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Naturkindergarten lockt berufstätige Eltern

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Peiting - Den Wald entdecken und danach garteln - das soll auch Kindern Spaß machen. Darum eröffnet ein Naturkindergarten. Neben den Wurzelzwergen die zweite Einrichtung dieser Art in Peiting.

Die Natur spielend entdecken, Abenteuer erleben und die Stille genießen. Wonach wir alle im stressigen Alltag lechzen, soll im neuen Naturkindergarten selbstverständlich sein. Dort kann sich der Nachwuchs frei entwickeln, aber alles unter professioneller Aufsicht. So stellt sich Sigrid Klasmann, Chefin der Kinderhilfe Oberland, das Projekt in Herzogsägmühle vor.

Voraussichtlich im September kann die Einrichtung ihre Pforten öffnen. „Erste Anregungen haben wir uns von den Wurzelzwergen in der Schnalz geholt“, so Klasmann. Und als dann noch das Weiherhäusle in Herzogsägmühle frei wurde, fiel der Groschen. Mit dem schönen Garten und der super Lage passt es hervorragend ins Konzept des Naturkindergartens. Auch das angrenzende Waldstück ist im Besitz von Herzogsägmühle - „wir können schalten und walten. Denn die Förster sind gnädig“, weiß Klasmann. Und wenn’s draußen mal greislig wird, dann können sich die Betreuerinnen mit den Schützlingen ins Haus zurückziehen. Ein Luxus, den es bei den Wurzelzwergen nicht gibt. Bei schlechtem Wetter fällt der Tag ins Wasser.

Der Naturkindergarten bietet Planungssicherheit. Darum richtet sich das Angebot vor allem an berufstätige Eltern. Die werden auch durch die längeren Öffnungszeiten angesprochen. Im Schnitt haben die Wurzelzwerge nur etwa vier Stunden geöffnet. In Konkurrenz zum Waldkindergarten in der Schnalz will das Team nicht treten „Wir sprechen ein ganz anderes Klientel an“, ist sich Klasmann sicher.

Doch nicht nur im Wald sollen sich die Kinder austoben, Teil der Pädagogik ist auch Gartenarbeit. Kartoffeln, Gemüse, Beeren und Sträucher sollen angepflanzt und von den Kindern gepflegt werden. Auch hier profitiert die Einrichtung von Herzogsägmühle. „Ansprechpartner sind die Verantwortlichen von Gärtnerei und Landwirtschaft“, sagt Nicole Schweiger. Die 37-Jährige ist schon seit 1999 bei der Kinderhilfe tätig und arbeitet momentan noch in der Einrichtung am Gumpen. Gemeinsam mit Yvonne Grothmann (37) und Marlene Schuh (21) will Schweiger das Naturprojekt wuppen. Schmeißen soll den Laden Marion Benz (48), Chefin des Gumpenkindergartens. Der Entschluss, künftig in Herzogsägmühle zu arbeiten, ist den Frauen leicht gefallen. „Ich bin ein naturverbundener Mensch und mir macht es Spaß, dem Nachwuchs die Natur zu zeigen“, freut sich Schweiger. Sie sollen lernen, bei einer Kleinigkeit zu verweilen und den Rahmen haben, sich mit sich selbst zu beschäftigen.

„In der Ruhe liegt die Kraft“ - dieser Spruch passt gut zu dem Projekt, findet Sigrid Klasmann. „Es gibt immer mehr Menschen, die die Stille suchen, und außerdem können die Kleinen ihren Bewegungsdrang befriedigen.“

In die Gruppe aufgenommen werden auch beeinträchtigte Kinder, die Förderbedarf haben. Schweiger sieht keinen Grund, warum der integrative Gedanke in einem Naturkindergarten unberücksichtigt bleiben sollte. „Die Gruppe entscheidet, was unternommen wird. Es wird niemand ausgeschlossen.“

Größere Umbaumaßnahmen am Weiherhäusle sind nicht notwendig. Nur die Sanitäranlagen müssen auf die Kinder angepasst und die Küche saniert werden. Die anderen Zimmer werden zu Gruppen,- Schlaf- und Kreativräumen umgestaltet.

Nur noch eine Sache könnte den Enthusiasmus der Natur-Fans stören: Nicht genügend Anmeldungen. „Dann müssen wir das Projekt absagen“, betont Klasmann.

Anmelden können Eltern ihre Kinder noch im April im Gumpenkindergarten unter der Telefonnummer 08861/25800.

Sabine Krolitzki

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