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Der Peitinger AWO-Kindergarten „Waldmäuse“ an der Münchener Straße.

kindergarten waldmäuse

Trägerschaft: Gemeinde bietet AWO Deal an

Peiting - Gemeinde und Gemeinderat bieten der AWO einen Deal an. Das für Kinder und Eltern schlimmstmögliche Szenario, dass die AWO sich innerhalb der nächsten Monate aus der Trägerschaft des Kindergartens „Waldmäuse“ an der Münchener Straße zurückziehen könnte, soll so abgewendet werden.

Es sieht nach einer Lösung aus. Nach einer guten Lösung. Gemeinsam habe man nach einer Möglichkeit gesucht, „das Dilemma so gut wie möglich abzufedern“, formuliert es Bürgermeister Michael Asam. Mit dem Kompromissvorschlag, für den Gemeinde und CSU-Fraktionschef Peter Ostenrieder verantwortlich zeichnen, können sich die Räte mehrheitlich anfreunden. So hat es eine Telefon-Umfrage gestern Vormittag ergeben. Die hatten sich am Montag mehrheitlich hinter die einheitliche Regelung für alle Kindergarten-Träger gestellt. Eine Regelung, die die AWO nicht mittragen will und kann. Und damit raus wäre. Schon zum kommenden Kindergartenjahr, das bereits in einem halben Jahr beginnt.

Der Kompromiss-Vorschlag für das kommende Kindergartenjahr 2016/17: Die Arbeiterwohlfahrt führt die Trägerschaft für die „Waldmäuse“ erstmal zu den Bedingungen der Gemeinde fort. Die zehn Prozent des Kindergarten-Defizits, das die AWO dann übernehmen müsste, finanziert der AWO-Ortsverein. Der wiederum könnte einen Förderverein für den Kindergarten unter seinem Dach gründen, so das Defizit finanzieren. Die Rede ist von zirka 3000 bis 4000 Euro im Jahr.

Unklar war gestern, ob sich der AWO-Bezirksverband auf den Deal einlassen kann, der ein Jahr Luft bringt, um die Dinge in Ruhe zu regeln. Kann sich die AWO auch langfristig auf das Fördervereins-Modell einlassen, ist der Nervenkrieg um die Trägerschaft vom Tisch. Lehnt die AWO auf lange Sicht ab, ist Zeit gewonnen, um für den Kindergarten an der Münchener Straße in Ruhe einen neuen Träger zu finden.

Alle haben gewonnen

Gewonnen hätten dadurch alle – auch der Gemeinderat, der damit nicht sein Gesicht verliert. Vielmehr bleibt es bei dem Beschluss, der bereits im Februar 2015 gefasst worden war. Und auch die Rechtsaufsichtsbehörde hätte nichts zu meckern: Die Gemeinde hält sich daran, künftig alle Träger gleich zu behandeln. Alle Träger übernehmen zehn Prozent des Kostendefizits selbst. Ausnahmslos.

Jetzt ist es also am AWO-Bezirksverband selbst, der Lösung auf dem Silber-Tablett einfach nur zuzustimmen, und damit Eltern und Kindern für ein Jahr, oder besser, viele Jahre, ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Tatsächlich arbeitet die AWO nämlich schon das ganze Jahr als vertragsloser Träger. Einem ersten Gespräch im Juli 2014 waren etliche Kontakt- und Lösungsversuche seitens der Gemeinde erfolgt. Die waren allerdings immer ins Leere gelaufen. Dass die Katastrophe, jetzt zum denkbar schlechtesten Zeitpunk, nämlich pünktlich zur Einschreibung, über die Einrichtung hereingebrochen ist, das ist das Ergebnis von eineinhalb Jahren erfolglosem Hin und Her.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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