Wie es nach den Großbränden in Schwabsoien, Sachsenried und Schwabniederhofen weitergeht

Schwabsoien/Schwabniederhofen - Gleich von vier Großbränden wurde die Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt im vergangenen Jahr heimgesucht: In Schwabsoien ging ein Anwesen in Flammen auf, in Sachsenried wurden zwei Bauernhöfe von einer Feuersbrunst vernichtet, und in Schwabniederhofen brannte ein Einfamilienhaus völlig aus. Jetzt geht es um den Wiederaufbau.

„Wir hoffen, dass wir im März loslegen können“, sagt Klaus Traxel, dessen Haus in Schwabniederhofen eine Woche vor Weihnachten durch ein Feuer ausgebrannt ist. Derzeit wird die Brandruine noch „entrümpelt“, anschließend kann mit dem Abriss begonnen werden. Das Haus wird dem Erdboden gleichgemacht, und danach kann - sobald die Genehmigung vorliegt - mit dem Wiederaufbau begonnen werden.

Bei all dem materiellen Schaden ist Traxel immer noch heilfroh, dass er und seine Familie die Katastrophe unversehrt überstanden haben. „Wenn ich in jener Nacht nicht aufgewacht wäre...“ - daran wagt er gar nicht zu denken.

Nachdem die Traxels nach dem Brand kurzfristig bei der Mutter bzw. Oma in Altenstadt untergekommen sind, wohnt die Familie mittlerweile in Hohenfurch in einer Ferienwohnung der Familie Nuscheler, die vor 33 Jahren von dem großen Silvesterbrand in Hohenfurch selber betroffen war und somit mitfühlen kann, wie es ist, wenn man durch ein Feuer das Dach über dem Kopf verliert.

„In so einem Fall muss man zusammenhalten“, sagt Oma Traxel, die ebenfalls dankbar ist, dass ihrem Sohn nach dem Brandfall von allen Seiten sofort Hilfe angeboten worden ist. Pfarrei und Gemeinde haben - wie berichtet - ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem auch schon Gelder eingegangen sind, obwohl von einem offiziellen Spendenaufruf bisher abgesehen worden ist, weil Klaus Traxel erst abwarten will, mit welcher Summe er von der Brandversicherung rechnen kann. „Das dauert halt recht lange“, sagt er fast schon etwas ungeduldig - verständlich aus seiner Sicht.

Auch über die Brandursache gibt es noch keine abschließenden Aussagen, wie bei einem Anruf bei der Kriminalpolizei in Weilheim offenkundig wurde. Es dauert halt seine Zeit, bis die im Wohnzimmer ausgebrannten Geräte kriminaltechnisch untersucht und ausgewertet sind. Alles deutet aber auf einen elektrischen Defekt hin.

Ein solcher Defekt war auch die Ursache für den Großbrand im April 2011 in Schwabsoien. „Dort ist der Wiederaufbau bereits voll im Gange, der Rohbau steht schon“, berichtet Schwabsoiens Bürgermeister Konrad Sepp.

Und auch in Sachsenried, wo im August 2011 zwei benachbarte Bauernhöfe abgebrannt sind, geht es allmählich vorwärts. Auf der Kustermann-Baustelle ist bereits der Keller rausbetoniert, so dass dort - sobald es die Witterung zulässt - ein Fertighaus draufgestellt werden kann.

Auf dem Barnsteiner-Areal nebenan ist ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung geplant. Der Bauplan liegt bei der heutigen Gemeinderatssitzung in Schwabsoien zur Genehmigung vor. „Dann könnte im Frühjahr mit dem Neubau begonnen werden“, zeigt sich auch Bürgermeister Sepp zuversichtlich. Und der Soier Gemeindechef fügt noch hinzu: „Rein statistisch gesehen dürfte es bei uns in den nächsten 20 Jahren nicht mehr brennen...“

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