Paris Hilton der Seniorinnen: Wolfgang Krebs als Waldemarie Wammerl. foto: uf

Peiting klingt zwar nach China, ist aber in Bayern

Peiting - Mit „Drei Mann in einem Dings - Eine Partei auf Wahlfang“ stand Wolfgang Krebs auf der Bühne der Schloßberghalle - und begeisterte sein Publikum.

„Sie erfahren heute mehr über die CSU als Ihnen lieb ist“, kündigte Wolfgang Krebs den rund 250 Besuchern in der Schloßberghalle an. Krebs stand im Rahmen der Reihe „Brot und Spiele“ mit seinem Programm „Drei Mann in einem Dings - Eine Partei auf Wahlfang“ auf der Bühne und nahm die Besucher auf der M.S. Wolfratshausen mit auf ein marineskes Singspiel in die Weiten des politischen Ozeans.

Auf dieser Kreuzfahrt war so einiges geboten. So kündigte Krebs jede Menge bayrischer Ministerpräsidenten an: Alexander Dobrindt mit einem „Vortragsthema Ihrer Wahl - etwas, was weder Sinn macht, noch gut klingt“ und Power-Yoga mit Barbara Stamm, der einzigen, die „Franz Josef Strauß im Armdrücken schlagen und Otto Wiesheu unter den Tisch saufen konnte“. Christine Haderthauer wurde mit dem Vortrag „Für und wider eines Krippenplatzes am Beispiel von Jesus Christus“ erwartet.

Zunächst erklomm aber Horst Seehofer mit kompromisslosem Zickzack-Kurs „Konsequent oder inkonsequent aber nicht dieses dauernde Hin und Her“ die Bühne. „Gewählt um zu lenken und nicht um zu denken“, machte er sich Gedanken über Facebook, seinen Konkurrenten Ude „Schlaftablette mit Rudolf-Mooshammer-Gedächtnis-Schnurrbart“ und die bayrischen Amigos, eine exklusive Erfindung der CSU. Als Schiffsheizer Beckstein stellte er zur Piratenpartei fest: „Früher lagen sie vor Madagaskar, heute vor der FDP.“ So richtig zünftig wurde es aber, als er als Schlagerstar Meggy Montana „fröhlicher Klang aus Nesselwang“ die Schiffsdielen enterte und ein „Medley meiner schönsten Potpourris“ von der CD 1000 Takte Tinitus zum Besten gab.

Als er seinen Hit „Wenn die Bouzouki weint in Montepulciano“ anstimmte, klatschten alle begeistert im Takt. Als ehemalige Starkbierkönigin Waldemarie Wammerl - „Früher war ich eine alte Schachtel heute bin ich eine Best-Agerin“, erzählte er vom letzten Arztbesuch: „Früher konnte ich mich komplett frei machen, heute kann ich froh sein, wenn ich die Zunge herausstrecken darf.“ Seine Paraderolle ist aber nach wie vor der ehemalige Landesvater Edmund Stoiber. „Peiting klingt zwar nach China, ist aber in Bayern, liebe Bewohner des Schloßbergs auf dem grünen Hügel von Peißenberg“, begrüßte er das Publikum. Das kringelte sich vor lachen, als er die bekannte Transrapid-Nummer auf Peiting ummünzte: „Wenn Sie mit dem Transrapid in Peiting starten, dann sind sie in zehn Minuten in Schongau - aber was machen Sie da?“

In die Pause entließ er mit den Worten „Sie wollen sich ja auf das Niveau des Abends hinuntertrinken.“

Kurzum, Krebs überzeugte als begnadeter Stimmenimitator, der seine Protagonisten auf der Bühne lebendig werden ließ. Nicht die feine Pointe, sondern eher der Schenkelklopfer sind sein Metier. Und damit hatte er das Publikum auf seiner Seite, das er mit irrwitzigen Redewendungen und Stotter-Kanonaden in wahre Lachkrämpfe trieb. Nicht nur als Stoiber schwebte er „permanent an der Grenze der totalen Überhitzung, an den Kernschmelzen des Regierungssystems“. Sondern er erwies sich noch als unschlagbarer Agitator: Als er in seiner Edmund Stoiber-Rolle ins Publikum rief: „Wollt Ihr mich zum bayerischen Ministerpräsidenten?“, schallte es von allen Seiten: „Ja!“ Darauf antwortete der Pseudo-Stoiker: „Danke, ich nehme die Wahl an! Ich bin ein Peitinger!“

uf

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