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In der Einsatzzentrale der Schongauer Feuerwehr verfolgten Uwe Wieland (r.) und Daniel Mertl die Sturm-Geschehnisse.

Orkan im Schongauer Land

Umgestürzte Bäume und Stromausfälle durch „Burglind“

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Während Sturmtief „Burglind“ am Mittwoch in ganz Deutschland mit orkanartigen Böen über das Land fegte, zum Teil für Überschwemmungen und große Schäden sorgte, blieb es um Schongau herum schadensmäßig auffallend ruhig. Es gab nur einige umgestürzte Bäume und Stromausfälle.

Weilheim-Schongau – „Alles ist glimpflich an uns vorübergegangen“, sagt Gruppenführer Uwe Wieland und hämmert noch ein „toi, toi toi“ auf die Holzplatte des Regietisches in der Einsatzzentrale der Feuerwehr Schongau. Mit Wieland saß Jugendwart Daniel Mertl vor den Monitoren und verfolgte die Wetterentwicklungen im Schongauer Land.

Doch da gab es wenig Auffälliges. Mehrere Bäume unter anderem in Hohenpeißenberg und Böbing hielten dem Unwetter nicht stand. Bis 15 Uhr meldete die Kreisbrandinspektion Weilheim-Schongau sieben Fälle, in denen die Feuerwehren zu auf Straßen gefallenen Ästen und umgestürzten Bäumen ausrücken mussten. Zu den größten Behinderungen kam es auf der B 2 am Hirschberg: Da mehrere große Bäume auf die Straße gestürzt waren, bildende sich ein großer Verkehrsstau. Straßenmeisterei und Feuerwehr waren rund eineinhalb Stunden mit der Entfernung der Bäume beschäftigt, so ein Sprecher der Polizei Weilheim. Die Polizei sicherte die Straße.

An den Außenbereichen des Schongauer Lands fiel dagegen bei tausenden Haushalten der Strom aus. „Ursache waren stets Bäume oder Äste, die auf Stromleitungen gefallen sind“, sagte Lechwerke-Sprecher Ingo Butters. Ungefähr zwischen 9.30 und 10.15 Uhr war aus diesem Grund in knapp 1300 Haushalten in Apfeldorf und Rott der Strom weg, von 10.45 bis 11.20 Uhr waren etwa 1000 Haushalte im Bereich Vilgertshofen/Thaining betroffen. Am längsten dauerten die Störungen rund um Rettenbach am Auerberg bis hin nach Marktoberdorf, dort blieben die Lichter in insgesamt 1500 Haushalten zwischen 11.30 und 13 Uhr aus, so Butters. „In einigen Weilern rund um sowie in Tannenberg kann es auch noch länger gedauert haben“, sagte der Lechwerke-Sprecher.

Während Mitarbeiter vor Ort geschickt werden, versuche man in solchen Situationen stets, die Stromnetze umzulegen und die Ausfälle so gering wie möglich zu halten, sagte Butters. Das gelinge mal besser, mal schlechter, was die unterschiedliche langen Ausfallzeiten erkläre.

Laut Alfred Messmer, Wetterbeobachter beim Deutschen Wetterdienst auf dem Hohen Peißenberg, erreichte der Sturm gegen 10.30 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 133 Stundenkilometern Orkanstärke. „Außergewöhnlich an diesem Sturm war aber nicht dieser Höchstwert, sondern vor allem die permanent hohe Windstärke, die sich bis in den frühen Nachmittag hinein hielt“, erklärt der Wetterbeobachter. Während der Spitzenwert mit Stärke 12 nur kurze Zeit anhielt, wurde bis Mittag durchgehend Windstärke 8 gemessen. Begleitet wurde das Tief von vereinzelten Gewittern, Regen- und Schneeschauern.

Weitere Sturmböen sind in den nächsten Tagen nicht mehr zu befürchten: Wie Messmer vom Wetterdienst erklärt, werden keine Unwetter mehr erwartet. Durch die neu gezogene Kaltfront halten sich die Temperaturen bei null Grad. 

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