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Bunt und kreativ war der Protest der mehr als 500 Demonstranten vor der Weilheimer Stadthalle gegen die AfD Veranstaltung im Juli.

AfD-Veranstaltung in der Schloßberghalle

Björn Höcke kommt – Peiting demonstriert

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Am kommenden Dienstag, 4. September,  dürfte es laut werden rund um die Peitinger Schloßberghalle. Die Grünen haben zum Protest gegen eine Wahlkampfveranstaltung mit dem Thüringer AfD-Parteichef Björn Höcke aufgerufen. Die Organisatoren rechnen mit bis zu 1000 Demonstranten.

Peiting – Sechs Wochen vor der Landtagswahl will die Alternative für Deutschland (AfD) mit der Veranstaltung in der Peitinger Schloßberghalle in der Region Schongau die heiße Phase des Wahlkampfs einläuten. So jedenfalls heißt es in der Pressemitteilung, mit der der AfD-Kreisverband Weilheim-Schongau den Termin ankündigt. Neben Hauptredner Björn Höcke werden ab 19 Uhr auch die stellvertretende Landesvorsitzende Katrin Ebner-Steiner aus Deggendorf und der Landtags-Direktkandidat aus Weilheim, Rüdiger Imgart, das Wort ergreifen.

Höcke ist selbst in seiner eigenen Partei hochgradig umstritten. Der Vertreter des so genannten „völkischen Flügels“ der AfD fiel in der Vergangenheit des öfteren mit rechtsextremen Aussagen auf. So bezeichnete er die Erinnerung an den Holocaust als „Schande“, wetterte gegen Schwule und Lesben. Ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn wurde dennoch Anfang des Jahres eingestellt. Im Peitinger Rathaus ist man nicht begeistert darüber, dass die AfD ausgerechnet die Marktgemeinde als Schauplatz für ihre Veranstaltung auserkoren hat. Doch verhindern könne man dies nicht, sagt Bürgermeister Michael Asam und verweist auf Erfahrungen anderer Kommunen. Die AfD sei nun mal eine zugelassene Partei. „Ein Rechtsstreit würde nur zu noch mehr Aufmerksamkeit führen“, argumentiert der Rathauschef. Aus dem gleichen Grund wäre es Asam auch lieber gewesen, es würde keine Gegendemonstration geben.

Andreas Krahl dagegen sieht das anders. Der Landtagskandidat der Grünen hatte schon im Juli gemeinsam mit SPD und ödp in Weilheim zum Protest aufgerufen, als die AfD eine große Veranstaltung mit ihrem Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen in der Stadthalle abhielt. Mehr als 500 Menschen demonstrierten damals friedlich.

Unter dem Motto „Ist ja ekelhAfD – Peiting gegen Hass, Rassismus und Ausgrenzung“ hat Krahl am Freitag nun analog eine Kundgebung in der Marktgemeinde beantragt. „Laut, bunt und friedlich“ wolle man zeigen, dass ein Großteil der Menschen anders denke als ein Björn Höcke, kündigt der Landtagskandidat an. Die Peitinger SPD und CSU haben sich laut Krahl dem Aufruf bereits angeschlossen.

Der Grünen-Politiker rechnet nach ersten Rückmeldungen in den sozialen Netzwerken mit bis zu 1000 Gegen-Demonstranten. Gleichzeitig erwartet auch die AfD mehrere hundert Besucher. Ein wichtiger Punkt ist deshalb die Sicherheit. In den nächsten Tagen werden sich daher Vertreter von Landratsamt, Polizei, Gemeinde und Veranstalter vor Ort treffen, um entsprechende organisatorische Maßnahmen festzulegen, kündigt Manfred Plonner vom Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung in Weilheim an. Er gehe aber davon aus, dass einer Genehmigung nichts im Wege stehe. „Die Versammlungsfreiheit ist ein hohes Gut.“

Auch Asam hofft, dass Veranstaltung und Gegendemonstration geordnet über die Bühne gehen. Was Hauptredner Höcke angeht, ahnt er nichts Gutes: Wenn dieser noch eine Schippe drauflege zu den Aussagen, die Meuthen in Weilheim über die Lippen gekommen seien, „dann gute Nacht“.

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