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Millimeterarbeit war gefragt, um das Fahrzeug mit der Drehleiter am Faulturm in Position zu bringen. Ein verletzter Arbeiter musste von oben geborgen werden.

Aktionswoche der Feuerwehren

In Peiting wird der Ernstfall geprobt

Einmal im Jahr üben im Rahmen einer Aktionswoche die Feuerwehren verschiedener Gemeinden miteinander. Auch die Wehren aus Peiting, Birkland und Herzogsägmühle spielten eine brenzliche Situation durch, bei der der Rettungsdienst des BRK mit einer starken Truppe eingebunden war.

Peiting – Wie wichtig es ist, dass Feuerwehren aus verschiedenen Gemeinden gut aufeinander eingespielt sind, wurde erst vor wenigen Tagen in Schongau deutlich, als ein Lkw die rote Ampel am Bahnübergang bei UPM übersehen hatte und von einem Zug gerammt worden war (wir berichteten). Um diese professionelle Arbeit zu gewährleisten, üben bei der Aktionswoche Wehren gemeinsam. Zur jüngsten Übung in Peiting holte man Birkland und die Werksfeuerwehr Herzogsägmühle ins Boot.

Für das Testszenario zeichnete Klaus Straub verantwortlich. Peitings Kommandant hatte sich dazu ein wahrlich kniffliges Gelände ausgesucht – die Kläranlage der Marktgemeinde.

Dann beginnt die Übung. Wartungsarbeiten einer Fremdfirma werden im zweiten Kelleruntergeschoss an den Pumpen ausgeführt. Durch ausströmendes Gas kommt es zu einer Explosion. Der einzige, der sich selbst retten kann, ist der Hausmeister – gespielt von Straub. Er informiert über die 112 die Integrierte Leitstelle, die wiederum die Feuerwehr Peiting alarmiert. Der eintreffende Kommandant Erwin Brugger stellt nach erster Beurteilung der Lage fest, dass die Peitinger Wehr Unterstützung braucht.

Fünf Arbeiter werden vermisst, die sich auf dem Gelände an unterschiedlichen Plätzen aufhielten. Außerdem wird ihm gemeldet, dass das Hydrantensystem nicht funktioniert und eine Schlauchleitung von der abseits gelegenen Peitnach aufgebaut werden muss.

Das Gelände wird in drei Einsatzabschnitte eingeteilt. Abschnitt 1 umfasst den Keller. Hier müssen sich die beiden Trupps bei völliger Dunkelheit und verrauchten Gängen in das zweite Untergeschoss vorarbeiten. Von dort werden die beiden bewusstlosen Wartungsarbeiter – Übungspuppen mit Realgewicht – nach oben getragen, eine schweißtreibende Arbeit. Parallel dazu baut das BRK sein mobiles Behandlungszelt auf.

Im mobilen Behandlungszelt des BRK wurden die Verletzten behandelt und versorgt.

Millimeterarbeit ist angesagt, das Fahrzeug mit der Drehleiter in Übungsabschnitt 2 an den rückwärtigen Faulturm in Position zu bringen. Ein verletzter Arbeiter muss von hoch oben gerettet werden. Klärwerk-Arbeiter Alexander Epp muss dafür herhalten und wird auf die Schleifkorbtrage geschnallt. Nicht ganz so zärtlich wie mit Epp gehen die Retter mit der Person um, die durch die Druckwelle der Explosion in das Nachklärbecken geschleudert wurde. Diese musste über eine Metallkante aus dem kalten Wasser gerettet werden. Eine nasse Angelegenheit, die in der Dunkelheit so manche Tücken hat.

Die Verletzten werden derweil im Zelt versorgt. Die letzte vermisste Person wird schließlich in der Werkstatt im Abschnitt 3 gefunden und zur Sammelstelle gebracht. Der Mann hat schwere Verletzungen durch Säure erlitten. Notarzt Kornelius Pahl und das BRK-Rettungsteam leiten Maßnahmen ein. 45 Minuten sind vergangen. Übungsende.

Lob gibt es von Kreisbrandmeister Manfred Baum. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Wehren habe sehr gut geklappt. „Vor allem wurde gut überlegt und ohne Hektik gearbeitet“, so sein Kommentar.

Hans-Helmut Herold

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