Nach 15 Jahren

Stadt Schongau ehrt Sportler wieder alleine

Schongau - 15 Jahre lang hat die Stadt Schongau ihre verdienten Sportler zusammen mit dem TSV geehrt – aus Kostengründen waren die Veranstaltungen im Jahr 2002 zusammengelegt worden. Jetzt gehen beide wieder getrennte Wege – der TSV hat es bereits vorgemacht.

Vielen ist es gar nicht aufgefallen, doch im vergangenen Jahr hat die Stadt Schongau die traditionelle Sportlerehrung still und heimlich ausfallen lassen. Nur Skistar Fritz Dopfer wurde im Juni wegen des Gewinns der WM-Silbermedaille mit der Silbernen Ehrenemedaille der Stadt geehrt, ansonsten passierte nichts. Der TSV Schongau dagegen, der die Ehrung jahrelang gemeinsam mit der Stadt im Ballenhaus ausgerichtet hatte, hat im Mai auf der Delegiertenversammlung seine erfolgreichen Sportler gewürdigt – ohne die Stadt. „Es war ein schöner Rahmen“, sagt TSV-Chef Ralph Konstantin.

Das war bei der letzten gemeinsamen Ehrung im November 2014 anders. Ewig habe sie gedauert, das habe man den Kindern nicht mehr zumuten wollen, sagt Konstantin. Deshalb sei man gleich einige Tage später das Gespräch mit der Stadt gesucht und mitgeteilt, künftig die Ehrung wieder alleine durchführen zu wollen. Auch in den Schongauer Nachrichten war die Veranstaltung damals scharf kritisiert worden.

„Schlechte Kritik der Sportler und der Presse“ waren jetzt auch der offizielle Grund, warum das Thema im Stadtrat gelandet ist. So zitierte der städtische Sportreferent Alfons Wittmann aus dem Antrag, die Sportlerehrung der Stadt wieder allein auf die Beine zu stellen. Demnach soll die Ehrung im Rathaussaal durchgeführt werden, mit Sektempfang und kleinem Imbiss. Die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats sollen als Ehrengäste eingeladen werden, als Anerkennung für die sportlichen Leistungen soll der Bürgermeister eine Ehrenurkunde und einen kleinen Sachpreis oder Gutschein vergeben – aber nicht vom Plantsch, so Wittmann. Das werde von den Sportlern nicht gewünscht.

Geehrt werden sollen Schongauer Bürger und Mitglieder von Schongauer Sport- und Schützenvereinen, die folgende Titel nachweisen können: Oberbayerische, Bayerische, Süddeutsche und Deutsche Meister sowie gleichgestellte Meister. Dazu Teilnehmer an Olympischen Spielen sowie Sportler mit Top-Ten-Platzierungen bei WM, EM oder DM. Auf bestimmte Personengruppen beschränkte Meisterschaften wie Titelkämpfe bei Polizei oder Studenten werden nicht berücksichtigt, ebenso Sportler unter 17 Jahren. Wobei sich die Stadtverwaltung Ausnahmen vorbehält. Eingeplant für die Ehrung sind im Haushalt 1000 Euro.

„Endlich gibt es wieder eine angemessene Würdigung“, sagte Peter Huber (SPD). Zuletzt sei die Ehrung nicht so gewesen, wie man sie sich gewünscht hätte. Und die Belastung im Haushalt sei auch vertretbar. Auch Michael Eberle (CSU) konnte mit dem neuen Prozedere gut leben, regte aber an, nur anwesende Sportler auszuzeichnen. „In den vergangenen Jahren war es leider so, dass viele nicht da waren“, so Eberle. Und die Beschränkung auf 17 Jahre und älter fand er auch nicht so glücklich, weil man ohnehin nur Sportler auf hohem Niveau auszeichne. Mit beiden Änderungen wurde der Antrag einstimmig angenommen.

Boris Forstner

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