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Nächtliche Rettungsaktion im Waldgebiet nördlich von Schwabsoien: Ein Fallschirmspringer ist am Mittwochabend bei einem Nachtsprung im Baum gelandet.

Nachtübung: Fallschirmspringer landet im Baum

Schwabsoien - Nächtliche Rettungsaktion im Waldgebiet nördlich von Schwabsoien: Ein Fallschirmspringer der Bundeswehr ist am Mittwochabend bei einem Nachtsprung vom Kurs abgekommen und musste aus 16 Metern Höhe von einer Baumspitze befreit werden.

Die Orientierung mittels Kompass beim Fallschirmsprung in der Dämmerung bzw. in der Nacht: Eine große Herausforderung für alle Fallschirmspringer, für die in der Altenstadter Luftlande- und Lufttransportschule (LL/LTS) auch regelmäßig trainiert wird. Für einen Soldaten endete ein Übungssprung am Mittwochabend allerdings ziemlich unglücklich.

„Ein Soldat des Bundeswehr, der im Gruppenrahmen mit einem Gleitfallschirm einen Nachtsprung absolvierte, ist vom Kurs abgekommen und auf einem Baum nördlich von Schwabsoien im Bereich ,Breites Tal‘ gelandet“, berichtet Kreisbrandmeister Johann Deschler aus Altenstadt. Er wurde, ebenso wie die Feuerwehr Schongau, kurz nach 22 Uhr von der Bundeswehr über die Leitstelle alarmiert, weil der Fallschirmspringer nicht so leicht aus seiner misslichen Lage befreit werden konnte.

Bilder: Fallschirmspringer aus Baum befreit

Denn der Springer war laut Auskunft der Bundeswehr im Rahmen der Erstsprung-Ausbildung „manuelle Auslösung“ durch stärkeren Wind vom eigentlichen Kurs abgekommen. In rund 16 Metern Höhe landete er dann in einem Baum, die Fallschirmkappe legte sich über die Baumwipfel, allerdings fand er Halt an verschiedenen Ästen. Ein selbständiges Befreien war für den jungen Mann – ohne hohes gesundheitliches Verletzungsrisiko – jedoch nicht möglich. Wohl gelang es ihm, seinem Truppführer per Funk Bescheid zu sagen, so dass direkt eine Suchaktion gestartet wurde. Das war gegen 20.30 Uhr.

Die Ausbilder errechneten dann mit den aktuellen Wetter- und Winddaten den Gleitweg und machten sich mit mehreren Fahrzeugen auf die Suche nach dem verunglückten Springer. Glück im Unglück: Der konnte aus dem Baumgipfel heraus Scheinwerfer der suchenden Autos erkennen und so die Helfer per Funk zu sich lotsen.

Die Rettung gestaltete sich aber auch weiterhin schwierig: Denn aufgrund der unzugänglichen Unglücksstelle – der besagte Baum befindet sich rund 30 Meter weit weg vom nächsten befahrbaren Waldweg – wurden die Feuerwehr Schongau mit der Drehleiter, der SAR-Rettungshubschrauber der Bundeswehr aus Penzing sowie die Bergwacht Steingaden-Peiting nachalarmiert. Und auch die mussten erstmal in der Dunkelheit tief in den Wald geführt werden.

Da für die Feuerwehr-Drehleiter die Unglücksstelle nicht zugänglich war, mussten die zehn Bergretter ran, die sich durch ihre Arbeit im Kenzengebiet und in den Trauchbergen sehr gut mit Höhenrettungen auskennen. „Das war eine klassische Baumrettung, für die wir die entsprechende Ausrüstung haben und die bei uns auch regelmäßig trainiert wird“, erklärt Bergwacht-Einsatzleiter Sepp Schleich junior.

Und so stieg ein Bergwacht-Retter mittels der sogenannten Baumeisen zu dem Soldaten in den Baum hinein, brachte Sicherungsleinen und eine Umlenkrolle an, mit deren Hilfe der Fallschirmspringer dann zum Boden abgeseilt wurde. „Vom Eintreffen vor Ort, bis der Mann am Boden den Rettungskräften übergeben worden ist, hat es eine gute halbe Stunde gedauert“, bilanziert Schleich junior die Rettung. Laut Auskunft der Bundeswehr blieb der Soldat – auch dank des professionellen Einsatzes der Bergwacht – glücklicherweise unverletzt.

Hans-Helmut Herold und Jochen Schröder

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