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Der Unfallort in Peiting-Hausen: Dort, wo der Onkel der Schwerverletzten, Josef Schlögel jun., steht, wurde am Samstagmittag die Elfjährige angefahren.

Ortsdurchfahrt Peiting-Hausen

Elfjährige bei Unfall schwer verletzt

Peiting – Bei einem Unfall ist am Samstag gegen 11.45 Uhr eine Elfjährige im Peitinger Ortsteil Hausen schwer verletzt worden. Hätte der Autofahrer, ein Weilheimer (51), nicht schon zuvor stark abgebremst, wäre es noch schlimmer ausgegangen.

Der Peitinger Ortsteil Hausen steht wegen seiner schwierigen Verkehrslage schon lange im Fokus. Die Bewohner hatten deshalb auch bereits an die Staatsregierung appelliert, einer Temporeduzierung auf 50 km/h zuzustimmen. Aus München hieß es dazu jedoch abschließend, dass die Hausener mit dem Ist-Zustand (60 Stundenkilometer) zufrieden sein könnten – eigentlich könne man dort auch Tempo 100 verantworten.

Für die Elfjährige wäre in dem Fall wohl jede Hilfe zu spät gekommen, wie ihr Opa Josef Schlögel erklärt. Und der nimmt den Unfallverursacher ausdrücklich in Schutz. „Er hat noch gebremst und damit vermutlich weit Schlimmeres verhindert“, sagt er.

Fakt ist, dass die Elfjährige und ihre neunjährige Cousine am Samstag die Straße überquerten, weil sie vom Wohnhaus des Opas zu den gegenüberliegenden Stallungen wollten. Dabei passierte es dann. Das Ergebnis: Die Ältere brach sich das Schien- und das Wadenbein, musste mit offenen Brüchen nach Kaufbeuren gebracht werden, nachdem die durch die Schreie ihrer Tochter aufmerksam gewordene Mutter den Notarzt verständigt hatte. Und der schlug Kaufbeuren oder Garmisch vor, weil beide Kliniken auf die Behandlung von Kindern spezialisiert sind. Das Mädchen wurde noch am Samstag operiert und muss jetzt einige Wochen im Krankenhaus bleiben.

Die neunjährige Cousine unterdessen konnte sich bis gestern noch nicht zum Unfall äußern, den sie direkt miterlebt hatte. „Sie hat einen schweren Schock erlitten“, sagt dazu Josef Schlögel.

Angst, dass den Kindern beim Überqueren der Straße etwas passieren könnte, hatten Eltern und Großeltern bis jetzt nie. „Die Jüngere hätten wir sicher nicht so allein über die Straße gelassen, aber die Ältere besucht das Schongauer Gymnasium und gilt als ausgesprochen zuverlässig und vernünftig.“

Befragt zum Fahrverhalten der Autofahrer, die durch Hausen kommen, sagt er: „80 bis 90 Prozent sind vernünftig, aber Unbelehrbare gibt es immer.“ Wozu auch diejenigen gehören, die nachts dort Rennen veranstalten. „Wenn wir gegen halb zehn aus dem Stall kommen, sind die manchmal mit einem Wahnsinns-Tempo unterwegs.“ Völlig problemlos sei es nur, „wenn das Radargerät dort steht. Dann fahren alle auffällig langsam."

Stephan Penning

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