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Karl Maier mit dem Schreiben der Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen in seinem Fall eingestellt hat.

Hoher Geldbetrag verschwunden

Einbruch: Kritik an Polizei

Prem- Anfang August ist bei Karl Maier in Prem eingebrochen worden. Die Diebe nahmen einen fünfstelligen Geldbetrag mit. Dieses Geld hat der 53-jährige Kraftfahrer längst abgeschrieben. Aber er erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei, die seiner Meinung nach schlampig ermittelt hat und nicht allen Spuren nachgegangen ist.

„Ich fühle mich verarscht“, sagt Karl Maier. Ihm fällt es nicht leicht, seine Wut zurückzuhalten. Er ist nicht nur sauer auf die Polizei, sondern auch auf die Staatsanwaltschaft, die in seinem Einbruchsfall die Ermittlungen gegen Unbekannt nach drei Monaten eingestellt hat. Somit besteht kaum noch Hoffnung, dass der Fall aufgeklärt wird und Karl Maier sein Geld jemals wiedersieht.

Sein Geld – das waren seine Ersparnisse für die Altersvorsorge. Seit seinem zwölften Lebensjahr hat der 53-jährige Premer regelmäßig Geld auf die Seite gelegt, um später einmal – wenn er sich im Ruhestand befindet – leichter über die Runden zu kommen.

Das Geld war in einer Kassette aufbewahrt – gut versteckt in seiner Mietwohnung in Prem-Steinwies. Doch als dann in dem Haus Renovierungsmaßnahmen anstanden und Handwerker in der Wohnung ein- und ausgingen, hat Karl Maier die Geldkassette vorsichtshalber in der Garage deponiert – gut versteckt.

Als der 53-jährige Kraftfahrer Anfang August wieder mal nach seinem Geld schaute, befand sich dieses nicht mehr im Versteck. Kein Wunder, dass der Schreck groß war. Die Polizei wurde verständigt. Sie nahm die Ermittlungen auf.

„Warum hat die Polizei diese verdächtigen Personen nicht kontrolliert?“

Wer konnte als Täter in Frage kommen? Laut Auskunft von Karl Maier hielten sich im Gewerbegebiet Steinwies – also auf der gegenüberliegenden Straßenseite – an dem Tag, als die Polizei wegen des Gelddiebstahls vor Ort war, verdächtige Personen auf. „Warum hat die Polizei diese Personen nicht kontrolliert?“, fragt sich Maier.

Außerdem feierten an dem Tag, als die Geldkassette verschwand, einige junge Leute neben der Garage eine Fete. „Warum hat die Polizei von diesen jungen Leuten nur eine Person und nicht alle verhört?“, fragt sich Maier.

Außerdem hat der Bestohlene der Polizei vorgeschlagen, eine Handy-Ortung vorzunehmen, um möglicherweise zu erfahren, wer sich zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatortes aufgehalten hat. „Warum ist das nicht geschehen“, fragt sich Maier.

Die Polizei hat nach Auskunft von Karl Maier zwar eine Spurensicherung veranlasst, nach Fingerabdrücken gesucht und einen Schrupperstiel, den der oder die Täter möglicherweise angefasst haben, zur Auswertung mitgenommen. „Das hat alles aber viel zu lange gedauert. Ich habe oft bei der Polizei angerufen und nie was erfahren. Das geht an die Substanz“, räumt der Bestohlene ein.

Weil nichts vorwärts ging, hat Karl Maier schließlich einen Anwalt eingeschaltet, der noch einmal eine Anzeige gegen Unbekannt stellte. Es half alles nichts. Mit Schreiben vom 3. November hat die Staatsanwaltschaft schließlich mitgeteilt, dass das Verfahren eingestellt worden ist.

Arbeiteten die Täter mit einem Geldsuchprogramm?

Wie konnten die Täter das Geldversteck ausfindig machen? Karl Maier glaubt, dass sie aus dem Internet ein sogenanntes Geldsuchprogramm heruntergeladen haben. Damit können angeblich zum Beispiel mit einem Smartphone die Silberfäden von Geldscheinen geortet werden. Der 53-jährige Premer glaubt, dass die Täter ein solches Programm zu Hilfe genommen haben und somit an sein Geld gekommen sind. „Ähnliche Gelddiebstähle hat es auch in anderen Orten, z.B. in Trauchgau, gegeben“, erinnert sich Maier. Er hat jetzt eine hohe Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung der Täter führen können.

Was sagt die Polizei zu den Vorwürfen Maiers? „Aus polizeilicher Sicht ist in diesem Einbruchsfall alles ordnungsgemäß abgearbeitet worden“, so der Schongauer Polizeichef Herbert Kieweg auf Anfrage der Heimatzeitung. Es seien alle Maßnahmen getroffen worden, die in so einem Fall zu treffen sind. Das hat Kieweg dem Einbruchsopfer jetzt auch noch einmal persönlich erklärt. Überzeugt hat dies Karl Maier allerdings nicht.

mg

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