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Namenstafeln aus Bronze sollen an Gefallene erinnern

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Sechs Bronzetäfelchen bekommt das Kriegerdenkmal. Foto: hg
Sechs Bronzetäfelchen bekommt das Kriegerdenkmal. Foto: hg

Peiting - Eine würdevolle Umgestaltung erhält das Kriegerdenkmal der Marktgemeinde Peiting in diesem Jahr. Sechs Bronzetafeln sollen an die Gefallenen erinnern.

Die fünf Bronzetafeln mit den Gefallenen und Vermissten aller Kriege kommen aus der Krypta der Pfarrkirche St. Michael, wo sie heute nur noch selten zugänglich sind, nach oben. Damit werden sie wieder mehr ins Bewusstsein der Bürger gerückt. Bürgermeister Michael Asam stellte das Modell des Peitinger Künstlers Marinus Wirtl jetzt dem Veteranenverein vor. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei 30 000 Euro. Anlässlich ihres 150-jährigen Gründerjubiläums unterstützten die Veteranen das Projekt mit 5 000 Euro.

Auf das einzigartige, 1959 errichtete 6,50 Meter hohe Nagelfluh-Doppelkreuz mit seiner Pieta in Bronze kann die Gemeinde zu Recht stolz sein. Es beherrscht den Hauptplatz an der Nordseite der Pfarrkirche mit Sichtlinien sowohl zum Marienbrunnen als auch zum Rathaus und den oberen Hauptplatz.

Was ihm im Gegensatz zum früheren Kriegerdenkmal fehlte, waren die Namenstafeln. In den sechziger Jahren störte dies niemanden, denn da fanden noch wöchentlich Messen für die Gefallenen in der Krypta statt. Doch seit dies nicht mehr der Fall ist, war es für Kasimir Jocher und viele seiner Alterskameraden ein Herzensanliegen, dass die Namen der jungen Peitinger, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben verloren, für die nachfolgenden Generationen deutlicher in Erinnerung bleiben.

Im Zuge der Hauptplatzneugestaltung setzte man sich auf Anregung von Kasimir Jocher seit 2010 mit der Thematik auseinander. Neben der Gemeinde und der Kirche als Grundstückseigentümer waren bei den Beratungen auch der Veteranen-, Museums- und Verschönerungsverein sowie Jocher selbst dabei. Abgestimmt wurde das Vorhaben ebenso mit dem Bildhauer Hermann Schilcher aus Oberammergau, der zusammen mit seinem Vater das Denkmal schuf. In mühevoller Arbeit wurde nochmals recherchiert, und so müssen auf einer sechsten Tafel noch zehn Gefallene aus dem 1. Weltkrieg und vier Gefallene aus dem 2. Weltkrieg nachgetragen werden.

Nach eingehender Beratung über die von Peitinger Künstlern eingereichten Vorschläge entschied man sich für das Modell von Marinus Wirtl. Durch Erweiterung des Platzes nach links entsteht dabei eine neue räumliche Situation. Die Bronzetafeln werden auf lackierte Stahlplatten montiert, die zur Mitte hin ansteigend auf das Denkmal weisen und leicht nach hinten versetzt sind. „Diese symmetrische Harmonie zwischen den einzelnen architektonischen Elementen lässt eine ausgeglichene Räumlichkeit entstehen, die auch an einen sakralen Raum erinnern,“ so Marinus Wirtl.

Die Schrifttafeln mit den Namen der Gefallenen sind in das Gesamtensemble eingebunden und betonen dadurch ihre Bedeutung für den Betrachter. Kriegerdenkmal und Schrifttafeln werden eine Einheit.

Dass die Würde des Platzes künftig geachtet wird und dort keine Verkaufsbuden mehr aufgestellt werden, hofft nicht nur Veteranenvorstand Willi Gabel. Schließlich handelt es sich hier auch um einen alten Friedhof. (hg)

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