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Noch ist der Ofen nicht aus: Bezirkskaminkehrermeister Christian Lory hat den Überblick, wie viele ältere Kachelöfen  und Kaminöfen bis Ende 2017 umgerüstet werden müssen.

Noch ein Jahr Schonfrist für alte Öfen

Ohne Einsatz ist der Ofen aus

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Weilheim-Schongau - Bundesimmissionsschutzverordnung (BlmSchV): Ein Begriff, der so manchem Holzofenbesitzer noch die Röte ins Gesicht treiben dürfte – und das nicht wegen der behaglichen Wärme. Noch ein Jahr – bis zum 31. Dezember 2017 – läuft die nächste Frist. Dann müssen ältere Öfen nachgerüstet sein. Sonst ist der Ofen aus. Endgültig.

Er hat die Gesetze nicht gemacht. Und trotzdem ist er für viele der Überbringer der Hiobsbotschaft: Bezirkskaminkehrermeister Christian Lory aus Peiting. Es geht um den Feinstaub, den holzbefeuerte Kaminöfen in die Luft blasen. Und um die Verordnung, die der Gesetzgeber dazu erlassen hat. Wer seinen Kaminofen mit Baujahr XY nicht bis zu Datum XY feinstaubfreundlich umrüsten lässt, dem droht im schlimmsten Fall die Stilllegung der Anlage.

Eine erste Frist bei der staatlich festgelegten Übergangsregelung war bereits Ende 2013 verstrichen – ziemlich lautlos ist das Ganze damals über die Bühne gegangen. „Damals hat es nicht so viele getroffen“, weiß Lory. Es ging um Kaminöfen, die vor 1974 gebaut worden waren. Von 2500 Haushalten, die Lory betreut, müssen zirka 1500 noch umrüsten.

Aber: Die neue Frist, die Ende 2017 ausläuft, „die trifft viele“. Denn: Zwischen 1975 und 1985 – diese Ofen-Baujahre sind betroffen – „sind nicht nur in Peiting viele Kachelöfen und Einzelfeuerstätten gebaut worden“. Ein Trend, der damals bereits kostspielig war und Ofenbesitzer jetzt wieder tief in die Tasche greifen lässt: Das Nachrüsten kostet eine ganze Stange Geld – ein paar tausend Euro müssen eingeplant werden. Je nach Ofenfabrikat.

Ganz konkret geht es bei der zweiten Frist um Kachelöfen und Schwedenöfen. Ausgenommen sind von der Regelung Grundöfen, Herde und antike Öfen. Außerdem Öfen in Häusern, die keine Zentralheizung haben.

Zur Nachrüstung mit einem Filter gibt es laut Lory kaum eine Alternative. „Man könnte auch durch eine Messung nachweisen, dass man die vorgegebenen Werte einhält.“ Zum einen ist diese Messung sehr teuer, kostet einige hundert Euro. Zum anderen „gibt es kaum Aussichten auf Erfolg“.

Und so läuft das Umrüsten des Ofens: Bei einem Kachelofen ist der Feuerraum großteils auf Schienen verbaut. „Der wird mit relativ geringem Aufwand herausgezogen.“ Es wird ein Einsatz eingebaut, der die vorgegebenen Werte einhält. Kostenpunkt: rund 3000 Euro.

Wer einen Einsatz nachrüsten lassen muss, der könnte Glück haben: „Es tut sich da vielleicht was in Sachen Fördermittel“, macht Lory Hoffnung. Hier sei gerade einiges im Umbruch.

Übrigens: Drücken kann sich vor dem Umrüsten keiner. Die Kaminkehrer überprüfen im Rahmen der Feuerstättenschau im Schnitt alle dreieinhalb Jahre jeden Ofen. „Wir haben deshalb natürlich auch Akten, welcher Ofen wann umgerüstet werden muss“, so Lory.

Wer die Frist Ende 2017 verstreichen lässt, der muss damit rechnen, dass Name und Feuerstätte dem Landratsamt gemeldet werden, das letztlich für die endgültige Umsetzung der Verordnung zuständig ist. Lory: „Die allerletzte Konsequenz wäre Abklemmen.“

Kleiner Trost: Das Umrüsten bringt auch aus wirtschaftlicher Sicht einen Nutzen für den Ofenbesitzer: 30 bis 40 Prozent Holz kann eingespart werden, und die Abbrandphase ist länger. „Einige haben schon umgerüstet und der überwiegende Teil ist sehr zufrieden mit dem neuen Kamineinsatz.“

Wer nachrüsten muss, kann sich damit an einen Ofen- oder Heizungsbauer wenden. Mit Rat und Tat zur Seite steht auch der Kaminkehrer.

Diese Fristen gelten für das Umrüsten von Kachelöfen und Kaminöfen:

Baujahr: 1. Januar 1975 bis 31. Dezember 1984: Muss bis zum 31. Dezember 2017 nachgerüstet sein.

Baujahr: 1. Januar 1985 bis 31. Dezember 1994: Muss bis 31. Dezember 2020 nachgerüstet sein.

Baujahr. 1. Januar 1995 bis 21. März 2010: 31. Dez. 2024.

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