Neue BDM-Hoftafeln braucht das Land. Die alten Schilder mit dem 40 Cent-Aufdruck werden von Hubert Thoma (links) und Markus Schmid durch die neuen ersetzt (hier am Ortsrand von Huttenried). Foto: mg

Neue Schilder: Bauern fordern 50 Cent

Schongau - Um ihre Forderungen nach einem fairen Milchpreis von 50 Cent pro Liter kundzutun, werden jetzt auch im Schongauer Land überall neue Hinweisschilder aufgestellt.

„Wenn wir langfristig und nachhaltig wirtschaften wollen, brauchen wir diesen Preis“, sagt der BDM-Kreisvorsitzende Bernhard Heger aus Peißenberg und verweist auf eine wissenschaftliche Studie, in der die tatsächlichen und aktuellen Milcherzeugungskosten unter Einbeziehung eines angemessenen Einkommensansatzes dargestellt sind. Und dieses Gutachten belege, dass ein Milchpreis von 50 Cent notwendig ist, damit alle Kosten der Erzeugung gedeckt sind und dem Landwirt und seiner Familie ein gutes Einkommen gesichert ist.

Vor acht Jahren sind die Landwirte mit einer Forderung von 40 Cent an die Öffentlichkeit getreten. „Diese Kostenschätzung war aber nicht so fundiert wie die jetzige“, erklärt der BDM-Chef. Die neue Gutachtenbasis beruhe auf Daten des Informationsnetzes landwirtschaftlicher Buchführungen der Europäischen Kommission. Diese Daten würden jene Zahlen widerspiegeln, die von der Kommission zum Zwecke politischer Entscheidungen erhoben werden. „Sie sind amtlich und rechtlich anerkannt“, betont Heger.

Demzufolge liegen die Milcherzeugerkosten in der Region Süd (Bereich Süddeutschland) bei 51,03 Cent pro Liter. In der Region Nord betragen sie 43,06 Cent und in der Region Ost 45,07 Cent.

Bereits bei der BDM-Kreisversammlung Anfang April sind 400 neue Hofschilder (mit der 50 Cent-Forderung) an die Mitglieder verteilt worden. „Bringt die Schilder gut sichtbar an, damit unsere Botschaft überall vermittelt wird, so ein Appell der BDM-Kreisvorstandschaft, der auch Hubert Thoma aus Altenstadt angehört. Zusammen mit dem Ingenrieder BDM-Ortsvertreter Markus Schmid hat er jetzt am Ortseingang von Huttenried eines dieser neuen Hofschilder aufgestellt.

Derzeit liegt der Milchpreis bei rund 35 Cent - viel zu wenig für die Bauern. „Größere Investitionen sind bei diesem Preis einfach nicht drin“, rechnet Markus Schmid vor. Er hat einen Betrieb mit 40 Milchkühen und dazu noch Jungvieh. Gerade hat er das Dach des Maschinenstadels erneuern müssen. All das kostet Geld, das erst erwirtschaftet werden muss. „Ein Milchpreis von 50 Cent ist notwendig, denn auf Dauer können wir nicht von der Substanz leben“, ist BDM-Ortsvertreter Schmid überzeugt. Andernfalls gehe das Bauernsterben weiter - siehe Ingenried, wo drei Milchbauern im vergangenen Jahr aufgehört hätten.

„Die Arbeit auf einem Bauernhof muss durch eine Anhebung des Milchpreises besser honoriert werden“, fordert Hubert Thoma mit Nachdruck . Der Landwirt aus Altenstadt ist täglich von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends auf den Beinen. Sein Betrieb (mit 100 Milchkühen) verlangt viel von ihm ab.

Was passiert jetzt mit den alten BDM-Hoftafeln? „Die hebe ich als Souvenir auf“, verrät Markus Schmid aus Huttenried.

Michael Gretschmann

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