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Alt, aber prägt nicht das Ortsbild: Im Kreuzerhaus in der Schongauer Straße in Peiting war zuletzt der Existenzgründerladen untergebracht.

Renovierung lohnt sich nicht 

Kreuzerhaus droht der Abriss

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Peiting - Dem altehrwürdigen Kreuzerhaus im Peitinger Ortskern droht der Abbruch. Zumindest im Haushalt 2016 ist er schon eingeplant. Ob es tatsächlich soweit kommen wird, darüber bespricht sich aber noch einmal der Gemeinderat.

Das alte Kreuzerhaus in der Schongauer Straße in Peiting gehört einfach zum Ortsbild. Erbaut wurde es 1897. 1919 erfolgte ein Umbau. Einst gehörte es dem gleichnamigen Zahnarzt, seine Witwe vermachte das Gebäude dann der Gemeinde. Unter anderem unter der Auflage, dass der Schriftzug auf der Fassade erhalten bleibt. Die Gemeinde vermietete den Wohnbereich an Privat, im Erdgeschoss stand zuletzt lange eine Ladenfläche leer. Bis Ende 2014 der Lieblingsladen von Susanne Halbroth im Rahmen des Existenzgründerprogramms der Marktgemeinde Einzug hielt.

Sie hatte einen Wettbewerb gewonnen. Preis war, die Ladenfläche mietfrei zu beziehen. Auch in finanziellen Dingen wurde die Peitingerin beraten. Mit dem Ziel, ihre Geschäftsidee zu sichern und zu verwirklichen. Das ist ihr auch gelungen. Denn mittlerweile ist der Laden mit den hübschen Kleinigkeiten in der Peitinger Bahnhofstraße zu finden.

Trotzdem ein Internetcafé im Kreuzerhaus?

Das Kreuzerhaus hingegen ist wieder leer. Nur noch die Sprühfarbe mit Hinweis auf den neuen Lieblingsladen erinnert an Zeiten, in denen dort Leben eingekehrt war. Im November hat Bürgermeister Asam signalisiert, dass in dem Gebäude bis zum Herbst 2016 ein Internet- und Begegnungscafé sowie eventuell ein Unterrichtsraum für Asylbewerber entstehen soll. Das soll auch so kommen. Noch im Februar ist die Eröffnung. Doch wie lange?

Denn vielleicht soll es ganz vorbei sein mit dem alten Gemäuer. Zumindest im Haushalt 2016 ist der Abbruch des Gebäudes vermerkt – was der Grünen-Rat Thomas Elste in der jüngsten Sitzung hervorhob. Er wollte wissen, weshalb das Haus verschwinden soll. „Wir haben vorsichtshalber einen Abriss eingeplant“, so Bürgermeister Michael Asam. Grund: Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte das Gremium schon im Sommer darüber beraten, ob sich eine Renovierung lohnt. Offensichtlich nicht, denn sonst wäre der Posten wohl kaum im Haushaltsplan gelandet.

Das Gremium diskutiert noch einmal

Wie Marktkämmerer Christian Hollrieder versichert, wird das Thema aber in einer der kommenden Sitzungen nochmal diskutiert. Denn nur weil etwas eingeplant sei, müsse es nicht zwingend umgesetzt werden. Dennoch sind die Pläne nicht unbegründet. Wie Hollrieder auf Nachfrage erklärt, hätten die Mieter ausziehen müssen, „da das Dach kaputt ist“. Als die Schäden begutachtet wurden, kam heraus, dass das ganze Gebäude ziemlich marode ist. „Eine Sanierung ist vermutlich teurer als ein Neubau“, so der Kämmerer. Außerdem sei das Kreuzerhaus nicht unbedingt als „ortsprägend“ eingestuft worden. Was letztlich an der Schongauer Straße entstehen soll, wird erst bekannt, wenn sich der Gemeinderat noch einmal beraten hat.

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