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Darum geht’s: Im Zentrum das Josefsheim, das ehemalige Gesundheitsamt und Noch-Standort der Arbeitsagentur. Der Bebauungsplan umfasst den Bereich rechts bis zur Jochergasse, was alles im Besitz der Stadt ist. Links reicht er aber auch noch bis zum hellrosa Haus, das nicht der Stadt gehört. Ganz links das Sparkassenforum.

Nach Auszug der Arbeitsagentur

Neue Pläne für Schongauer Josefsheim

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Schongau - Das Kapitel Arbeitsagentur in der Liedlstraße neigt sich dem Ende zu, die Stadt denkt schon an die Zukunft. Und die lautet Verkauf des Gebäudes und Überplanung des Bereichs. Über eine mögliche künftige Bebauung entspann sich aber ein längerer Streit im Stadtrat.

Wenn die Schongauer Arbeitsagentur kommende Woche in die Meisenhöfe an der Marktoberdorfer Straße umzieht, hat die Stadt ein leerstehendes Gebäude mehr am Hals. „Wir haben das Gebäude dem Landratsamt angeboten, doch Kreiskämmerer Norbert Merk hat vergangene Woche abgesagt – man habe kein Interesse“, berichtete Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) im Stadtrat. Weil sich eine Sanierung des maroden Baus nicht lohnt, soll es verkauft werden. „Damit mögliche Interessenten wissen, was für eine Entwicklung dort möglich ist, wollen wir für das Gebiet einen Bebauungsplan aufstellen“, sagte Sluyterman.

Stadtbaumeister Ulrich Knecht sagte, man habe bewusst über die eigene Grundstücksgrenze hinaus geplant. Der Stadt gehört das Josefsheim bis zur nördlichen Hausgrenze, im Süden reicht der städtische Besitz bis zur Jochergasse zwischen Liedl- zur Amtsgerichtsstraße. Eingebettet in den Bebauungsplan werden aber auch noch die Gebäude nördlich bis zum Sparkassenforum. An den dortigen Grundstücksbesitzern waren vor zwei Jahren große Pläne zur kompletten Neuentwicklung des Quartiers gescheitert mit Wohnungen, Geschäften, zusätzlichen Räumen für die Kreissparkasse und einer Tiefgarage. Jetzt versucht es die Stadt eine Nummer kleiner.

„Der Bedarf an Wohnungen in der Altstadt ist da, dort ist die ideale Lage“, sagte Knecht. Es habe bereits Anfragen von Bauträgern gegeben. Knecht wehrte sich auch gegen Vorwürfe aus der Bürgerversammlung, die Stadt habe rund um die Josefsheim-Pläne jahrelang Heimlichtuerei betrieben: „Wenn die Grundstücksbesitzer nicht wollen, dass die Gespräche öffentlich werden, ist das eben so. Wir hätten das gerne früher getan.“

Die Art der Bebauung sei dort eingeschränkt wegen des Ensemble-Schutzes – man müsse entlang der beiden Straßen bauen und einen begrünten Innenhof haben. Außerdem muss drei Meter Abstand zur Jochergasse eingehalten werden – gegen die früheren Pläne hatte ein Anwohner geklagt.

Die engen Vorgaben im Bebauungsplan stießen aber Paul Huber (CSU) sauer auf. „Was ist, wenn ein Investor andere Vorstellungen hat?“ Man sollte erst mit Investoren reden, ehe man sich ein so enges Korsett anlege und viel Geld für einen Bebauungsplan ausgebe. Michael Eberle sprang seinem Parteikollegen zur Seite: „Es kann nicht sein, dass wir die einzig mögliche Form der Bebauung vorgeben und sogar vorschreiben, wie die Gebäude hingestellt werden müssen.“

Doch genau das sei der Fall, erwiderte Knecht – da bestünden aus Denkmalschutz-Sicht überhaupt keine Spielräume. Natürlich könne es kleine Änderungen geben, aber zwei Querriegel-Häuser, um den Bewohnern mehr Südseiten-Wohnungen zu verschaffen, seien beispielsweise niemals genehmigungsfähig. Als Kompromiss schlug Knecht vor, die angedachte Häuser-Anordnung im Bebauungsplan wegzulassen, „auch wenn einem Investor klar sein muss, unter welcher Maßgabe er die Flächen kauft“. Mit 21:2 Stimmen wurde diese Variante schließlich beschlossen.

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