Ein neuer „Ortsteil“ für Peiting: Die Planung für das ehemalige Bundeswehrgelände und das Bahnhofsareal. Auf youtube kann man sich die Präsentation auch anschauen: https://youtu.be/8ClQ2-rr01E.

Ehemaliges Bundeswehrgelände und Bahnhofsareal in Peiting

Daumen hoch für neuen Peitinger Ortsteil mit Kino

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Peiting - Eine Art kleiner, neuer, „Ortsteil“ könnte auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände gegenüber des Bahnhofs Peiting-Ost entstehen. Wohnen könnten in Mehrfamilienhäusern, Reihen- und „Stadthäusern“ immerhin 200 bis 250 Menschen. Gegenüber das Bahnhofsareal mit Kino, Parkdeck und Supermarkt.

Gut, mit sozialem Wohnungsbau hat das jetzt nicht mehr so viel gemein. Aber: Das Planungskonzept, das die Schongauer Baufirma Haseitl für das ehemalige Bundeswehrgelände an der Peitinger Bahnhofstraße und fürs Bahnhofsareal vorgelegt hat, kann sich sehen lassen. Dort, wo jetzt alte Baracken vor sich hingammeln, könnten viele Familien eine neue Heimat finden.

Das mögliche Kino.

Möglich könnte das eine moderne Bebauung in Form eines Hufeisens machen, geöffnet in Richtung Bahnhofstraße. Ganz zentral, im Herzen des Geländes: der alte Baumbestand, der den modernen Gebäuden echtes, jahrzehntelanges Leben einhaucht.

Gegenüber, auf der anderen Straßenseite, von dieser kleinen, feinen Wohnsiedlung, ist in der Haseitl-Planung nichts mehr zu sehen von dem alten Bahnhofsgebäude mit der geteerten Parkfläche daneben. Aus dem alten Bahnhof wird ein Kino mit Veranstaltungs-Foyer. Daneben ein Parkdeck für Siedlungsbewohner und Park & Ride-Gäste. Rechts davon: ein Supermarkt. Der Teil der Planung also, der Stoff, aus dem die Peitinger Träume gemacht sind. Zumindest was das Kino anbelangt. Aber dazu später mehr.

Die möglichen Reihenhäuser.

Wir wechseln wieder auf die andere Straßenseite. Die Seite, deren Umsetzung – so der erste Tenor im Gemeinderat – nicht so viel im Wege stehen sollte. Ein Blick von oben auf das Gelände: Mehrfamilienhäuser, Modell „Sozialer Wohnungsbau“, auf der linken Seite. Rechts gegenüber: ähnliche Mehrfamilienhäuser zum Verkauf auf dem freien Wohnungsmarkt.

Das dürfte viele Peitinger freuen. Ebenso die Tatsache, dass auch diejenigen, die seit Jahren Bauplatz-technisch mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen, auf ihre Kosten kommen könnten. Denn: Unten, im südlichen, ans Bergwerksgebiet angrenzenden, Bereich des Geländes könnten Reihenhäuser (insgesamt sieben und zwar im Einheimischen-Modell) und freistehende „Stadthäuser“ (insgesamt sechs mit jeweils 150 Quadratmeter Wohnfläche plus Garage im Haus).

Zurück zum Bereich Bahnhofsgelände: Was die Idee vom Kino im alten Bahnhof anbelangt, so baut Haseitl keinesfalls Luftschlösser. Im Gegenteil: Die Firma hat – und das untermauert ihr Bestreben, das Gesamt-Projekt umsetzen zu wollen – eine Standortanalyse in Auftrag gegeben. Diese wiederum besagt: Ein Kino mit fünf Sälen und 500 Plätzen „wäre an dieser Stelle geeignet“, so Geschäftsführer Peter Schrehardt. Vier Säle, so waren sich alle einig, würden für Peiting allemal ausreichen.

Die möglichen  Mehrfamilienhäuser.

Würde heißen: 100 000 bis 120 000 Kinobesucher pro Jahr. Deshalb auch das zweigeschossige Parkdeck, dessen zwei obere Ebenen in erster Linie den Bewohnern des Neubaugebiets von gegenüber zur Verfügung stehen sollen. Unten dann: Parkplätze für Besucher abends und Park & Ride abends gegen eine kleine Gebühr.

Kleine Planänderung im Winter: Dann würden im Erdgeschoss des Gebäudes Christbäume verkauft. Dies ist die Voraussetzung für den Gelände-Eigentümer, Peter Geiß vom gleichnamigen Christbaumverkauf, das Areal überhaupt für eine Bebauung abzugeben. Apropos: Entschieden ist in der Gesamt-Angelegenheit – einem der größten Bauprojekte der Marktgemeinde Peiting der vergangenen Jahre – noch gar nichts.

Der Fahrplan: Erst müsste die Gemeinde Peiting sich mit dem Bauträger Haseitl auf einen Grundstückspreis einigen. Ein Investor für den Sozialen Wohnungsbau müsste sich finden. Vom Kinobetreiber („Da brauchen wir einen Plan B“, so Bürgermeister Michael Asam) und einem Vollversorger-Supermarkt (Edeka hat bereits Interesse bekundet) ganz zu schweigen.

Was eine Bebauung auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände anbelangt, so hatte der Peitinger Gemeinderat bereits Ende 2014 entschieden: Hier soll sich etwas in Richtung „Sozialer Wohnungsbau“ tun. Bei einer Ausschreibung blieben am Schluss überhaupt nur zwei Interessenten übrig. Einer davon: Die Schongauer Firma Haseitl, für die Architekt Rudolf Schlamberger bereits geraume Zeit über dem Gesamt-Konzept brütet.

Richtungsweisend: „Wir werden keine projektentwickelnden Maßnahmen gegen einen persönlichen Widerstand machen“, verspricht Haseitl-Geschäftsführer Schrehardt, den Weg gemeinsam mit Gemeinde und Gemeinderat gehen zu wollen. Der erste, kleine Schritt auf diesem langen Weg – 2016 bis 2017 Gutachten, Baustart zweite Jahreshälfte 2017, Fertigstellung 2019 – ist getan. Die Räte waren sich, bis auf den Baustil, einig: Hier kann für die Gemeinde etwas Großes geschaffen werden.

Wie es aussieht, kommt für diese große Sache die Firma Haseitl durchaus in Betracht. Diese wiederum, stünde allerdings nur zur Verfügung „wenn wir das gesamte Objekt machen können“, betont Geschäftsführer Schrehardt. Fazit: Aus einer Vision kann etwas Einzigartiges entstehen. Aber es gibt noch viel zu tun.

Die Bahnhofstraße sorgt derzeit in Peiting nicht nur für Jubelstürme. Im Gegenteil: Weil deren Ausbau einige Bäume aus dem Langzeitbestand zum Opfer fallen, haben sich Bürger zum Bürgerbegehren formiert. eine Aktion, die auch das Projekt Bundeswehr-Gelände und Bahnhofsareal tangiert.

Der aktuelle Stand: 29 Bäume aus dem Altbestand fallen dem Ausbau zum Opfer. 16 davon werden ersatzlos gefällt. Für 13 wird Ersatz gepflanzt. Bürgermeister Michael Asam: „Es war nicht der Auftrag, dass der Architekt um den Baumbestand an der Bahnhofstraße herumplant.“

Tatsächlich hat Architekt Rudolf Schlamberger das allerdings auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände getan. Der komplette Baumbestand im Kernbereich bleibt bestehen. Ihm „zum Opfer“ fällt eine Tiefgarage. Die kann unter dem Bestand nicht gebaut werden. Aber: Man will Schwerpunkte setzen. Zugunsten der Bäume.

Was die Bahnhofstraße anbelangt, sind wegen des Bürgerbegehrens eine Menge Fördergelder in Gefahr, rechnete Asam jetzt im Gemeinderat vor. Muss der Fußweg wegen des Baumbestands umgeplant werden, seien 586 000 Euro im Spiel.

Denn: Die Regierung von Oberbayern, die hier als Fördergeld-Geber auftritt, besteht auf einen barrierefreien Umbau der Bahnhofstraße. Nur dann gibt es Fördergelder. Und das heißt nun mal, dass Umwege zu vermeiden sind. Unvereinbar also mit der Erhaltung des Baumbestands.

Und: „Es gibt nun mal keine technische Möglichkeit, die Straße auszubauen und die Bäume zu erhalten“, so Asam. Fachleute hätten das geprüft. Mit dem Ergebnis: Will man die Bäume erhalten, dann tut man: nichts. Die Straße bleibt so wie sie ist.

Hinzu kommt: Einige der Bäume, um die sich das Bürgerbegehren rankt, sind bereits in die Jahre gekommen. Fachleute hätten festgestellt, dass einige Bäume im Bestand bereits angegriffen und stark erkrankt seien, so Asam. „Da müssen wir sowieso ran.“ Und: „Ich bin gewiss keiner, der Bäume einfach umsemmelt.“

Ein neuer Aspekt in der Baum-Debatte mag sicherlich auch die visionäre Überplanung des ehemaligen Bundeswehr-Geländes sein. Entstehen hier parallel zum Ausbau der Bahnhofstraße viele Wohneinheiten, ist ein Gehweg an der Bahnhofstraße unabdingbar – befindet zum Beispiel Marktgemeinderat Alexander Zila (SPD): „Ich verstehe nicht, dass da lieber jemand einen Baum haben will, als einen sicheren Fußweg für Kinder und Alte."



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