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Die Spannung lockert sich: (v.l.) Helmut Haberstock, Bürgermeister Joseph Schuster und Paul Ressl beim ersten Wasser-Probelauf. Magdalena Faller, die gute Seele der Gemeindeverwaltung, hat das Segelboot, ein Gastgeschenk der Partnergemeinde Nesmy, in den Wasserlauf gestellt.

Neuer Brunnen in Burggen

Es läuft

Burggen - Man hat das Plumpsen des Steins förmlich hören können, der Burggens Bürgermeister Joseph Schuster vom Herzen gefallen ist. Tagelang stand die Frage im Raum, ob das Brunnenprojekt so ausgeht, wie es sich alle Initiatoren vorgestellt haben. Ob das Wasser so läuft, wie es sich Künstler Paul Ressl ausgedacht hat. Diese Frage wurde am Dienstagvormittag um 9.01 Uhr beantwortet.

Anfang Mai haben die Bürger von Burggen zusammen mit den Gästen der französischen Partnerstadt Nesmy einen Brunnen in Beton gegossen (wir berichteten), der bis jetzt ausgehärtet ist. Jetzt soll das Kunstwerk entblättert werden. Nicht einfach, denn der Brunnen wurde im Negativguss hergestellt. Das heißt, der Verlauf des Bachbetts lag an der Unterseite der großen Betonscheibe. Also musste ein Autokran her, um das zehn Tonnen schwere Stück aufzuheben und umzudrehen. Dann erst kann es zentimetergenau am vorgesehenen Platz gesetzt werden.

Es klappt wie am Schnürchen. Während Künstler und Bürgermeister etwas abseits stehen, gibt Helmut Haberstock, Chef der gleichnamigen Baufirma, dem Kranführer Handzeichen zum Setzen des Brunnens auf das Kiesbett. Passt, unverrückbar. Jetzt steigt bei allen die Spannung. Nervöses Händereiben und fragende Blicke sind zu beobachten. Nur Bruno Faller, der alles mit dem Fotoapparat festgehalten hat, ist die Ruhe selbst. Beamter im Ruhestand, wo soll da auch Hektik herkommen? Das Styropor muss mit Stemmeisen und Spachtel entfernt werden. Schweißtreibende Arbeit in der Morgensonne. Der Bürgermeister legt selbst Hand mit an. Kommentare der Zuschauer sind nicht zu überhören. Von wegen „mal richtig arbeiten“ und so...

Symbolisch für die Verbundenheit und Freundschaft. Im Bild das mühsame Ausschälen des Styropors.

Das gute Stück ist entblättert. Der Bachverlauf nachvollziehbar. Das erste „guat schaut’s aus“ ist zu hören. Wird aber auch das Wasser seinen Weg finden? Bürgermeister Schuster trägt eine Gieskanne zur Einlaufstelle und lässt’s laufen. Ein spannender Moment, viele Augenpaare verfolgen das Schlängeln des Wassers. Dann das Aufatmen: Das Wasser hat seinen Weg gefunden. Genau so, wie es sich Paul Ressl vorgestellt hatte. Die Erlösung ist ihm förmlich anzusehen. Helmut Haberstock ist nur ein „es läuft“ zu entlocken. Gut, etwas später gibt er zu, dass es für ihn ebenfalls eine spannende Angelegenheit war. „Man hat ja seine Idealvorstellung im Kopf. Wenn dann alles so klappt, ist man natürlich sehr erleichtert.“

Und der Bürgermeister? Man sieht Schuster nur noch Strahlen. „Es war ein Anliegen, diesen Platz der Verschwisterung mit diesem Brunnen zu gestalten. Hier soll die Verbundenheit und herzliche Freundschaft verstärkt werden.“ Der Brunnen mit seinen Sitzgelegenheiten rund um den Wasserverlauf ist für den Bürgermeister ein Symbol für die Zukunft. Gerade Wasser ist für ihn ein verbindendes Element, das hier „von Bach zu Bach“ bestens demonstriert wird. Ein Teil des Bachwassers wird in den Lauf eingespeist und verlässt den Brunnen danach wieder in Richtung Bach.

Hans-Helmut Herold

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