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Neues Krippengebäude für Peiting: Zwei Millionen Euro für Kleinkinder-Projekt

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Parkplätze sollen

nicht verlegt werden
Parkplätze sollen nicht verlegt werden

Peiting - Mit dem Beschluss hat Peiting den Startschuss für eines der größten Bauprojekte gegeben: Der Markt baut ein neues Krippengebäude an den Therese-Peter-Kindergarten an.

Die überraschende Wendung: Zweieinhalb Monate, nachdem die CSU ihren Krippen-Neubau-Antrag eingereicht hat, stimmt nun plötzlich der gesamte Gemeinderat für die Neubau-Version eines Krippen-Gebäudes - in leicht abgespeckter Version. Was dem CSU-Triumph freilich keinen Abbruch tat. Gebaut werden soll - nach vielem Hin- und Herüberlegen - jetzt doch eine komplett neue Krippeneinrichtung. Und zwar direkt ans Therese-Peter-Kinderhaus anschließend mit Ausrichtung Süden. So sollen Synergien der beiden Gebäude genutzt werden.

Außerdem bleiben sowohl der Schlittenhügel als auch der Bolzplatz an der Grundschule unberührt, was viele Eltern freuen dürfte. Aus dem Weg geschafft werden muss jetzt noch das Problem, wie ein annehmbarer Krippen-Außenbereich geschaffen werden kann, ohne dass die Parkplätze des Sportzentrums verlegt werden müssen. Das alleine würde nämlich mit irrwitzigen 200 000 bis 250 000 Euro zu Buche schlagen.

Und schließlich ist die Investition in das größte Bauprojekt, das die Gemeinde Peiting seit langer Zeit im Auge hat, ja an sich schon kein Pappenstiel. Zwei Millionen Euro inklusive Bestands-Sanierung, schätzt Marktbaumeister Jochen Rohrmoser. Ein Teil dieser Monster-Summe wird mit immerhin 76 Prozent Zuschuss vom Freistaat gefördert (siehe Kasten). Bleibt ein ganz schöner Batzen an Geld, auf dem die Kommune sitzenbleibt.

Aber es hilft nichts - schließlich fordert der Gesetzgeber, dass jede Kommune ab 1. August 2013 für jedes Kind einen Krippenplatz bereithält. In Peiting hat man schon früh vorgesorgt, im Therese-Peter-Haus für Kinder sind inzwischen zwei Krippengruppen gut belegt (für die es keine Förderung gegeben hat). Aber zwei reichen eben auf Dauer nicht aus. Einer brandaktuellen Elternumfrage zufolge bringt die Gemeinde fürs kommende Krippenjahr 2012/13 alleine schon drei Krippengruppen voll. Nachfrage steigend.

Der Vorschlag, den Bürgermeister Michael Asam und Verwaltung im Dezember vorgelegt haben: Die bestehende Einrichtung zur reinen Krippeneinrichtung umbauen und die verbliebene Kindergartengruppe in andere Kindergärten umlagern. „Wir haben überlegt, wie wir das Problem am finanzneutralsten lösen können“, erklärte Asam in der jüngsten Sitzung am Dienstagabend rückblickend. Die Idee fanden auch alle Gemeinderäte gut, einstimmig wurde der Umbau abgesegnet.

Bis die CSU nur wenige Wochen später eine ganz andere Idee aufs Tableau brachte: Es sollte ein komplett neues Krippengebäude mit hohen staatlichen Zuschüssen gebaut werden, um für die Zukunft gerüstet zu sein.

Der Vorschlag löste bei Bürgermeister, SPD und Bürgervereinigung nicht gerade Begeisterungsstürme aus - und wurde jetzt trotzdem in leicht abgeänderter Variante befürwortet. Denn offenbar hat sich auch im Rathaus in den vergangenen Wochen ein erstaunlicher Sinneswandel vollzogen. Man habe festgestellt, dass man in Peiting in den kommenden Jahren auch mit mehr Kindergartenkindern zu rechnen habe, so Asam. Die bestehende Regelgruppe im Therese-Peter-Kindergarten also wegstreichen? Geht gar nicht, so die neue Erkenntnis.

Bleibt also außer dem CSU-Neubau-Modell nicht viel übrig. Das wurde jetzt auch von den anderen Fraktionen in einer abgespeckten Variante mitgetragen: Statt vier neuer Krippengruppen werden drei gebaut. Erstmal. Denn der Planer soll den Anbau einer vierten Gruppe mit berücksichtigen. Dieser zweite Bauabschnitt soll allerdings nur bedarfsorientiert angepackt werden.

Keine vierte Gruppe: Das forderten sowohl SPD als auch Bürgervereinigung. Die Sozialdemokraten hielten gar die Bedarfsrechnung der CSU für „völlig überzogen“, so SPD-Rat Adolf Kapfer. 30 Prozent aller Eltern von Kleinstkindern hätten demnach Bedarf nach einem Krippenplatz. In Peiting sind es derzeit tatsächlich nur 18 Prozent.

Doch: Was weiß man schon dieser Tage in Sachen demografischer Entwicklung. „Man müsste in eine Glaskugel schauen“, so Hauptamtsleiter Stefan Kort über hellseherische Fähigkeiten.

Was auch jetzt schon ohne Glaskugel klar ist: Im Anschluss an den Krippen-Neubau soll der Therese-Peter-Kindergarten saniert werden. Für beide Einrichtungen muss ein modernes energetisches Konzept her. Bauamtsleiter Jochen Rohrmoser denkt auch schon mal laut über Fernwärme nach - und zwar für alle gemeindlichen Gebäude in diesem Bereich. Sprich: Krippe, Kindergarten, Schule, Sporthalle.

Und wenn dann erstmal alles über die Bühne ist, dann sollen im Krippengebäude drei Gruppen Platz finden, im Kindergartengebäude wären Räumlichkeiten für zwei Regelgruppen plus einer weiteren bei Bedarf vorhanden.

Umgesetzt werden muss das Ganze schnell. Schließlich gibt’s die hohe staatliche Förderung nur bis 31. Dezember 2013. Die Bagger können sich also quasi schon mal warm laufen.

Wie es jetzt weitergeht? Ein Architekturbüro wird beauftragt, es wird geplant, gerechnet. Dann kommt das Ganze nochmal in den Gemeinderat. Der Beschluss vom Dezember, den Therese-Peter-Kindergarten umzubauen, wird zurückgenommen - ohne dabei mit nur drei neuen Krippengruppen den Peitinger Tagesmüttern oder der Lichtschaukel in die Quere zu kommen. Da könnten eigentlich alle glücklich und zufrieden sein. Selbst diejenigen, die dem abgewandelten CSU-Vorschlag nur zähneknirschend zugestimmt haben.

bas

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