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Die Grafik zeigt, wie sich der Investor das neue Pflegeheim wünscht: Ein Finger-artiger Bau, abgesetzt vom Krankenhaus.

Am Krankenhaus Schongau

Neues Pflegeheim: Wenig Begeisterung über Investoren-Wunsch

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Schongau - Lange Debatten gab es am Dienstagabend im Schongauer Stadtrat über den Neubau des Marie-Eberth-Altenheims am Krankenhaus. Denn die Wunschplanung des Investors, des Grünwalder Bauträgers WOB, stieß auf große Vorbehalte – vor allem das Vorhaben, zusätzlich betreutes Wohnen unterzubringen.

Im März wurde bekannt, dass der Landkreis das über 50 Jahre alte und stark sanierungsbedürftige Marie-Eberth-Altenheim verkaufen wird. Der Grünwalder Bauträger WOB, der schon zahlreiche Heime gebaut hat, will das alte Heim abreißen und einen modernen Neubau erstellen, den die Inter Pares GmbH betreiben soll. 120 Pflegeplätze sind geplant, rund doppelt so viele wie bisher. So hieß es zumindest vor einem halben Jahr.

Doch als kürzlich das Modell einer „Wunschvorstellung“ des neuen Pflegeheims bei der Stadtverwaltung eingereicht wurde, mussten die Verantwortlichen gleich mehrmals hinschauen. Abgesehen davon, dass das neue Heim abgerückt vom Altbau stehen und viel höher werden soll als gedacht, tauchten auf einmal 19 Zimmer für betreutes Wohnen auf, von denen bisher nie die Rede war und für den nicht nur der im Mai beschlossene Bebauungsplan neu aufgestellt, sondern auch der Flächennutzungsplan geändert werden müsste. Denn der Bereich ist laut Sebastian Dietrich vom Stadtbauamt bisher nicht für Wohnnutzung freigegeben.

Neues Heim wäre sieben Meter höher als das bestehende

Doch der im Auftrag der Stadt tätige Landschaftsarchitekt Georg Dinger (Eger&Partner) ging zunächst auf die Sichtbeziehungen ein, die an dieser sensiblen Stelle wichtig sind. Wie wird der mögliche Neubau von unterhalb des Hangs wahrgenommen, wie vom Galgenbichl im Norden? Weil die Wunschvorstellung des Bauträgers relativ weit nach Westen rückt, wo an der Siechenhalde keine Bäume stehen, wäre der Neubau von unten recht dominant – und mit seinen fünf Geschossen auch vom Galgenbichl aus gut zu sehen. „Er wäre vier Meter höher als das Schwesternwohnheim und sieben Meter höher als der bestehende Bau“, sagte Dinger. Weil man zudem das betreute Wohnen eher in der Stadt sehe, „hat uns diese Wunschvorstellung nicht so überzeugt“, sagte er mit vorsichtiger Wortwahl.

Deshalb stellte er zwei Alternativ-Konzepte vor, die aus seiner Sicht einen großen Vorteil haben: Sie sind drei Meter niedriger, haben eine direkte Anbindung zu dem Teil des Pflegeheims, der stehen bleibt, liegen also mehr im Osten, zum Teil verdeckt durch Bäume am Hang. Damit könnte auch der von der Stadt geplante Grünzug, der das Pflegeheim vom weiter westlich geplanten, großen Wohngebiet trennen soll, üppiger ausfallen. Im ersten Alternativ-Konzept waren die Plätze für betreutes Wohnen dabei, im zweiten nicht.

"Betreutes Wohnen hat dort nichts verloren"

Beim betreuten Wohnen war die Stimmungslage eindeutig. „Das war noch nie im Gespräch und hat dort nichts verloren“, sagte Friedrich Zeller (SPD). Auch Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) betonte, im Vertrag zwischen Landkreis und Bauträger werde das mit keinem Wort erwähnt. „Wir wollen keine Wohnnutzung dort“, sagte auch Gregor Schuppe (ALS), und Markus Wühr (CSU) wollte die Verbindung zu Rest-Altenheim und Krankenhaus behalten.

Nur Stephan Hild (UWV) gefiel die Wunschvorstellung des Investors, weil sie viele Zimmer nach Süden biete. „Die Alternativ-Konzepte kommen mir vor wie Kasernen. Ist den alten Menschen Sonne nicht so wichtig?“, fragte er. Auch Michael Eberle (CSU) hatte Bedenken, alles in Bausch und Bogen abzulehnen: „Wir müssen einen Kompromiss finden. Der Investor kann kein Zimmer vermitteln, das im Norden auf einen Innenhof blickt.“

Dinger betonte, die Alternativ-Konzepte bieten nur ein Beispiel, wie die 120 Pflegeplätze im bestehenden Baufenster untergebracht werden können – „wir sind ja keine Pflegeheim-Planer“. Auch mit dem Investor seien die Alternativen nicht abgestimmt, schließlich müsste zuvor die Grundsatzentscheidung zum betreuten Wohnen fallen. Diese Abstimmung fiel mit 17:5 Stimmen deutlich gegen das betreute Wohnen aus, bei der Höhenbegrenzung auf vier Geschosse waren sogar alle einig. Beim Baufenster wollte Eberle aber explizit betont haben, dass im gesamten Bereich gebaut werden darf, auch weit im Westen. Das wurde mit 18:4 Stimmen beschlossen

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