Helferkreis Peiting

Möbel für Asylbewerber dringend gesucht

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Peiting - Erst kommt die dramatische Flucht, dann der Versuch, sich in einem fremden Land zu integrieren. Aber damit nicht genug. Denn sobald ein Asylbewerber anerkannt ist, geht die Arbeit so richtig los. Zumindest für die Helferkreise. Dann braucht es eine Unterkunft und einen Job. Und dann werden Dinge, die so selbstverständlich erscheinen, zum Problem.

Gabi Sanktjohanser-Pfeffer freut sich. Gerade hat sie ein Haus aufgetan, in dem drei Wohnungen frei werden. Gedacht sind die für drei junge Männer, die eine Asylunterkunft in der Marktgemeinde verlassen. Sie sind anerkannt. Endlich. Doch was als großes Ziel erscheint, ist zunächst eine große Hürde. „Ich suche seit eineinhalb Jahren nur noch nach Wohnungen“, sagt Sanktjohanser-Pfeffer. Manchmal hat sie Glück, oft leider nicht. Denn als Flüchtling ist es nicht gerade einfach, abseits der Heime eine ganz normale Bleibe zu finden.

Und dann, wenn eine parat ist, dann betreten die Menschen leeren Raum. Nur 300 Euro gibt es vom Staat für den Möbelkauf. „Viel zu wenig“, findet Sanktjohanser-Pfeffer. Vor allem wenn eine Familie einzieht.

Erste Familie kommt am Montag

Wie berichtet, kommt die erste Familie eines unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings am Montag nach Peiting. Sie wird in einer Notunterkunft der Gemeinde untergebracht. Doch Betten, Schränke oder gar ein Sofa fehlen noch. Jetzt wird es eng. Rund 30 Kinder und Jugendliche leben derzeit im Gemeindegebiet. Nach einer neuen Regelung dürfen die Familien ab sofort auch ohne Wohnungsnachweis nach Deutschland nachkommen.

„Deshalb brauchen wir nicht nur Wohnraum, sondern auch Möbel“, so Asylhelferin Sanktjohanser-Pfeffer. „Am meisten würden uns die Spender helfen, wenn sie die Teile fotografieren und uns per E-Mail zukommen lassen.“ Dann würde die Einrichtung entweder sofort in die Wohnungen gebracht, oder vorübergehend untergestellt.

Denn das Möbellager in der Bahnhofstraße am alten Bundeswehrgelände gibt es nicht mehr. „Wir haben einen absoluten Aufnahmestopp veranlassen müssen, weil das ganze Gelände ja im Januar abgerissen wird.“ Dort sind Sozialwohnungen geplant. Die gelagerten Dinge waren schnell unter die Leute gebracht. Immer wieder werden Flüchtlinge nach ihrer Anerkennung aufgefordert, Platz zu machen in ihrer bisherigen Unterkunft. Und dann ist Unterstützung von Nöten. Nicht nur moralisch, dann geht es ans Eingemachte.

Wie schwierig es wirklich ist, diesen Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben, hat auch Rathauschef Michael Asam in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats beklagt. Der soziale Wohnungsbau an der Föhrenstraße – für Asam heiß ersehnt. Denn der lasse sich hoffentlich schnell umsetzen. 60 Personen finden in dem U-förmigen Gebäude Platz.

Benötigt werden

Teppiche, Doppelbetten, Einzelbetten, Esstische und Stühle, Schreibtische, Staubsauger, Kleiderschränke, Sofas, Wohnzimmertische, Bettdecken (gereinigt), Kommoden, aber auch Geschirr, Besteck und Töpfe.

Bitte die Einzelteile fotografieren und per E-Mail an moebellager.peiting@mail.de senden oder anrufen unter der Telefonnummer 08861/69784.

Rubriklistenbild: © dpa

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