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Small talk: Volker Wellstein im Gespräch mit einem weiblichen Gast.

Nach Umzug von Peiting

Tagespflege in Steingaden voll angekommen

Steingaden - Der Umzug ist erfolgreich bewältigt, an neuer Wirkungsstätte fühlt man sich bereits nach wenigen Wochen gut angekommen und angenommen. Und auch in Steingaden selbst erfreut sich die „Tagesstätte für Senioren und demenzkranke Menschen im Pfaffenwinkel“ großen Zuspruchs.

Möglich gemacht hat all dies Volker Wellstein. Der 64-Jährige wohnt mit seiner Frau in Steingaden und handelte eigenen Worten zufolge dabei aus „sozial-gesellschaftlicher Verantwortung“. Aber auch der Not gehorchend, nachdem die Tagespflege in Peißenberg und später in Peiting geschlossen wurde und er selbst eine demenzkranke Mutter hat. Doch allein auf deren Wohl wollte er sich nicht konzentrieren, wollte auch anderen alten Menschen die Möglichkeit einer Tagesbetreuung einräumen und dadurch einen stationären Heimaufenthalt verhindern.

Platz dafür gibt es jetzt ausreichend. Von der Friedhofstraße in Peiting zog man in die Füssener Straße nach Steingaden, wo auf einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück eine Wohn- und Nutzfläche von 150 Quadratmetern existiert.

Nach dem Eingang (der demnächst durch eine behindertengerechte Rampe – Kostenpunkt etwa 4000 Euro – erweitert werden soll), kommt der Besucher zunächst in einen großen Flur. An den schließen sich ein Therapieraum mit Wasserbett und Musikbeschallungsanlage, ein Wohn- und Aufenthaltsraum mit bequemem Sessel sowie ein behindertengerechtes Bad mit separater Toilette an. Die große Küche wird auch als Therapiemöglichkeit für die sogenannte Bezugspflege genutzt. Angrenzend gibt es noch ein Ess- und Aufenthaltszimmer, wo alle Betreuten an einem Tisch Platz nehmen können.

Im Obergeschoss befinden sich darüberhinaus noch ein Pflegebad mit Personal-Toilette, ein Aufenthaltsraum für das Personal sowie ein Büro und ein Besprechungszimmer. Die Pflegekapazität liegt derzeit noch bei zehn Personen, könnte aber – geht es nach den Plänen Wellsteins – auf 15 ausgeweitet werden. „Wir könnten dazu im Erdgeschoss einen Lagerraum durchbrechen und zusätzlichen Platz schaffen“, erklärt der Geschäftsführer. Im Klartext: Das Haus soll eines Tages 15 Gäste tagsüber beherbergen können. Wichtig, damit sich die Einrichtung auch trägt. An bestimmten Tagen sind auch heute noch Plätze frei, Interessenten können dies telefonisch über 08862/237 2147 erfragen.

Bei den im Haus untergebrachten Menschen spricht Wellstein bewusst von Gästen und nicht von Patienten. „Ich finde das angenehmer“, sagt er, der sich bis zum heutigen Tag fragt, „wann alte Menschen auch ein festgeschriebenes Recht zur Pflege in einer Tagesstätte erhalten, so wie jedem Kind ein Kita-Platz vom Gesetz her zusteht“. Und er begründet das auch. „Ich denke, dass künftig eine unserer wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben – die Pflege der alten Menschen – nur noch mit privater Initiative zu bewältigen ist.“ Sich allein auf den Staat zu verlassen, werde nicht ausreichen.

Derzeit helfen Wellstein neben einer Pflegedienstleiterin und einer Wirtschaftshelferin noch zwei Fachkräfte und zwei Auszubildende. Die Gäste rekrutieren sich weitgehend aus Personen, die aus Schongau, Peiting und Peißenberg stammen.

Dafür, dass man mit der Pflegekasse abrechnen kann, musste Wellstein hart kämpfen. Inzwischen ist es geschafft, wobei Voraussetzung war, „dass wir einen Fahrdienst vorhalten müssen“. Hintergrund: Pro Kilometer würde derzeit nur ein geringer Betrag von der Pflegekasse erstattet. Ohne ehrenamtliche Mitarbeiter könne man das nicht stemmen. Hilfreich sind allerdings auch drei Therapietiere – ein Hund und zwei Katzen –, die bei der Arbeit wertvolle Arbeit leisteten.

Stephan Penning

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