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Zwei Monate früher: Der Messie hinterließ einen gewaltigen Müllberg. Darunter tummelte sich das Ungeziefer.
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Noch immer nicht fertig: Karl Baier werkelt jeden in seinem Anbau. Noch rund einen Monat wird es seiner Meinung nach dauern, bis der Raum wieder bewohnbar ist.
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Langsam wird der Raum wieder wohnlich: Die Messiewohnung nach der Renovierung.
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Das Bad konnte nur noch mit Schutzmaske betreten werden, so hatte es gestunken.
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Nach etlichen Putzdurchgängen ist der Geruch wieder erträglich.

Wohnung vom Müll befreit 

Fünf Tonnen Müll und 600 Bierflaschen

Die stinkenden Müllberge sind abgetragen, der Unrat ist entsorgt, aber der Muff hängt noch immer in der von einem Messie verunstalteten Peitinger Wohnung. Seit zwei Monaten ist der Eigentümer am Aufräumen und Renovieren. Dabei hat er eigentlich ganz andere Sorgen.

Peiting – Karl Baier (73) pendelt in diesen Tagen zwischen seinem Haus in Peiting und dem Schongauer Krankenhaus. Seine Frau Waltraud (80) hat poröse Knochen und starke Schmerzen. Es geht ihr schlecht: „Wir werden eine Pflegekraft benötigen“, sagt ihr Mann. Diese soll dann in den Anbau einziehen, den das Ehepaar unwissend drei Jahre an einen Messie vermietet hatte (wir berichteten).

Der alleinstehende Mann, der nach seinem Auszug in Herzogsägmühle untergekommen sein soll, hatte dem Ehepaar Baier den blanken Horror hinterlassen. Den Baiers blieb nichts anderes, als einen Container zu bestellen und alles wegzuwerfen. Der Container war am Ende randvoll mit versifften Matratzen, Prospekten und Zeitungen, verschimmelten Lebensmitteln und anderem ekelerregendem Unrat samt Ungeziefer. Fünf Tonnen Müll waren es am Ende, schätzt Baier. Die leeren Pfandflaschen hat der Rentner einzeln gesammelt, 600 Stück seien es gewesen. Für sie gab es zumindest noch ein bisschen Geld.

Der Müll war nicht das einzige Problem: Der Kanal unterm Haus musste gespült werden, weil der Mieter „alles ins Klo geschmissen hat“, berichtet Baier, der auch mit Grausen an das verdreckte Bad und die Küchenzeile zurückdenkt. Bekannte und Kollegen haben mit angepackt. „Und die Schwester meiner Frau hat viel geputzt“, lobt der Schwager. So wurde die Instandsetzung nicht ganz so teuer wie befürchtet.

Dennoch hat der Messie den Baiers ein gewaltiges Loch in die Haushalt-Kasse gerissen: Vor seinem Auszug im Februar hatte der Mann schon ein halbes Jahr lang keine Miete mehr bezahlt; fürs Aufräumen und Streichen hat Baier jetzt nochmal 3500 Euro ausgegeben müssen. Rechnet man den Mietausfall in diesem Jahr dazu, klafft ein Loch von insgesamt 6500 Euro. Ein kleiner Trost: 1000 Euro sind den Baiers gespendet worden. „Die waren auf einmal auf dem Konto, ich bin gleich zur Marktgemeinde, um mich zu bedanken“, erinnert sich der 73-Jährige. Er war sich sicher, dass das Geld von der Gemeinde Peiting kam. Doch damit lag er falsch: Die Spende stammte von einem Geschäftsmann aus Weilheim, der durch die Zeitung auf den Fall aufmerksam geworden war. Die Baiers sind ihm sehr dankbar, von der Gemeinde sei er dagegen „etwas enttäuscht“, sagt der Rentner.

Er hofft, dass seine Frau bald aus dem Krankenhaus zurückkommt und es mit dem Einzug der Pflegekraft klappt. Vermieten möchte er den Anbau nicht mehr: „Mich haben schon viele Leute danach gefragt, aber im Moment habe ich die Schnauze voll.“

Jörg von Rohland

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