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In Peiting hagelt es Kritik am Landesentwicklungsprogramm (LEP)

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Peiting - Allerorten ist das Landesentwicklungsprogramm (LEP) diskutiert worden. So auch in Peiting. Viele Zweifel wurden laut, ob die Regularien überhaupt der Realität entsprechen.

Egal ob Windräder, Fremdenverkehr, Verkehrselemente oder Gewerbegebiete - das LEP ist die Richtlinie für alle überregional bedeutsamen Projekte und wurde nun kräftig gekürzt. Auch die aktuellen räumlichen Herausforderungen wie demographischer Wandel, Klimawandel und Wettbewerbsfähigkeit werden aufgegriffen. Das Wirtschaftsministerium - federführend für die Fortschreibung des LEP - hat alle Gemeinden zur Stellungnahme aufgefordert.

170 Seiten umfasst das Schriftstück. Vom Inhalt her schließe sich Bürgermeister Michael Asam der Stellungnahme des Gemeindetags an, sagte er in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Der sieht einige Planungsziele nämlich kritisch.

Außerdem hat er die Aufgabe, die Interessen der Gemeinde zu vertreten. Dennoch sprachen sich die Peitinger Gemeinderäte zusätzlich dazu aus, was ihnen weiterhin in dem LEP alles nicht so ganz passt.

Ein immer wieder genannter Kritikpunkt ist das Zentrale-Orte-System. Zwar wurden die bisher sieben auf lediglich nur noch drei Stufen reduziert, dennoch entspreche es nicht der Realität. „Da wurde eine große Chance vertan, das muss überdacht werden“, sagte Asam.

Vor allem im Hinblick auf den vielzitierten demographischen Wandel: Der werde sich nämlich weiterhin gewaltig ändern. Anstatt dass die Kinder ihre Freizeit zuhause und bei sportlichen Aktivitäten verbringen, sind sie oft bis zum Abend in sozialen Einrichtungen untergebracht. Ganztagsschulen und Krippen seien natürlich eine gute Sache, doch den Vereinen fehle der Nachwuchs. „Die Kinder haben für Vereinsarbeit kaum mehr Raum“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Gunnar Prielmeier. Darauf werde im LEP aber gar nicht eingegangen. „Wenn wir das in unseren Beschluss aufnehmen, müssen wir aber auch an die Senioren denken“, ergänzte der CSU-Fraktionsvorsitzende Peter Ostenrieder. Die Bevölkerung werde nämlich immer älter.

Was die Infrastruktur betrifft, sind die Peitinger Gemeinderäte ebenfalls nicht zufrieden. „Das passt weder im LEP, noch im Gemeindetag“, befand Norbert Merk (CSU). Beispielsweise die Bahnverbindung Weilheim-Schongau müsse dringend überarbeitet werden.

Zudem seien die Gemeinden ganz auf sich allein gestellt, was Handynetze und schlechte Internetverbindungen angeht, kritisierte Ostenrieder.

Einstimmig beschlossen die Peitinger Räte, die Stellungnahme des Gemeindetags zu übernehmen und mit den angesprochenen Ergänzungen versehen.

Sabine Krolitzki

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