Vor einer Woche präsentierten Bürgermeister Peter Ostenrieder (re.) und Franz Köpf vom Einzelhandelsverein die gemeinsame Osteraktion.
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Vor einer Woche präsentierten Bürgermeister Peter Ostenrieder (re.) und Franz Köpf vom Einzelhandelsverein die gemeinsame Osteraktion.

42.000 Euro Umsatz generiert

20-Euro-Bonus von der Gemeinde: Peitinger Osteraktion übertrifft alle Erwartungen - „Wir sind ausverkauft“

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Osteraktion der Gemeinde Peiting in Zusammenarbeit mit den örtlichen Geschäften hat voll eingeschlagen. Der Ansturm auf die geförderten Gutscheine war dabei an den ersten fünf Tagen so groß, dass Bürgermeister Peter Ostenrieder am Freitag die Reißleine zog: „Wir sind ausverkauft.“

Peiting – Am vergangenen Montag startete die Peitinger Osteraktion, mit der die Gemeinde den örtlichen Geschäften und Gastronomiebetrieben in Krisenzeiten unter die Arme greifen wollte. Die Idee, welche Bürgermeister Peter Ostenrieder vor einer Woche präsentierte, ist schnell erklärt. Wer im Aktionszeitraum einen Gemeindegutschein im Wert von 100 Euro für ein Peitinger Geschäft oder Lokal seiner Wahl kauft, der bekommt von der Gemeinde einen weiteren Gutschein im Wert von 20 Euro obendrauf. Das so generierte Geld wird direkt an die Unternehmen ausbezahlt. Das Ziel: Die Kaufkraft im Ort halten, damit die von der Krise gebeutelten Geschäfte und Lokale in Peiting weiter eine Zukunft haben.

Vom Ansturm überrascht

Der Plan ist aufgegangen. Seit Montag gingen die Gemeindegutscheine wie warme Semmeln über die Theke in der Tourist Info, und auch im Onlineshop trafen fleißig Bestellungen ein. Mit solch einem Ansturm hatte man offenbar auch im Rathaus nicht gerechnet. „Wir sind von der Wucht und der Akzeptanz unserer Förderaktion für die örtlichen Einzelhändler in der Tat überrascht worden“, sagte Bürgermeister Peter Ostenrieder am Freitag.

Bereits am Dienstag war laut dem Rathauschef das vorher intern vereinbarte Limit von 2000 Euro erreicht. Auf 100 verkaufte Gemeindegutscheine hatte die Gemeinde jeweils 20 Euro oben draufgepackt. Daraufhin erhöhte der Bürgermeister das zur Verfügung stehende Budget auf 5000 Euro, doch auch diese Schallmauer wurde schneller erreicht als gedacht. Freitagfrüh sei die Marke geknackt worden, berichtete Ostenrieder. Man habe dann entschieden, noch einmal 2000 Euro aus den Mitteln der Wirtschaftsförderung freizugeben. Mittags sei auch dieser Topf leergewesen. „Damit müssen wir die Aktion leider vorzeitig beenden“, sagte Ostenrieder.

350 Gutscheine verkauft

Ursprünglich sollte das Angebot bis 10. April gelten. Dass man nach einer Woche die Reißleine ziehen musste, sei aber alles andere als schlimm, betont der Bürgermeister. „Wir freuen uns total, dass die Aktion so eingeschlagen hat.“ Als „Anreiz-Geschichte“ habe sie ihren Zweck voll erfüllt. Durch den Verkauf von 350 Gutscheinen habe man binnen fünf Tagen einen Umsatz von 42 000 Euro für die Peitinger Geschäfte und Lokale generiert, rechnet der Bürgermeister vor. Die 7000 Euro, die die Gemeinde dazu beigetragen habe, seien gut investiertes Geld.

Auch in anderen Gemeinden hat man die Peitinger Aktion offenbar genau verfolgt. Es habe Anfragen gegeben, unter welchem rechtlichen Rahmen man das umsetze, berichtet Ostenrieder. „Wir haben entsprechende Mittel für die Wirtschaftshilfe im Haushalt, auf diesem Weg ist das problemlos möglich.“ Wer weiß, vielleicht folgen bald andere Orte dem Peitinger Vorbild? „Es ist auf jeden Fall ein Beispiel dafür, wie man unkompliziert vor Ort helfen kann“, findet Ostenrieder. Einen positiven Effekt habe die Aktion auch über den erzielten Umsatz hinaus. „Wir haben für Aufmerksamkeit gesorgt, und die Geschäftsleute sind super happy.“ Das sei in der Krise sehr viel wert.

Osteraktion der Geschäfte läuft weiter

Ganz vorbei ist die Osteraktion übrigens noch nicht. Wie berichtet, gibt es von den teilnehmenden Geschäften noch bis zum 10. April ab einem Einkaufswert von 50 Euro eine kleine Überraschung für die Kunden. Und auch der Gemeindegutschein kann natürlich weiter erworben werden. Auch ohne Zusatzförderung sei dieser „weiterhin das optimale Instrument, mit dem jeder seinen Händler oder seinen Lieblingswirt in der momentanen Situation unterstützen kann“, betont der Rathauschef.

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