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Finden Wohngemeinschaften für Demenzkranke gut: Referentin Vlasta Beck und Rathauschef Michael Asam. 

Maro Genossenschaft

Mit Demenz selbstbestimmt leben

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Im Landkreis gibt es weit mehr demenzkranke Menschen, als man denken möchte. Das verrät Referentin Vlasta Beck. Sie wollte das Projekt Wohngemeinschaften für Demenzkranke im Peitinger Sparkassensaal vorstellen – doch bis auf eine Besucherin blieben die Stuhlreihen leer.

Peiting – Leidet ein Angehöriger an Demenz, ist die Familie oft überfordert. Doch den Vater, die Mutter oder den Partner in ein Heim gebe? Davor schrecken viele Menschen zurück. Dafür hat die die Maro Genossenschaft eine Lösung: Die ambulante Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Diese Einrichtungen gibt es in Fuchstal und Weilheim bereits.

Demenz-WG’s sind eine Wohnform, bei der die Angehörigen Kontrolle und Verantwortung behalten. Das heißt, ein Gremium, bestehend aus Familienmitgliedern, entscheidet über alle Angelegenheiten des Gemeinschaftslebens, wie die Auswahl des Betreuungs- und Pflegedienstes, den Speiseplan oder die Alltagsgestaltung. Vlasta Beck, die auch den Vortrag hielt, unterstützt das Gremium als erfahrene Moderatorin – bis die Angehörigen alles selbst organisieren können. „Wir haben keinen Träger, bei uns bestimmt die Familie“, betont die 58-Jährige. Betreut werden die Demenzkranken rund um die Uhr von einem Team, das die ökumenische Sozialstation zusammengestellt hat.

Maro baut und vermietet

Bauherr und Vermieter ist die Maro Genossenschaft. Sie arbeitet eng mit der Alzheimer Gesellschaft Weilheim zusammen. In der Kreisstadt gibt es in der Paradeisstraße zwei Wohngemeinschaften in einem Haus mit neun und zehn Bewohnern. Mitten im Leben sozusagen, mit Nachbarn und allem, was dazu gehört. Eine große Wohnküche ist das Herzstück einer WG, natürlich hat jeder Bewohner auch sein eigenes Zimmer mit Bad als Rückzugsort. Seit Februar 2016 ist dieses Angebot vorhanden, es sind auch noch wenige Plätze frei. „Es geht auch darum, die Eigenständigkeit der Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten“, so Beck. Jedoch solle man sich rechtzeitig auf so eine Wohnform einstellen. In einem weiteren Gebäude ist das nachbarschaftliche Wohnen untergebracht. Eine Form, in der sich die Mieter kennen und gegenseitig helfen. Jung und alt, die sich selbst versorgen können, leben dort zusammen.

„Ich war sofort begeistert, als Frau Beck das Projekt vorstellen wollte“, sagt Bürgermeister Michael Asam. Darum habe man auch den Kreissparkassensaal als Veranstaltungsort gewählt und üppig bestuhlt. „Dass niemand kommt, hätte ich nicht gedacht“, so der Rathauschef. Bedarf für so etwas gebe es nämlich auch in der Schongauer Region.

Die Maro Genossenschaft hat in Peiting schon ein anderes Projekt fast geschafft. Der Rohbau für das Mehrgenerationenwohnen in der Ammergauer Straße steht. Spatenstich für die Anlage war im April. Aus drei Komplexen mit insgesamt 14 Wohnungen und einem Garagenebengebäude setzt sich das Projekt auf dem alten Schaumeier-Areal neben dem Gasthof Dragoner zusammen. Zwischen den drei Gebäuden ist ein Gemeinschaftsplatz zum Sitzen, Spielen, Grillen und Feiern geplant. Es ist ein Angebot für Alleinstehende, Paare, aber auch Familien mit Kindern, die vor allem miteinander wohnen möchten. Und zwar an einem zentralen Ort. Auch zwei Rollstuhlfahrer werden in die Ammergauer Straße ziehen. Ein Verbindungsweg zum Pfarrweg ist noch nicht ganz durch, die Kirchenverwaltung steht dem aber positiv gegenüber. „Der Bau ist ein Gewinn für unseren Ort“, betont Asam.

Auskunft

erteilt Vlasta Beck unter Telefon 0176/34220678 oder v.beck@maro-genossenschaft.de.

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