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Ein Hort wird von der Kinderhilfe auch in der Münchener Straße in Peiting betrieben.  

X-Faktor in Peiting

Mehr Personal für die Kinderhilfe?

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Die Kinderhilfe Oberland braucht mehr Geld. Genauer gesagt, mehr Personal. Deshalb hat die Geschäftsführerin Sigrid Klasmann beim Gemeinderat um die Gewährung eines sogenannten X-Faktors gebeten. Im Klartext heißt das: Dieser könnte helfen, den Fachkräfteeinsatz zu erhöhen.

Peiting– Bei den von der Kinderhilfe betriebenen Angeboten handelt es sich um integrative Einrichtungen. Das heißt, sie werden von bis zu einem Drittel, mindestens aber von drei behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern besucht. In Zahlen sind das im Kinderhaus Untereggstraße zwölf (gut sieben Vollzeitstellen), im Kindergarten am Gumpen zehn (rund fünf Vollzeitstellen), im Naturkindergarten am Weiherhäusle vier (2,7 Vollzeitstellen) und in der Einrichtung im Forsthaus drei integrative Kinder (rund vier Vollzeitstellen). „Im Landkreis Weilheim-Schongau haben wir eine besondere Situation, da es hier kaum Sondereinrichtungen gibt. Wir leisten seit den 80er Jahren integrative Arbeit“, schickte Klasmann voraus. Die Arbeit der Fachkräfte sei durchaus anspruchsvoll. Es handle sich nicht immer nur beispielsweise um leicht integrierbare Down-Syndrom-Kinder, „manchmal kümmern wir uns auch um Nachwuchs, der seinen Körper selbst nicht steuern kann“. Hier sei vor allem eine gewisse Regelmäßigkeit gefordert, „Wird einmal von bestimmten Abläufen abgewichen, kann es sein, dass die Kinder völlig durchdrehen, um sich schlagen und die Betreuer auch schon mal Blessuren davontragen“, so die Geschäftsführerin. Geeignetes und richtig geschultes Personal sei also dringend gefordert. Auch sind in dieser Form der Betreuung kleinere Gruppen nötig, um sich besser um Einzelne kümmern zu können.

Geschultes Personal dringend gefordert

„Ich war eine Zeitlang Kindergartenreferent im Gemeinderat“, warf CSU-Rat und Kreiskämmerer Norbert Merk ein. Er wolle darauf hinweisen, dass viele geschilderten Probleme auch auf die Regelkindergärten zutreffen. „Wir wollen für alle Einrichtungen eine vergleichbare Situation schaffen“, betonte er. Nicht umsonst habe man so intensiv mit dem AWO-Bezirksverband gerungen, der lange Träger des Peitinger Waldmäusekindergartens war. Zur Erinnerung: Die AWO hatte sich geweigert, die zehn Prozent der anfallenden Defizit-Kosten pro Kindergartenjahr zu übernehmen – und wurde am Ende durch die Kinderhilfe ersetzt.

„Der X-Faktor bedeutet ja, dass mehr Geld ins System gepumpt werden soll, um Personal aufzustocken“, vereinfachte Hauptamtsleiter Stefan Kort die etwas komplizierten Ausführungen von Sigrid Klasmann. Der Vorteil: An dem fließenden Geld beteiligt sich der Freistaat mit 50 Prozent. Und zu Merk gewandt; „Die Kinderhilfe betreut 32 integrative Kinder und befindet sich deshalb schon in einer Ausnahmesituation.“ Zudem „krebsen wir an dem Mindestanstellungsschlüssel herum“. Sollte also nur noch ein weiteres behindertes Kind dazukommen, gibt es keine Förderung mehr.

Stunden werden aufgeteilt

Rund 30 000 Euro beträgt der Eigenkostenanteil für die Gemeinde. „Wenn ich richtig rechne, entspricht das dem Jahreslohn eines einzigen Mitarbeiters. Wie können dann alle Einrichtungen etwas davon haben?“, wunderte sich der Grünen-Rat Thomas Elste. Die Stunden würden auf die Einrichtungen aufgeteilt, antwortete Klasmann.

Damit sich die Räte einen besseren Eindruck machen können, lud Bürgermeister Michael Asam dazu ein, eine Einrichtung der Kinderhilfe zu besuchen. Anschließend, als in einer der kommenden Sitzungen möchte das Gremium dann über den Antrag abstimmen.

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