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Nach dem Einkauf noch etwas Geld an der Supermarktkasse abheben – für das Foto hat sich Anneliese Grass im Hohenfurcher Rewe-Markt ablichten lassen.

Nach kompletter HVB-Schliessung im Oktober

Supermarkt ersetzt den Bankautomaten

Schongau - Sterben auf Raten: Ende August vergangenen Jahres war die Filiale der HypoVereinsbank in Schongau geschlossen worden, zurück blieben nur ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker. Doch ab 11. Oktober dieses Jahres ist’s auch damit vorbei. Hilfe naht jetzt ausgerechnet von ortsansässigen Supermärkten.

Als sich Ende August vergangenen Jahres die Banktüren am Marienplatz letztmals öffneten, war die Bestürzung bei der Kundschaft groß. Vorübergehend konnten sie zwar noch auf die Filiale in Peißenberg zugreifen, doch auch die wurde wenige Monate später geschlossen. Wer sich also persönlich beraten lassen wollte, musste von nun an in die Kreisstadt Weilheim fahren. Ein kleiner Service verblieb unterdessen in der Lechstadt. Im Vorraum sind noch ein Geldautomat und ein Kontoauszugsdrucker vorhanden. Doch mittlerweile läuft auch für die der Countdown. Am 10. Oktober können sich Kunden des Geldinstituts dort letztmals ihre Kontoauszüge holen bzw. Geld abheben.

„Wir haben den SB-Bereich nur unter Vorbehalt weiter betrieben“, erklärt dazu Katrin Mair, Pressesprecherin für die regionalen HVB-Filialen. Und ergänzt noch, „dass die geringe Nutzung der Kunden bewirkt hat, dass wir auch das aufgeben“. Im Klartext: Die Nutzung sei weiter rückläufig gewesen, die Kunden hätten vermehrt auf Online-Banking zurückgegriffen. „Und wer wirklich ein Beratungsgespräch braucht, der ist in unsere große Filiale nach Weilheim gefahren.“ Das bedeute zwar eine Gesamt-Fahrstrecke von 50 Kilometern hin und zurück, doch „fällt so etwas ja auch nicht so häufig an“.

Im Regen stehen lasse man seine Kunden deshalb aber nicht, erklärt Mair. „Wer auch weiterhin Geld am Automaten abheben möchte, kann dies auch künftig tun“, sagt die Pressesprecherin und verweist hierbei auf den Automaten der Postbank im Peitinger V-Markt. Dort könnten auch HVB-Kunden ganz normal und ohne Gebühr Geld abheben – bis zu 1000 Euro pro Tag. Und das ohne Einkauf. Dies gelte übrigens auch für Filialen der Deutschen Bank und der Commerzbank. „Diese vier Banken sind alle in der sogenannten Cash-Group zusammengeschlossen“, erklärt sie.

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, die allerdings in der Öffentlichkeit bislang noch wenig bekannt sind. Wer beispielsweise für mindestens 20 Euro bei Rewe, Netto oder Penny-Märkten einkauft, kann sich darüberhinaus dort nach Eingabe seiner Geheimzahl noch bis zu 200 Euro Bargeld abholen.

Einer, der das schon länger selbst praktiziert, ist der stellvertretende Marktleiter des Hohenfurcher Rewe-Markts, Dieter Bögelein. „Ich bin Landsberger und auch HVB-Kunde. Doch wenn ich zu meiner Filiale will, muss ich erst einen Parkplatz suchen und dann auch noch mindestens einen Euro Parkgebühr zahlen. Da ist es für mich viel einfacher, das gleich in unserem Supermarkt zu machen.“

Allgemein werde dieses Angebot, das es bei Rewe schon nahezu zehn Jahre gebe, allerdings noch eher sparsam genutzt. „Weil es kaum jemand weiß“, erklärt Bögelein. Und ist sicher, dass die Akzeptanz weitaus größer wäre, wenn es mehr bekanntgemacht würde. Betroffen sind davon übrigens nicht nur HVB-Karten, sondern auch die übrigen EC-Karten.

Eine Maßnahme, die allerdings nicht nur bei den Rewe-Märkten greift, sondern auch bei Penny und Netto. Und was tut man, wenn frühmorgens noch nicht genug Geld in der Kasse ist, Kunden aber Geld abheben möchten? Noch einmal Bögelein: „Dann ruft die Kassiererin entweder die Marktleitung oder den Vertreter und innerhalb kürzester Zeit kann die Kasse aufgefüllt werden.“ Bislang habe es dabei noch keine Probleme gegeben.

Stephan Penning

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