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Selbstversuch: Bürgermeister Michael Asam, Kommandat Klaus Straub und Landrätin Andrea Jochner-Weiß (v.l.) im Korb der neuen Drehleiter, die die prominenten Gäste anschließend 30 Meter in die Höhe beförderte.

Neue Drehleiter für die Feuerwehr Peiting

Neues Prunkstück geweiht

Für die Sicherheit der Bürger werden keine Kosten gescheut. Mit der neuen Drehleiter, einem Wunderwerk moderner Technik, ist die Peitinger Feuerwehr auch künftig bestens aufgestellt. Am Samstag wurde das neue Fahrzeug im Rahmen eines Festakts offiziell geweiht.

Peiting – Ein wenig blass um die Nase war Landrätin Andrea Jochner-Weiß schon, als sie dem Korb der Drehleiter entstieg. Zuvor war sie zusammen mit Bürgermeister Michael Asam und dem Peitinger Feuerwehr-Kommandanten Klaus Straub minutenschnell 30 Meter in die Höhe transportiert worden. „Da oben zieht’s ganz schön!“, meinte sie zu Altbürgermeister Klement Sesar und hielt ihm ihre kalten Finger an die Wange.

Die Pfarrer Robert Kröpfl (li.) und Dirk Wollenweber segneten das neue Fahrzeug der Peitinger Feuerwehr.

Mit der neuen Drehleiter, die das 27 Jahre alte Vorgängermodell ersetzt, hat sich die Peitinger Feuerwehr mit einem Schlag ins 21. Jahrhundert katapultiert. Und auch ansonsten Maßstäbe gesetzt. Zusammen mit der Ulmer Firma Magirus, die den Drehleiteraufbau auf das Daimler Fahrgestell fertigte, hatten die Feuerwehrler eine bedarfsgerechte Planung erstellt und die veranschlagten Kosten von rund 700 000 Euro sogar unterschritten. Mit 631 000 Euro schlug das neue Fahrzeug letztendlich zu Buche, zu denen es sogar erstmalig in der Geschichte der Feuerwehr einen Zuschuss vom Landkreis in Höhe von 56 250 Euro gab, wie Bürgermeister Michael Asam ausführte. Kein Wunder, dass Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta Andrea-Jochner-Weiß mit „Meine Lieblingslandrätin“ begrüßte.

225 000 Euro steuerte die Regierung von Oberbayern an Zuschüssen bei und die alte Drehleiter wurde für 28 500 Euro von Magirus rückgekauft. Für die Gemeinde blieben Kosten von 321 000 Euro. So löste sich die „Schockstarre“, in die der Gemeinderat laut Asam angesichts der Neuanschaffung gefallen war, schließlich in Wohlgefallen auf. Auch wenn Kämmerer Christian Hollrieder einiges an Arbeit zu leisten hatte, bis die Finanzierung unter Dach und Fach war.

Aber für die Sicherheit der Bevölkerung ist das Geld gut angelegt, wie Feuerwehrvereinsvorsitzender Wolfgang Biehl, Asam und Jochner-Weiß unisono betonten. Und schließlich fährt die neue Drehleiter, die bereits ihre ersten Einsätze hinter sich hat, auch überregionale Einsätze, sodass der Zuschuss vom Kreis durchaus gerechtfertigt sei, wie Andrea Jochner-Weiß anmerkte. Sie hob noch einmal das immense ehrenamtliche Engagement der freiwilligen Feuerwehr hervor. Da sei es wichtig, dass die Einsatzkräfte auch adäquat ausgestattet seien.

Kommandant Klaus Straub wartete noch einmal mit Zahlen auf, bevor die Pfarrer Robert Kröpfl und Dirk Wollenweber zur Fahrzeugweihe schritten. Letzterer erntete einen Lacherfolg, als er frech den Filzstift zückte und die Bibelstelle mit dem Einweihungsspruch in Rot an das Fahrerfenster malte.

Christian Kliemann, Verkaufsleiter bei Magirus übergab schließlich den Fahrzeugschlüssel an Bürgermister und Kommandanten.

Im Anschluss hatten die Besucher noch ausreichend Gelegenheit, das neue Fahrzeug zu besichtigen und sich bei musikalischer Umrahmung durch die Knappschafts- und Trachtenkapelle am Buffet zu stärken. Dank Mitglied Paul Schilcher konnte auch noch die erste Drehleiter, die einst 27 000 D-Mark gekostet hatte, besichtigt werden. Schilcher hatte sie einst vor der Verschrottung gerettet und führt sie jetzt im Rahmen des historischen Vereins Starnberg regelmäßig zu Festzügen aus.

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