Schweres Zugunglück in Baden-Württemberg: Bahn rast in Betonteil und entgleist

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Nächtlicher Riesen-Rohrbruch in Schongau

Schongau - Ein verheerender Rohrbruch hat in der Nacht zu Freitag die Schongauer Feuerwehr und die Stadtwerke auf Trab gehalten.

Am Freitag ging um 0.58 Uhr die Störmeldung bei den Schongauer Stadtwerken ein. „Eines der automatischen Überwachungssysteme meldete einen Defekt“, berichtet Werksleiter Walter Frömmrich. Als Mitarbeiter Alex Brunner, der Bereitschaft hatte, sich auf die exakte Suche nach dem Leck machen wollte, ging schon die Meldung der Polizei ein: massiver Wasseraustritt im Bereich Gartenweg und Altenstadter Straße, direkt unterhalb des Hollbergs. Dort war eine 250er-Hauptleitung geplatzt, eine Leitung mit 25 Zentimetern Durchmesser also - und eine von zweien, die die Wasserversorgung in der Altstadt garantiert. Das Rohr hatte einen verheerenden Längsriss erlitten, wie sich später herausstellte. „So einen Riss hab’ ich in meinen 20 Jahren Berufsleben noch nicht erlebt“, staunte Brunner.

Sofort wurden neben Polizei noch Feuerwehr, Staatliches Bauamt Weilheim, örtlicher Bauhof und Stadtbauamt alarmiert. Warum die Leitung geplatzt ist, ist den Mitarbeitern der Stadtwerke schleierhaft. Vielleicht Materialermüdung, vielleicht aber auch bewegende Böden oder unterschiedliche Temperatureinflüsse. Sicher ist nichts.

So wurde als Erstes der Hauptschieber abgedreht. Zuvor war aus dem vier Millimeter breiten und zwei Meter langen Riss 90 Minuten lang ungehindert das Wasser geströmt. „Bei einem Spalt dieser Größenordnung sind das zwischen 100 und 150 Litern pro Sekunde“, weiß Frömmrich. In kurzer Zeit bildete sich unterhalb des Hollbergs im Bereich des Gartenwegs ein riesiger See. Damit nicht genug: Der Druck der immensen Wassermassen schob den Asphalt nach oben, sodass nach geraumer Zeit eine knapp 40 Quadratmeter große Platte um circa sieben Zentimer angehoben wurde.

Nachdem die Feuerwehr Weg und Straße vom Schlamm befreit hatte, rückte gegen zwei Uhr nachts der Notdienst des Baggerbetriebs Kögl an. Denn das Leck in dem massiven Gusseisenrohr befand sich in vier Metern Tiefe. Weil direkt darüber Strom- und Telekomleitungen liegen, musste der Baggerfahrer besonders vorsichtig vorgehen. Außerdem drohten die ausgespülten Erdwände nachzugeben und einzustürzen. Erst am frühen Nachmittag war die Pipeline freigelegt, konnte das zwei meter lange Bruckstück herausgeschnitten und durch ein neues ersetzt werden. Um 15.30 Uhr konnte das Wasser wieder strömen.

Dank der Ringleitungen bedeutete der Rohrbruch für die Haushalte der Altstadt keinen radikalen Wasserstopp. Sie wurde über die andere Leitung versorgt. Zwar kann es zwar durch die in die Rohre geströmte Luft dazu kommen, dass es in den Wasserhähnen ein wenig blubbert, größere Beeinträchtigungen soll es aber nicht gegeben haben.

Bleibt noch der aufgerissene Gartenweg. Um den wieder ordentlich verschließen zu können, benötigen die Arbeiter Asphalt. Da die Asphaltmischanlagen im Winter aber alle geschlossen sind, wird die Straße vorläufig mit Beton aufgegossen, der erst im Frühjahr ausgetauscht werden kann. Die Zufahrt vom Gartenweg wird schätzungsweise noch bis spätestens Dienstag gesperrt sein.

Elena Wlacil

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