das Bild macht Hunger: Heidrun Sperl und Bürgermeister Xaver Wörle inmitten der Schüler der neunten Klasse. Als Siebtklässler hatten sie mit ihrem Kochbuch den Grundstein gelegt für die neue Küche. Die hat schöne Details wie die Apothekerauszüge, das frische Grün der Stühle oder die Küchenuhr. Foto: sommer

Neue Küche für die Mittelschule Steingaden

Steingaden - Für 30 000 Euro durfte sich die Schule nach einem Wettbewerb eine neue Küche aussuchen, dazu gab es noch einmal 1000 Euro für diverse Kleinigkeiten.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre, nachdem bekannt geworden ist, dass die Mittelschule Steingaden im Finale des Wettbewerbs „Klasse, Kochen!“ steht, mit guten Aussichten, eine von zehn nagelneuen Schulküchen zu gewinnen, hat Schulleiterin Heidrun Sperl nun zur Einweihung eben jener Küche geladen.

Für 30 000 Euro durfte sich die Schule nach der Wettbewerbsteilnahme eine neue Kücheneinrichtung aussuchen, dazu gab es noch einmal 1000 Euro für diverse Kleinigkeiten wie Elektrogeräte und Geschirr, die Kosten für die Umbauarbeiten in den Räumen übernahm die Gemeinde.

Drei Arbeitsplätze mit je einem Herd, einer Spüle und Unterbauschränken, dazu eine Küchenzeile mit Geschirrspüler und Kühlschrank, Mikrowelle und Kaffeemaschine beinhaltet die Küche. Das Ganze in einen gedeckten Weißton mit Arbeitsplatten in Holzfurnier, ein frühlingsgrüner Fußboden, der etwas abkann, so sieht sie aus, die nagelneue Schulküche in der Steingadener Mittelschule.

Gewonnen dank einer rührigen Schulleitung und engagierten Schülern, die ein beeindruckendes Kochbuch entworfen haben. Die Mittelschule Steingaden ist damit eine von zehn Schulen, die bei dem vom Bundesministerium für Ernährung initiierten Wettbewerb „Klasse, Kochen!“ gewonnen hat.

Und einen von 273 Schulen, die sich beworben haben, so Schulleiterin Heidrun Sperl. Spätestens wenn der Nachwuchs auf eigenen Beinen stehen will, sollte er doch ein bisschen mehr kochen können als nur Eier und Wasser, findet sie. „Jeder wird irgendwann mit dem alten, traditionellen Wissen der häuslichen Wirtschaft konfrontiert“, bemerkte Sperl. Weshalb Hauswirtschaft und Kochen alle angehe, so die Rektorin der Steingadener Mittelschule.

Es sei sinnvoll, jungen Heranwachsenden eine Hilfe für das praktische Leben an die Hand zu geben, sei es nun in der Wohngemeinschaft, beim Bezug der eigenen Wohnung oder wenn man eine Familie gründen wolle. Und das sei der Punkt, an dem die Schule ins Spiel komme, nämlich beim Vermitteln von Alltagskompetenzen und dem Thema Lebensführung.

Das sind verpflichtende Unterrichtsgegenstände, die so im Lehrplan stehen, führte Sperl bei der Einweihung der neuen Küche aus. Doch damit die Schüler auch gerne den berufsorientierenden Zweig „Soziales“ wählen, wie die Fächer Kochen und Hauswirtschaft heute heißen, brauche es bestimmte Rahmenbedingungen. Eine davon sei eine moderne und funktionelle Küche, die man beim Bau der Hauptschule 1980 auch hatte.

Dass davon im Jahr 2012 nicht mehr allzu viel zu sehen war, könne man sich leicht vorstellen, nutzen doch bis zu 16 Schüler pro Stunde die Schulküche, mehrfach und täglich. Dass die alte Küche überhaupt noch so gut ausgesehen habe, habe nicht zuletzt an den Fachlehrern gelegen, die die Schüler immer wieder zum vorsichtigen Umgang mit der alten Schulküche angehalten haben.

Und dennoch, so Sperl, sei ihr in den Sinn gekommen, dass der Wettbewerb, den sie gemeinsam mit der Hauswirtschaftslehrerin Elisabeth Schmölz aufgetan hatte, eine gute Gelegenheit sei, „um unsere in die Jahre gekommen Schulküche zu erneuern“. Denn die Schätzungen beliefen sich auf 50 bis 60 000 Euro. Geld, das nicht unbedingt im Haushalt und in den Mitteln für die Schule vorhanden war. Dennoch kam die Gemeinde Steingaden als Sachaufwandsträger nicht ganz ungeschoren davon. Denn sie musste den Umbau bezahlen.

Begonnen haben die Umbauarbeiten in den Pfingstferien 2014, nachdem Sperl und Schmölz bei einem Termin in Hamburg den Preis in Empfang genommen haben. Fertig war die Küche rechtzeitig zum neuen Schuljahr im Herbst. Dass man mit der Einweihung bis jetzt gewartet hat, ist der Tatsache geschuldet, dass man einen gemeinsamen Termin mit TV-Koch Tim Mälzer arrangieren wollte. Doch nachdem der Fernsehkoch bislang keine Zeit dafür erübrigen wollte, durften sich die Schüler der mittlerweile neunten Klasse, deren Kochbuch zum Sieg verholfen hatte, sowie die Vertreter der beteiligten Firmen als Ehrengäste fühlen.

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