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Julian Haggenmiller (Bildmitte) erhielt von Kammerpräsident Franz Xaver Peteranderl (rechts) die Auszeichnung. Links Regierungspräsidentin Brigitte Brunner.

elektroniker für maschinen- und Antriebstechnik

Oberbayerns Bester kommt aus Altenstadt

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Großer Erfolg für Julian Haggenmiller aus Altenstadt: Bei der Gesellenprüfung, die er vor der Handwerkskammer München und Oberbayern ablegte, belegte er Platz eins, darf sich ab sofort Oberbayerns bester Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik nennen

Acht Stunden hatte der 21-Jährige Zeit für sein Gesellenstück, gebraucht hat er letztlich nur sieben. „Dabei hatte alles ziemlich ungünstig angefangen“, blickt er zurück. Bei der Planung mit Zeichnung verspekulierte er sich infolge Aufregung am Anfang nämlich, musste deshalb noch mal von vorn beginnen. „Das hat mich etwa eine halbe Stunde gekostet, die ich letztlich später gestartet bin als meine Konkurrenten.“ Viel ausgemacht hat es aber nicht, denn: Bei der praktischen Arbeit hat er die verlorene Zeit locker wieder reingeholt, brauchte eineinhalb Stunden weniger als die veranschlagten fünf.

Gefordert war, in einen Stator (Bauteil eines Elektromotors) Kupferspulen einzulegen, ihn zu verschalten und einzubandeln. Sinn der Sache ist, dass auf diese Weise ein elektromagnetisches Feld aufgebaut wird, wodurch sich beispielsweise ein Rotor bewegen kann, der etwas antreibt (Beispiel Kreissäge).

Vorausgegangen waren seinem Gesellenstück dreieinhalb Jahre Lehrzeit bei der Firma Jenoptik in Altenstadt. Und in dieser Zeit wurde auch viel im Vorfeld für die Prüfung geübt. „Da wir nicht wussten, was drankommt, habe ich mit meinem Ausbilder in der Firma alles Mögliche durchgespielt und geprobt.“ Ausbilder Rudolf Kögel ist daher auch mächtig stolz auf seinen Ex-Lehrling, war der Erste, der ihm im Betrieb gratuliert hat. Gegenüber unserer Zeitung sagt Kögel: „Wir legen viel Wert auf eine fundierte Ausbildung und hatten auch in der Vergangenheit deshalb schon einige herausragende Ergebnisse und Auszeichnungen.“

Wie aber ist Julian Haggenmiller überhaupt zu Jenoptik gekommen? „Ich war in der Schule (Pfaffenwinkel-Realschule Schongau, d. Red.) sprachlich nicht so begabt, hatte aber von Anfang an großes Interesse an Physik. Speziell Elektrotechnik hat mir eine Menge Spaß gemacht.“ Und weil er sich bei einem Betrieb in der Nähe bewerben wollte, lag für den gebürtigen Schwabsoier, der erst vor Kurzem mit seiner Freundin in Altenstadt zusammengezogen ist, vergleichsweise nah, sich bei Jenoptik zu bewerben. „Zumal ich jetzt nur noch ein paar Meter bis zum Arbeitsplatz habe und deshalb auch aufs Auto verzichten kann.“

Wie es weitergehen soll, darüber ist sich Haggenmiller noch nicht ganz im Klaren. Er geht aber davon aus, „dass ich noch Post bekommen werde, um mich auch auf bayerischer Ebene dem Wettbewerb zu stellen.“ Privat richtet Julian übrigens „ab und zu schon mal die Lichtmaschinen in Autos von Freunden und Bekannten her. Dafür verlange ich aber nichts.“

In nächster Zeit, so Julian Haggenmiller, wolle er erst mal Berufserfahrung als Geselle sammeln, danach aber höchstwahrscheinlich auch noch den Meister machen. Vorher könnte er sich aber durchaus auch noch eine Beschäftigung im Ausland vorstellen. „Bei uns im Betrieb werden öfter mal Mitarbeiter gesucht, die ein Projekt in einem anderen Land betreuen wollen und dafür einige Monate außer Landes sind“, berichtet er.

Und auch die entferntere Zukunft hat er schon mal durchgespielt. „Selbstständigkeit wäre nicht schlecht, aber vorher muss ich erst mal sehen, wie sich alles entwickelt.“ Weshalb auch noch ungewiss ist, ob er noch studieren möchte. Mit Erlangung des Meisterbriefs hätte er nämlich das fachgebundene Abitur.

Vorher will er sich aber erst einmal darüber informieren, „ob in München überhaupt eine Meisterklasse zusammenkommt“. Eins ist aber jetzt schon klar: Die endlosen Fahrten zur Berufsschule nach Pfarrkirchen nahe Eggenfelden, bei denen es 250 Kilometer zurückzulegen galt, sind endlich Geschichte. „Da hatten wir alle vier Wochen eine Woche Blockunterricht. Das war manchmal recht nervig.“

Beim Festakt in München wurden übrigens nicht nur über 80 Kammersieger gekürt und mit Urkunden bedacht, sondern auch besondere Ausbilder und Ausbilderinnen. Und zum Abschluss gab’s für alle auch noch ein zünftiges Weißwurst-Frühstück.

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