Gumpen-Biber schlägt wieder zu

Peiting - Das Phantom vom Peitinger Gumpen hat wieder zugeschlagen. Angeknabberte Bäume, große Äste im Wasser - nur ein Biber kann solche Schäden anrichten.

Bürgermeister Michael Asam stöhnt, wenn er an den Gumpen-Biber denkt. Ist es eine ganze Familie, die es sich an dem idyllischen Kleinod gemütlich gemacht hat? Oder nur ein Lauser, der sein Unwesen treibt?

„Der Biber ist zwar ein possierliches Tierchen, aber man muss auch sagen, dass er den Gumpen verwüstet.“ Ein Dilemma, das den Rathauschef umtreibt. Denn auch die umliegenden Nachbarn beschweren sich ständig über Schäden in ihren Gärten. Weil auch vor denen der Biber keinen Halt macht. „Ich verstehe gut, dass einen das ärgert, wenn die mühsam aufgezogenen Obstbäume angenagt werden“, so der Bürgermeister.

Darum will Asam auch noch einmal beim Landratsamt vorsprechen. Auch woanders würden die Nager zum Abschuss freigegeben - weil es einfach zu viele gibt. „Warum soll das bei uns nicht möglich sein?“ Schon einmal wurde eine Genehmigung erteilt, aber kurz darauf wieder zurückgenommen, „weil der wirtschaftliche Schaden laut Behörde einfach nicht groß genug ist“. Dennoch könne es so nicht weitergehen, betont Asam.

Der Gumpen werde regelrecht verwüstet. Zwar hätten die Bauhof-Mitarbeiter schon viele Bäume mit Draht-Ummantelungen gesichert, „aber wir müssen wohl nochmal ran“.

Das empfiehlt auch der neue Biber-Berater für die Gegend, Gerhard Schauberger. „Teilweise wurde der Draht nicht ganz unten am Baum angebracht und ist damit nutzlos.“ Denn dann kommt der Biber von unten trotzdem ran. Schäden in den Anwohner-Grundstücken hätte er bei seiner letzten Visite vor rund zwei Wochen nicht gesehen, „es hat sich meines Wissens auch keiner bei der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt beschwert“. Auch an ihn persönlich habe sich noch kein Peitinger gewandt. Er könne den Nachbarn am Gumpen nur raten, Maschendrahtzaun um ihren Garten zu ziehen. „Den mag der Biber nicht.“

Gesehen hat Schauberger das Nagetier allerdings auch noch nicht. „Aber an den Spuren am Gumpen kann man deutlich sehen, dass er sich hier aufhält.“

Die Problematik Biber vs. Naturschutz nimmt also erneut Fahrt auf. Bereits im Februar 2013 hatten sich Peitinger Bürger zusammengeschlossen, um den Dorfweiher zu retten. „Die Sache muss ans Bayerische Umweltministerium“, forderte damals Anwohner Josef Anton Sepp. Doch getan hat sich bisher nichts.

Sabine Krolitzki

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