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Urkunden gab es für die langjährigen Beschäftigten.

40 Jahre Herzogsägmühler Werkstätten

Arbeit und Anerkennung als Lohn

Die Herzogsägmühler Werkstätten haben ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Bei der Vollversammlung aus diesem Anlass standen Rückblick, Rechenschaftsbericht und Ehrungen auf dem Programm.

Herzogsägmühle – „Die Herzogsägmühler Werkstätten – Eine Erfolgsgeschichte und eine Entwicklung, die man voller Respekt anerkennen muss“, sagte Peitings Bürgermeister Michael Asam in seinem Grußwort bei der Jubiläums-Vollversammlung. Er meinte damit nicht nur die rege Bautätigkeit und Erweiterungen der vergangenen Jahre im Diakoniedorf, sondern auch den Punkt Beschäftigung.

Denn Arbeit und Anerkennung seien es, die das Leben erst lebenswert machten. „Sie tragen erheblich zur Wirtschaftskraft der Marktgemeinde Peiting bei“, adressierte Asam an die Beschäftigten der Werkstätten.

Herzogsägmühlen-Direktor Wilfried Knorr betonte die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Peiting: „Alles kann nur gelingen, wenn es in guter Partnerschaft erfolgt. Besonders in Zeiten, wo Spaltung immer salonfähiger wird“, so Knorr.

Bei den Werkstätten habe man im Laufe der Jahre aus einem Standort drei gemacht, aus anfangs zehn Beschäftigten sind über 500 geworden. Und das Wichtigste: Burnout, ein großes Problem in der Arbeitswelt, komme vor Ort nicht vor. Werkstattleiter Daniel Löscher bezeichnete Knorr und Asam als „Brückenbauer zwischen der Gemeinde und Herzogsägmühle“ und überreichte ganz nach dem Motto „Wir fertigen alles, nur besser!“ Brotzeitbrettchen mit eingravierter Hängebrücke zwischen Peiting und dem Diakoniedorf.

„Die Entwicklung ist Ihr Erfolg, die Sie täglich in Gruppen und Läden Ihr Bestes geben“, so Löscher zu den Beschäftigten. Er war sich zudem sicher, dass man zusammen auch die Herausforderungen der Zukunft bravourös meistern werde.

Im vergangenen Jahr sind die Werkstätten erfolgreich nach DIN ISO re-zertifiziert, das Strukturwerk eröffnet und der Bereich Industriedienstleistungen ausgebaut worden. Zum Beispiel für die Firma Dynafit, für die bislang 170 000 Tourenskibindungen montiert worden sind. Für dieses Jahr steht noch der Bau der Gemeinschaftsküche an, und die Förderstätte soll im Hinblick auf Menschen mit Autismus erweitert werden.

Aktuell sind laut Löscher 456 Menschen in den Herzogsägmühler Werkstätten beschäftigt. Zusätzlich absolvieren 67 Personen Maßnahmen im Berufsbildungsbereich.

Blumen gab es für die langjährigen Mitarbeiter.

Das Arbeitsergebnis im vergangenen Jahr hat rund 12,2 Millionen Euro an Einnahmen und einem Aufwand von rund 11,3 Millionen Euro an Ausgaben stolze 768 206 Euro betragen. Davon müssen mindestens 70 Prozent an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden. „Das ist Ihr Verdienst, das haben Sie geschafft“, so Löscher zu dem Ergebnis, das etwas unter dem des Vorjahres blieb.

Dass das Arbeiten in den Werkstätten durchaus angenehm ist, zeigten die Bilder der vergangenen 40 Jahre unter dem Motto „40 Jahre WERTvolle Arbeit“ sowie der Jahresrückblick, der zahlreiche gesellige Unternehmungen aufwies. So war es kein Wunder, dass auf die Fragen von Pfarrerin Brigitte Weggel: „Mögt Ihr Eure Arbeit? Macht die Arbeit Spaß?“, ein vielstimmiges lautes „Ja!“ ertönte. „Es gibt hier viele Möglichkeiten, zu gestalten“, so Weggel zur Arbeitssituation in den Werkstätten. Jeder einzelne sei wichtig. Der ganze Mensch als Person stehe im Mittelpunkt.

Werkstattrat Thomas Lettner stellte neben einem Rechenschaftsbericht auch die neu installierte Frauenbeauftragte Uta Leitermeier sowie deren Stellvertreterin Blanka Hülsmann vor. Vertrauensperson der Frauenbeauftragten Ariane Becker umriß das Themengebiet mit „Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sowie Schutz vor sexuellen Übergriffen“.

Zum Abschluss der Veranstaltung, die mit einem gemeinsamen Mittagessen endete, ehrte der pädagogische Leiter der Werkstätten, Hans Schuh, zusammen mit der kaufmännischen Leitung Ruth Conolly und dem Werkstattrat auf bewährte und persönliche Art langgediente Mitarbeiter, von denen einige schon 35 Jahre dabei sind. Im Beschäftigtenbereich zum Beispiel Birgit Sohmen und Georg Schmidheu, bei den Anleitern Herbert Zimmert. Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung sorgte wie gewohnt der Werkstattchor unter der Leitung von Ursula de Coulon mit Hits aus den vergangenen 40 Jahren.

von Ursula Fröhlich

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