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Neuer Segen für die Fatimakapelle in Sachsenried

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Sachsenried - Sie ist ein kleines Juwel in der Perlenkette der Zeugnisse tief verwurzelten Glaubens im Pfaffenwinkel, die Fatimakapelle in Sachsenried. In erhöhter Lage gegenüber der Martinskirche im Garten der Familie Ludwig Kögel gelegen, vermittelt sie in ihrer eigenwilligen Bauart gleichsam symbolisch die Botschaft der Gottesmutter von Fatima.

Nach umfangreicher Restaurierung wurde das Kleinod nun bei einer feierlichen Maiandacht von Pfarrer Karl Klein neu gesegnet. Umrahmt von der Abendsonne und den Klängen der Musikkapelle Sachsenried unter Leitung von Josef Hindelang war das Fest ein Erlebnis für das ganze Dorf. „Herr, wir danken dir, dass du uns Orte schenkst, zu der die ganze Ortsgemeinschaft mit ihren Bitten und Anliegen zur Mutter Gottes, unserer Fürsprecherin, kommen kann.“ Erfreut zeigte sich Pfarrer Karl Klein, dass hier sichtbar ist, dass „wir auf den Herrgott vertrauen“. In einem zunehmend vom Materialismus beherrschten Europa, das in vielen Bereichen seine christlichen Wurzeln vergisst oder verleugne, sei die Botschaft von Fatima aktueller als jemals zuvor. Benedikt XVI. sprach im Rückblick auf seine Fatimareise 2010 von einem Ort, an dem die Gottesmutter alle Menschen einlade, die Erde als einen Ort der Pilgerschaft hin zur endgültigen Heimat zu sehen und voller Hoffnung ihren Weg fortzusetzen.

Wie der frühere Pontifex war auch Ludwig Petz - lange Jahre Seelsorger von Sachsenried - von Fatima beseelt. Als vor 40 Jahren Ludwig Kögel die Kapelle als Gelübde nach glücklichem Ausgang eines erlittenen Starkstromschlags erbaute, stiftete Petz aus seinem Privatbesitz eine Nachbildung der Statue. Diese brachten ihm einst Klosterschwestern aus Portugal mit. Fest eingebunden im kirchlichen Jahreskreis ist sie aus dem Leben im Dorf nicht mehr wegzudenken. Den Kindern ist die Kapelle ans Herz gewachsen, besuchten sie doch mit ihrer Mutter Magdalena zusammen täglich „unsere Liebe Frau vom Rosenkranz“.

So packten jetzt die Familien von Tochter Renate Reich und Sohn Ludwig Kögel jun. zusammen mit den Eltern tatkräftig mit an, als es um die Renovierung der Kapelle und die Ausrichtung des Festes ging. Das Dach wurde von der Firma Franz Koldas aus Kaufbeuren mit Schindeln aus Zedernholz neu eingedeckt, und Künstler Paul Ressl aus Altenstadt restaurierte vorbildlich die Statue.

Der Segnung ging ein Gottesdienst in der Pfarrkirche Sachsenried voraus. Die fünf Jugendlichen, die heuer das Sakrament der Firmung empfangen, durften im Anschluss die blumengeschmückte Madonna zur Kapelle tragen. Angeführt wurde die Prozession von der Musikkapelle Sachsenried und den Ministranten mit dem Vortragekreuz. Unter den zahlreichen Gläubigen befanden sich auch auswärtige Gäste wie Wendelin Gast aus Bernbeuren und der frühere BBV-Kreisobmann Rudolf Deschler aus Deutenhausen. Mit dem Wetter hatte man diesmal mehr Glück als bei der Segnung vor 40 Jahren durch Weihbischof Mandfred Müller aus Augsburg. „Damals regnete es in Strömen“, erinnerte sich Magdalena Kögel noch gut an dieses Ereignis.

Nach der feierlichen Segnung waren alle Teilnehmer noch zu einem Imbiss und gemütlichen Hoagart von der Familie Kögel eingeladen.

hg

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