner

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