Neue Debatte über Windkraft

Rottenbuch - Gegen den neuen Regionalplan für die Windkraft gab es im Gemeinderat Rottenbuch keine Einwände. Obwohl eigene Flächen rausgefallen sind. Oder gerade deshalb?

Im Rottenbucher Rathaus macht sich Markus Bader schon länger Sorgen um die Zukunft der Windkraft in der Region. Der Bürgermeister hat sich bekanntlich als „überzeugter Anhänger“ bezeichnet, doch die Pläne für Bürgeranlagen in der näheren Umgebung des Klosterdorf drohen zu scheitern. Wie berichtet, sind die Bergwiesen und Köpfinger Wiesen auf Peitinger Flur im jüngsten Planentwurf der Region 17 als Vorrangstandorte gestrichen worden und werden nur noch als „weiße Flächen“ bezeichnet. Das heißt, die Windkraft-Zukunft dort ist unklar, aber möglich. Ein Stück Rottenbucher Gebiet in dem Areal ist auf den Landkarten gänzlich verschwunden - auch darüber hatte nun der Gemeinderat seine Stellungnahme abzugeben.

Der Rathauschef war nicht angetan von der politischen Entwicklung. „Auf Grund des Schwenks der Staatsregierung“, kritisierte Bader in Richtung CSU, „sind ganz viele Flächen rausgefallen“. Im Landkreis seien es nur noch zwei Vorrangflächen: bei Ingenried und nördlich von Hohenpeißenberg. Dass die Peitinger Areale als weiße Flächen markiert sind, sieht der Rottenbucher Bürgermeister als Teilerfolg. „Wir haben wenigstens verhindert, dass sie komplett rausfallen.“ Dennoch ist er nicht begeistert: „Das ist kein Fisch und kein Fleisch.“

Dass die eigenen Gebiete gestrichen wurden, ist für Bader dagegen nicht mal das größte Problem. Es sei ein laufendes Verfahren, sagt er und hofft auf weitere Gespräche. Sollten Vorrangflächen in Peiting „wieder spruchreif“ werden, könne man die eigene Flur erneut ins Windkraft-Spiel einbringen. „Dann kommt es wieder auf den Tisch“, kündigte Bader an.

Doch dann muss der Gemeinderat klar Position beziehen. Ja oder Nein zur Windkraft? Um die endgültige Beantwortung diese Frage haben sich die Rottenbucher bislang elegant drücken können. Die Begeisterung dafür hält sich nämlich in Grenzen. Baders Vorgänger Andreas Keller hatte in den vergangenen Jahre Mühe gehabt, seine Räte wenigstens zur Mitgliedschaft der Kommune in der Interessengemeinschaft Bergwiesen und Köpfing (IGBK) zu bewegen. Im September 2013 entschied sich das Gremium mit nur knapper Mehrheit dafür, acht Monate zuvor war dies sogar noch abgelehnt worden. Als endgültiges „Ja“ zur Windkraft ist dies aber nicht zu verstehen. Denn noch existiert seit genau zwei Jahren ein, wenn auch knapper, Gemeinderatsbeschluss: Und der lehnt Windanlagen auf Rottenbucher Flur kategorisch ab.

An dieser Meinung hat sich trotz neuer Zusammensetzung nach der Wahl 2014 nicht viel geändert. Dies war in der jüngsten Sitzung herauszuhören. „Ich bin schon für Windkraft, aber nicht im Alpenvorland“, machte Christian Erhard deutlich. Christof Echtler verwies ebenfalls auf den alten Beschluss und lehnte Rotoren in der Region weiter ab. Der Rathauschef dagegen versprach „eine Linie“ der beteiligten Bürgermeister in der Sache: „Wir kämpfen darum“, kündigte Bader an. Später räumte er auf Anfrage ein, dass er durchaus eine „intensive Debatte“ zu dem Thema erwarte. Es könne sein, dass ein neuer Beschluss gefasst werden muss. „Einstimmg wird das sicher nicht.“

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