Ute Fichtl-Lankes lauschte der Diskussion teils schmunzelnd, teils aber auch Kopf schüttelnd. foto: spe

Nur noch eine Firma im Gewerbegebiet

Hohenfurch - Das Gewerbegebiet Hoheneggstraße in Hohenfurch wird aufgelöst. Darauf einigte sich der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Künftig wird das Areal als Mischgebiet geführt.

Einher mit der damit notwendigen Änderung des Flächennutzungsplans war eine Änderung des Bebauungsplans gegangen. Beidem erteilte der Gemeinderat seinen Segen. Jetzt sollen die Bürger und die Träger öffentlicher Belange noch gehört werden, wozu die Pläne von der Verwaltung ausgelegt werden. Pläne, die Architekt Dietmar Hörner gefertigt hat.

Bei der Sitzung machte der dann auch deutlich, dass durch den Wegfall einer gewerblichen Zeile, „die heute komplett zum Baugebiet gehört“, ein Gewerbegebiet an und für sich nicht mehr existiere. Auch ein von den Eheleuten Fichtl, die auf dem Areal ein Austragshaus für die Eltern erstellen wollen, in Auftrag gegebenes Schallgutachten stützt Hörners Theorie. Demzufolge gibt es in dem Holzbetrieb zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens keinen gewerblichen Betrieb und somit auch keinen unvertretbaren Lärm.

Dietmar Hörner gab dem Gemeinderat mit auf den Weg, dass die Auflösung des Gewerbegebiets auch eine Chance sei. „Sie lösen ein Gebiet auf und können dafür möglicherweise an anderer Stelle wieder aktiv werden.“ Zur Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan meinte der Architekt: „Wir haben versucht, ein gutes Mittelding zu finden, nicht zu sehr herumzuwurschteln.“

Das sah auch Bürgermeister Guntram Vogelsgesang so, der meinte, „dass wir dem Ehepaar Fichtl ermöglichen wollten, ein Haus auf ihrem Grundstück zu bauen, im Zuge der Gleichbehandlung aber ausschließen wollten, dass dort noch weitere Häuser entstehen.“

Dies hatte auch in der Diskussion Sieglinde Schuster (SPD) gefordert, die nachdrücklich darauf pochte, „dass wegen der Gleichbehandlung kein weiteres Haus dort entstehen darf“. Und weiter: „Wie dürfen hier keine Ausnahme zulassen.“ Ute Fichtl-Lankes hörte aufmerksam zu, schmunzelte oder schüttelte den Kopf.

Architekt Hörner blickte derweil schon mal in die Zukunft, sagte: „Sollte es irgendwann zur kompletten Betriebsaufgabe kommen, wird das Gebiet vermutlich reines Wohngebiet.“

Festgehalten wird im Plan zudem, dass bei Einzelhäusern maximal zwei Geschosse zulässig sind, nicht aber eine Vergnügungsstätte. Der Kniestock darf eine maximale Höhe von 1,60 Metern nicht übersteigen, die Mindest-Grundstücksgröße muss 700 Quadratmeter betragen. Garagen und sonstige Nebenanlagen sind sowohl innerhalb wie auch außerhalb der Baugrenze zulässig. Gewählt werden darf zudem zwischen Sattel- und Walmdach. Die Garage muss einen Mindestabstand von fünf Metern zur straßenseitigen Grundstücksgrenze aufweisen.

Was die Grünflächen angeht, so ist pro 250 Quadratmeter Fläche ein Baum zu pflanzen. Thuja- und Bambushecken sowie Scheinzypressen sind verboten. Am Ende fiel die Entscheidung für den Flächennutzungs- und den Bebauungsplan einstimmig.

Stephan Penning

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