Marktgemeinderat Peiting

Kindergartengebühren steigen erneut

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Auch in diesem Jahr werden die Kindergarten-Gebühren erhöht. Die Kosten für die Gemeinde Peiting steigen kontinuierlich. Das daraus resultierende Defizit macht eine regelmäßige Anpassung der Beiträge nötig.

Peiting– Es ist dasselbe Spiel wie in den vergangenen Jahren – auch heuer müssen zum 1. September die Gebühren für den Kindergarten um 2,4 Prozent erhöht werden. Die Anpassung der Beitragssätze wurde bereits im Jahr 2013 vom Gemeinderat beschlossen. So haben beispielsweise Eltern mit einem Kind, das vier bis fünf Stunden täglich in einer Einrichtung ist, bislang 95 Euro gezahlt, ab September werden 97 Euro fällig.

Die bisherige Regelung, wonach bei gleichzeitigem Besuch von Geschwisterkindern in Kindertageseinrichtungen eine Ermäßigung von 50 Prozent der Benutzungsgebühr ab dem zweiten Kind gewährt wird, sollte nach Auffassung der Verwaltung erhalten bleiben.

„Derzeit besuchen 382 Kinder in Peiting einen Kindergarten“, so Kämmerer Christian Hollrieder. Bei 96 Kindern, die als Vorschulkinder eingestuft sind, wird der Beitrag (bis zu 100 Euro) vom Freistaat Bayern übernommen. Etwa 24 Prozent – oder 68 Kinder – erhalten mindestens teilweise einen Zuschuss vom Amt für Familie im Landratsamt.

Gesamtdefizit der Kindergärten hat sich verdoppelt

Zum Vergleich: „In 2005 lag das Gesamtdefizit aller Kindergärten bei 600 000 Euro. Jetzt liegen wir bei 1,18 Millionen Euro“, erklärte der Kämmerer dem Gremium. Das Defizit habe sich also verdoppelt. „Ein höherer Elternbeitrag fängt dies allerdings nur bedingt ab“, stellt Hollrieder auf Nachfrage klar. Am Beispiel des Rathauskindergartens erläutert er die Zahlen pro Kind und Buchungsstunde. Die Ausgaben belaufen sich hier auf 4,30 Euro, die Einnahmen auf 2,19 Euro. Bleiben 2,11 Euro, also etwa die Hälfte, die die Gemeinde zu berappen hat. Bei der Krippe werden etwa 64 Prozent der Kosten gedeckt. „Das ist ein Draufzahlgeschäft.“ Dennoch sei das völlig in Ordnung. „Bei anderen Einrichtungen wie der Bücherei bleiben wir auch jährlich 30 000 Euro sitzen.“

In ein Wespennest stach der Grünen-Rat Thomas Elste mit seiner Aussage, die Kosten auf die Eltern umlegen zu wollen. „Das sollte einem die gute Betreuung wert sein“, sagte er und regte eine Grundsatzdiskussion an. Außerdem solle die von Bürgermeister Michael Asam und CSU-Fraktionsvorsitzendem Peter Ostenrieder gepriesene Familienfreundlichkeit im Ort nicht nur am Preis festgemacht werden. „Wir sind nicht nur familienfreundlich, weil wir billig sind, sondern weil wir Qualität bieten.“ Und weiter: „Eltern geben auch für andere Dinge Geld aus. Zum Beispiel für Autos.“

Mit dieser Aussage konnte sich SPD-Rat Herbert Salzmann nicht abfinden. „Ich möchte diese Diskussion gar nicht führen.“ Denn sie passe nicht in die aktuelle politische Lage, in der teilweise sogar ein kostenfreier Kindergarten gefordert werde. „Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir vor nicht allzu langer Zeit eine Steuererhöhung beschlossen haben, um unsere Einrichtungen zu finanzieren“, ergänzte er.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat dann die geplante Erhöhung der Gebühren.

Rubriklistenbild: © dpa

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