trägerschaft für awo-Kindergarten

Letzte Frist für AWO läuft am Freitag aus

Peiting - Der Countdown läuft: Wenn der AWO-Bezirksverband nicht bis Freitag eingelenkt hat, ist die AWO als Träger endgültig raus aus dem Peitinger Waldmäuse-Kindergarten.

Die letzte Tür ist fast geschlossen: Nach monatelangem Ringen mit dem Arbeiterwohlfahrt-Bezirksverband hat der Peitinger Gemeinderat jetzt einen Schlussstrich unter die Endlos-Diskussion gezogen: Erklärt sich die AWO bis einschließlich Freitag dieser Woche nicht bereit, das Defizit für den Waldmäuse-Kindergarten an der Münchener Straße zu übernehmen, ist sie raus aus der Nummer. Die Trägerschaft würde dann umgehend neu ausgeschrieben.

Schließlich drängt die Zeit: Schon fürs neue Kindergartenjahr, das Anfang September diesen Jahres beginnt, müsste ein neuer Träger gefunden werden.

Es gibt keinen Aufschub mehr

„Ich habe noch versucht, es auf den Weg zu bringen, dass die Arbeiterwohlfahrt noch ein Jahr Schonfrist bekommt“, erklärt ein seufzender Bürgermeister Asam auf Nachfrage der Schongauer Nachrichten. Er, der AWO-Kreisvorsitzende, sitzt mit seiner Doppel-Funktion nicht erst seit gestern zwischen zwei weit auseinandergerückten Stühlen. Ein heeres Anliegen, mit dem er vor dem Gremium offenbar gescheitert ist.

Mehrheitlich hätten die Räte entschieden, dass es keinen Aufschub mehr für die Arbeiterwohlfahrt gibt. Zum einen sicherlich, weil die gleiche Diskussion dann in einem Jahr wieder von vorne beginnt. Zum anderen wahrscheinlich auch, weil der AWO-Bezirksverband sich nicht auf einen seitens der Gemeinde gut gemeinten Rettungs-Deal eingelassen hat: Auf das Angebot, dass der AWO-Ortsverband Peiting überbrückend für ein Jahr das Kindergarten-Defizit der Waldmäuse getragen hätte, wollte man sich beim Bezirksverband nicht einlassen.

Dort, im Hauptsitz in München, geht es schließlich um einen Präzedenzfall: Übernimmt die AWO als Wohlfahrtsverband, der keine Gewinne erwirtschaften darf, das Defizit für einen Kindergarten – was ist dann mit den anderen mehr als 50 AWO-betriebenen Einrichtungen, für die bisher die Kommunen zu hundert Prozent in die Bresche gesprungen sind, was die Defizit-Übernahme anbelangt.

Landkreis mahnt: Alle Träger müssen gleich behandelt werden

In Peiting wiederum, der angeblich einzigen Kommune, bei der die AWO jetzt bezahlen soll, beruft man sich auf einen Hinweis des Kommunalen Prüfungsverbandes und eine Mahnung durch den Landkreis, alle Träger gleich behandeln zu müssen. Heißt für die Marktgemeinde: Alle Träger übernehmen zehn Prozent der anfallenden Defizit-Kosten pro Kindergartenjahr.

So hat es der Gemeinderat bereits 2015 beschlossen. Öffentlich. Die finale Debatte um den AWO-Kindergarten hat in der vergangenen Woche einmal mehr in einer nichtöffenltichen Sitzung stattgefunden. Der Verlauf lässt sich damit nicht mehr nachvollziehen. Ob der Diskrepanzen in dieser Angelegenheit zwischen der AWO-nahen SPD und den Christsozialen dürfte es allerdings keine Friede-Freude-Eierkuchen-Sitzung gewesen sein.

Apropos: Von freundschaftlicher Stimmung kann auch beim AWO-Bezirksverband keine Rede sein. „Ich mag dazu nichts mehr sagen, mit jedem Mal wird alles noch schlechter“, äußert sich der Geschäftsführer des AWO-Bezirksverbands, Andreas Niedermeier, auf Anfrage unserer Zeitung zum aktuellen Sachstand. In Sachen Antwort an die Gemeinde, erklärt er knapp: Die AWO habe Widerspruch eingelegt, diesen begründet „und der geht an die Rechtsaufsicht des Landratsamts“. Die Fronten sind verhärtet: „Das Ganze ist längst ein politisches Spiel.“

Unklar ist derzeit noch, wer letztlich als Gewinner und wer als Verlierer hervorgeht. Fest steht: Bleibt die Arbeiterwohlfahrt bis Ende dieser Woche eine Antwort schuldig, sucht die Gemeinde einen neuen Träger – angeblich soll es bereits Anfragen geben.

Eine Anfrage starten die Schongauer Nachrichten selbst – und zwar an die Kinderhilfe Oberland, die mit eigenen Räumlichkeiten bereits im ersten Stock des Gebäudes neben der Schloßberghalle untergebracht ist, in dem sich oben auch die „Waldmäuse“ tummeln. Alles unter einem Dach: Wäre das nicht praktisch, wenn die Kinderhilfe auch noch der Träger des Kindergartens wäre?

„Dazu will ich mich nicht äußern, bevor ich nicht mit der Gemeinde gesprochen habe“, sagt Sigrid Klasmann, Geschäftsführerin der Kinderhilfe. Zumindest diese Tür scheint bei all dem unschönen Hin und Her ganz weit offen zu sein.

Barbara Schlotterer-Fuchs

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