Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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250 Sorten Äpfel und Birnen aus dem Pfaffenwinkel waren bei der Obstausstellung zusammengetragen worden.

Große Obstausstellung in Peiting

„Das ist ein Wettlinger Taubenapfel!“

Peiting - Zum 90. Vereinsjubiläum des Peitinger Gartenbauvereins veranstaltete der Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege eine Obstausstellung in der Schloßberghalle. Als Attraktion konnten Besucher unbekannte Apfel- und Birnenarten bestimmen lassen.

Georg Loferer schaut den rot-grünen Apfel in seiner Hand kritisch an und riecht daran. Fragt den Besitzer nach dem Alter seines Apfelbaums, wie viel er trägt, wie lange die Äpfel haltbar sind. Dann setzt er das spitze Messer an und seziert die Frucht sozusagen. Vorsichtig wird der Apfel in zwei Hälften geteilt, das Gehäuse herausgeschält, die Kerne freigelegt. Schließlich drei Schnitze abgetrennt, von denen er je einen an seine Nachbarn rechts und links weiterreicht und einen selbst in den Mund schiebt. Kauen, schmecken, Kopfnicken. „Ein süßer Apfel“, urteilt der Rosenheimer Pomologe (Obstbaumkundler) und sieht durch den Geschmack seinen „Anfangsverdacht“ bestätigt: „Das ist ein Wettlinger Taubenapfel!“ Seine Kollegen Martin Lehner aus Peißenberg und Hanna Buchhierl aus München vom Arbeitskreis Pomologie nicken zustimmend. Buchhierl trägt den Namen des Besitzers und die Apfelsorte in eine Liste ein.

Fachleute bei der Arbeit: Martin Lehner aus Peißenberg (.) und Pomologe Georg Loferer aus Rosenheim.

Hier werden Gartenfunde, sprich Apfel- und Birnensorten, deren Namen die Besitzer nicht wissen, bestimmt. Fachmann Georg Loferer hat aber noch ein anderes Anliegen. Er arbeitet an einem zwei Jahre dauernden Forschungsprojekt über Obstsorten im Voralpenland und ist auf der Suche nach seltenen oder vergessenen Obstsorten. Interessante Früchte werden sorgsam eingetütet und mit Fundort und Besitzernamen an das Kompetenzzentrum Obstbau am Bodensee geschickt, um dort eingehend untersucht zu werden.

Dörrbirnen werden mitgenommen

In Peiting hat er auch schon einen sehr interessanten Fund gemacht. Johanna Köpf aus Rottenbuch hatte ihm eine Handvoll kleiner Birnen, so genannte Dörrbirnen auf den Tisch gelegt. „Die tät ich gerne mitnehmen“, meint Loferer. Birnen sind auch deshalb spannend, weil es kaum jemanden gibt, der sich damit auskennt.

Bis Mittag haben Georg Loferer und seine Mitstreiter bereits rund 20 Anfragen mit jeweils bis zu fünf verschiedenen Sorten bearbeitet, während Obstbaumbesitzer geduldig Schlange stehen. Wer es eilig hat, kann das Obst auch einfach da lassen. Ein Tisch füllt sich stetig mit Tüten. Jede Menge Arbeit für die Obstkundler.

Wie viel Kilo Apfel in Form von Schnitzen Georg Loferer an so einem Bestimmungstag verspeist, kann er nicht sagen. Tatsache ist aber, dass in vielen Gärten Bäume stehen, von denen keiner weiß, wie sie heißen. „Die Fehlerquote in Baumschulen beträgt zwischen 20 und 50 Prozent“, erzählt Loferer. Schuld sind Veredelungen wie am Fließband und mit Saisonarbeitern, die schon einmal Schilder verwechseln. „Hildesheimer Goldrenette“, „Holsteiner Zitronenapfel“, „Schöner aus Gebenhofen“ – Loferer kennt sie alle. Zur Not zieht er Bestimmungsbücher zu Rate.

Allerdings lassen sich einige Früchte nicht eindeutig zuordnen. Das liegt erstens am schlechten Apfeljahr, das den Früchten auch optisch zugesetzt hat, andererseits daran, dass nur ein Exemplar zur Verfügung steht. Zu einer richtigen Bestimmung braucht es mindestens vier. „Viele Apfelbäume haben heuer während der Blütezeit einen Frost abgekriegt und gar nicht getragen“, erzählt Heike Grosser, Geschäftsführerin des Kreisverbands für Gartenkultur und Landespflege. Trotzdem ist es gelungen, rund 250 Sorten aus dem Pfaffenwinkel zusammenzutragen und alphabetisch geordnet zu präsentieren. Hier können sich Besucher informieren, in die Hand nehmen, an den Früchten riechen.

Dass es ohne Bienen gar kein Obst gäbe, daran erinnerte Wolfgang Turansky, Vorsitzender vom Imkereiverein, in dessen Ausstellung alles über die Gewinnung von Honig zu sehen war, einschließlich dem Verkauf des fertigen Produkts. Zudem konnte man das Gewicht einer vollen Honigwabe schätzen oder beim Honig-Quiz mitmachen.

Ursula Fröhlich

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