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Freuen sich auf viele Fahrten: (v.l.) Simon Greinwald, Martin Keßler, Irene Hofrichter, Falk Sluyterman und Anna Tzoulakis-Huber.

Stadtbus in Schongau 

Neue Rampe und viel Raum

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Schongau - Weniger Sitzplätze, dafür deutlich geräumiger und ausgesprochen behindertengerecht: Der neue Stadtbus von Enzian-Reisen kann sich sehen lassen, wartet mit viel Komfort für Passagier und Busfahrer auf. Günstig ist das Geschoss allerdings nicht.

Maximal 350 Kilo, aufgemalt in gelber Schrift. Angebracht ist diese manuellen Rampe direkt am hinteren Eingang, bedient wird sie mit einem einfachen Handgriff. Dafür zuständig: Der Busfahrer. Immer dann, wenn Rollstuhlfahrer, Rollator- oder Kinderwagen-Schieber an der Haltestelle warten und zusteigen möchten, steigt der Fahrer aus und hebt diese stabile breite Rampe aus dem Inneren über die Bordsteinkante.

Der neue Schongauer Stadtbus kann sich wirklich sehen lassen. Nicht nur wegen dieser Rampe. Auch im Inneren sticht viel Komfort ins Auge. Zu allererst eine komplett neue Sitzordnung. Hintereinanderliegende Plätze sind Geschichte, stattdessen mehrere seitliche sowie die klassischen Vierer-Abteile, wie man sie hauptsächlich aus Zügen kennt. Zwar verliert der Bus dadurch, verglichen mit den älteren Modellen, fünf Sitzplätze, ist dafür wesentlich geräumiger und übersichtlicher.

Busfahrer haben mehr Kontrolle

Das ist auch für den Busfahrer ein großer Vorteil, der durch Blick in den Rückspiegel mehr Kontrolle hat. Stichwort Vandalismus. „Der ist in letzter Zeit zwar deutlich zurückgegangen“, sagt Anna Tzoulakis-Huber, Geschäftsführerin von Enzian-Reisen. Ganz auszuschließen sind die Sitze-Aufschlitzer und Scheiben-Beschmierer jedoch nie. Nur können die sich nicht mehr, wie in den alten Bussen, zwischen den engen Sitzreihen verstecken.

Die zweite erfreuliche Nachricht von Tzoulakis-Huber: „Der Stadtbus wird immer häufiger genutzt.“ Vor allem von jungen Müttern, die viel mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Aber auch von Rollstuhl- und Rollatorfahrer und allgemein vielen älteren Leuten. „Mit denen haben wir oft das Problem gehabt, dass sie sich nicht gut einhalten konnten.“ Ganz anders im neuen Bus, der jede Menge Fest-Haltemöglichkeiten sowohl im Einstiegs- als auch Durchgangs- und Sitzbereich zu bieten hat.

Es gibt also gute Gründe, die den Kauf des neuen Busses rechtfertigen. Billig war er trotzdem nicht. Satte 250.000 Euro musste Enzian-Reisen dafür berappen. Und gerechnet haben sollte sich der Kauf auch erst in acht Jahren. Das ist gutes Wirtschaften gefragt. „Nach zehn Jahren gibt es in der Regel wieder einen neuen Bus“, sagt Tzoulakis-Huber, die alles ganz genau durchkalkuliert hat. Bleiben also noch zwei Jährchen, um Gewinn zu erwirtschaften.

Nur Positives in Sachen Stadtbus

Generell klappern nach wie vor zwei Stadtbusse, der neue und ein älterer, die Schongauer Haltestellen ab. Immer halbstündlich. Die erste Fahrt beginnt um sechs Uhr in der Früh, die letzte endet um 18.50 Uhr. Und obwohl die Anfahrzeiten der Haltestellen auf die Minute genau getaktet sind, funktioniert der Stadtbus-Verkehr außerordentlich gut.

„Ich bekomme ja so ziemlich alle Beschwerden unserer Bürger mit, in Sachen Stadtbus höre ich allerdings nur Positives“, sagte Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman bei der Vorstellung des neuen Busses. Er selbst nutzt die Linie regelmäßig, um von Zuhause aus – Haltestelle Zugspitzstraße – hoch in die Altstadt zu fahren. „Und ich muss sagen, er kommt immer pünktlich.“ Selbst dann, wenn der Busfahrer nach hinten muss, um für Rollstuhlfahrer, Rollator- oder Kinderwagen-Schieber die Rampe auszuklappen.

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