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Sieben zusätzliche Parkschein-Automaten werden in der Altstadt aufgestellt.

Parkgebühren in Altstadt

Erst kostenlos, dann ein Euro pro Stunde

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Schongau - In mehreren Etappen ist das neue Schongauer Parkraumkonzept für die Altstadt beschlossen worden. Am Dienstagabend folgte im Stadtrat der letzte Schritt: die Gebührenordnung. Nach der überall kostenfreien Stunde wird künftig jede weitere Stunde einen Euro kosten.

Die Park-Revolution in Schongaus Altstadt hat endgültig ihren letzten Schritt getan. Wie berichtet, wird es künftig statt bisher acht nur noch zwei Zonen geben, es wird also viel übersichtlicher. In einer Zone ist die (kostenlose) Höchstparkdauer eine Stunde, in der anderen kann gegen Gebühr länger geparkt werden. Doch wie hoch soll die sein? Darum ging es jetzt im Stadtrat.

Wirtschaftsförderin Yvonne Voigt hat einige zentrale Punkte, die mit den Gebühren erreicht werden sollen. Darunter fällt vor allem, die Parkplätze außerhalb der Stadt attraktiver für Dauerparker und das beliebte Nachlösen unattraktiver zu machen. Nicht zuletzt sollen auch dem Haushalt, der durch die kostenlose Parkstunde 80 Prozent der rund 130 000 Euro Einnahmen verliert, eine gewisse Basis erhalten werden. Deshalb war für Voigt der derzeitige Preis von 50 Cent pro Stunde parken nicht haltbar. Zwar gibt es künftig keine Parkscheiben mehr. Doch wenn die betreffenden Parker ihre Gewohnheiten beibehalten und, statt alle zwei Stunden nachzudrehen, sich alle zwei Stunden einen neuen Parkschein holen, würden sie (wegen der kostenlosen ersten Stunde) für zwei Stunden nur 50 Cent zahlen, für den ganzen Tag nur zwei Euro – dann wäre es für Dauerparker zu attraktiv.

Unattraktiver für Dauerparker

Deshalb schlug Voigt einen Euro für jede weitere Stunde vor. Nach der kostenfreien Stunde würden also beispielsweise vier Stunden drei Euro und sieben Stunden sechs Euro kosten – wobei es auch ein Tagesticket für fünf Euro und ein Halbtagesticket für zwei Euro geben soll. Voigt hätte gerne auch vergünstigte Jahrestickets ausgegeben, „aber dafür ist die potenzielle Nachfrage angesichts des knappen Parkplatz-Angebots selbst bei streng begrenzten Personenkreisen zu groß“. Dass sich jemand die Mühe macht, künftig jede Stunde einen neuen Parkschein zu ziehen und so kostenlos den ganzen Tag stehen kann (was theoretisch möglich wäre), glaubt Voigt nicht: „So etwas ist sehr selten, wir haben uns da informiert. Da dürften auch die Arbeitgeber irgendwann nicht mehr mitspielen, wenn jemand jede Stunde verschwindet.“

Weil Voigt als erklärter Fan des Handy-Parkens diese Bezahlart vorantreiben will, bei der man beispielsweise bequem aus dem Café heraus die Parkdauer verlängern kann, ohne zum Automaten zu gehen, wird das günstiger angeboten – es kostet nur 80 Cent pro Stunde. Zwar kommen noch je nach Anbieter zwölf bis 19 Cent Gebühr dazu, doch insgesamt wird es trotzdem billiger.

Handy-Parken ist etwas günstiger

„Das ist sehr gut durchdacht“, lobte Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD). Doch die Unterschiede bei den Preisen von normalem und Handy-Parken machten Michael Eberle (CSU) Sorgen: „Je einfacher, desto besser.“ Unterschiede würden nur stören. Voigt beruhigte ihn, dass die Info an den jeweiligen Automaten sehr übersichtlich gehalten sei. „Es stehen nur die normalen Tarife dort und der Zusatz, dass das Handy-Parken eventuell günstiger ist.“ Außerdem werde man noch eine Info-Broschüre erstellen, in der alles ausführlich drinsteht und die an alle Schongauer Haushalte und Unternehmen verteilt werden soll.

Der Beschluss für die Ein-Euro-Gebühr fiel einstimmig, die anderen, wie das günstigere Handy-Parken, mit großer Mehrheit – und auch die Einführung eines neuen Anwohner-Parkausweises. Der bisherige für 30 Euro pro Jahr bleibt zwar bestehen, gilt aber nicht mehr tagsüber für die Tiefgarage. Wer dieses Angebot nutzen will, muss künftig 60 Euro pro Jahr bezahlen. So will die Stadt das immense Defizit der Tiefgarage zumindest etwas abmildern.

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