Neues Sanitätszentrum ist ein Schmuckstück

Altenstadt - Wenn die Begleitumstände mit dem baldigen Aus des Schulbetriebs nur nicht so traurig wären, denn: Für die Altenstadter Luftlande- und Lufttransportschule war am Mittwoch eigentlich Feiertag. Das neue Sanitätszentrum wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Weißblauer Himmel, Sonne pur und südländische Temperaturen von über 30 Grad: Was für einem Soldaten in punkto Belastung eher zur Normalität gehört, verlangte manchem Gast schon eine Menge Durchhaltevermögen ab. Denn: Bei den Festreden mussten sie der Sonne ohne schützenden (Rettungs-)Schirm trotzen. Doch, was es dann zu sehen gab, lohnte den Aufwand allemal. Supermodern präsentiert sich das für zirka 4,8 Millionen Euro erstellte Sanitätszentrum mit einer Nutzfläche von 1600 Quadratmetern.

2006 waren die Planungen in Angriff genommen worden, nachdem das Vorgänger-Modell gerade mal ein Viertel der Größe des jetzigen besaß Und Platz genug war auch vorhanden, zumal sich auf dem Areal bis dahin eine alte Kleinkaliber-Anlage befand. Die allerdings lag bereits Jahre brach. Oberfeldarzt Bodo Dahnke brachte es dann auch auf den Punkt: „Bei einer Personalstärke von 50 Mitarbeitern war ein Neubau dringend geboten, da sich im alten Sanitätsbereich beispielsweise zwei Ärzte einen zehn Quadratmeter großen Raum teilen mussten.“

Dagegen eröffnen sich heute paradiesische Perspektiven. So wurde ausreichend Platz für drei Allgemeinmediziner und einen Fliegerarzt im Untersuchungsbereich geschaffen. Aber auch eine Zahnärztin gehört mit eigenem Behandlungsbereich zum Team, ein weiterer Dentist könnte im Bedarfsfall noch aufgenommen werden.

Damit aber noch lange nicht genug. Geschaffen wurde auch eine Bettenstation für bis zu sechs Patienten, eine Funktionsdiagnostik mit Ergo- und Audiometrie sowie Ultraschall-Geräten. Zudem gibt es einen Bereich für physikalische Therapie. Stolz ist Oberfeldarzt Dahnke nicht zuletzt aber auch darauf, „dass kleine Eingriffe vorgenommen werden können“. Das reicht von der Kopfplatzwunde über Risswunden bis hin zur Behandlung von Abszessen oder Hautveränderungen.

Räume der Rettungskräfte für die Übungs- und Realversorgung gehören indes genauso zum Inventar wie ein kleiner Stabsbereich mit Räumlichkeiten für das Führungspersonal, Personal- und Sozialräume. Und auch ein Unterrichtsraum, der 15 Teilnehmern Platz bietet, konnte integriert werden.

Oberstarzt Dr. Karl Pecher, Chef des Sanitätskommandos, freute sich über die Einrichtung gleichermaßen für Patienten wie Personal. „Ich hoffe, dass den Mitarbeitern die Arbeit hier Spaß machen und den Patienten zum Erfolg verhelfen wird.“ Er wisse, dass Kameradschaft und Leistungsfähigkeit im Sanitätszentrum sehr gefragte Tugenden seien und mit viel Sachverstand gearbeitet werde. Und, „auch wenn wir noch kein Sanitätsversorgungszentrum haben, so ist es doch ein Sanitätszentrum mit ausgezeichneten Perspektiven“.

Oberfeldarzt Bodo Dahnke, der unter den Gästen auch Vize-Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Bürgermeister Albert Hadersbeck begrüßen konnte, leitet das neue Zentrum und führte selbst voller Stolz durch die modernen Räumlichkeiten.

Die stellvertretende Landrätin sprach derweil von einem Wechselbad - jedoch nicht nur der Gefühle. Beim Richtfest, dem sie auch schon beiwohnte, sei es saukalt gewesen, „weshalb der Rundgang sehr schnell ging“. Diesmal waren die Vorzeichen genau umgekehrt.

Andrea Jochner-Weiß sprach aber auch von „Glück und Segen, dass der Standort erhalten bleibt“. Und, „in mir schlummert noch eine kleine Hoffnung, dass das allerletzte Wort in punkto Ausbildungs-Verlagerung noch nicht gesprochen ist“.

Auch Oberst Ferdinand Baur als Standortältester freute sich, „dass wir jetzt solche Behandlungsmöglichkeiten haben“. Und auch er streifte das Thema Verlegung nach Oldenburg kurz, meinte: „Wir fühlen uns sauwohl hier, wollen hier bleiben.“

Anschließend nahmen Standortpfarrer Siegfried Beyrer, Militärpfarrer Martin Roth und die evangelische Pfarrerin Annette Dux die kirchliche Weihe vor. Ein Essen aus der Feldküche beschloss die Feierlichkeiten.

Stephan Penning

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