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Wechselt in ihrem Programm oft blitzschnell die Rollen: Alexandra Stiglmeier foto: jais

Das Porträt

„Das Leben ist ein Theater“

Das Theater spielt im Leben von Alexandra Stiglmeier eine wichtige Rolle. Sie ist eine quirlige Darstellerin bei der Laienbühne in Peiting und sie gestaltet mit ihren Soloprogrammen wie „Gradraus“ oder „Stubenrein“ Kabarettabende, auf denen die Leute jede Menge zu lachen haben.

Peiting Alexandra Stiglmeier schreibt auch – humorvolle Stücke. Aus ihrer Feder ist die Komödie „Der gierige Grantler“; der Dreiakter wurde von einer Laienbühne nahe Augsburg im Herbst 2017 aufgeführt. „Das Leben ist ein Theater“, sagt die 48-jährige Frau aus Peiting. Und ihr Leben ist das Theater, auch wenn sie es nicht beruflich ausübt. Alexandra Stiglmeier arbeitet im Installationsgeschäft ihres Stiefbruders als Teilzeit-Angestellte im Büro; sie ist im Familienbetrieb das „Mädchen für alles“. Das erste Theaterstück aus ihrer eigenen Feder mit dem Titel „Der gierige Grantler“ hatte sie drei Verlagen angeboten. Aus München bekam sie eine Rückmeldung, und zwar vom „Dreimaskenverlag“; der älteste Theaterverlag Deutschlands hat diesen Komödienstoff 2016 angenommen und gelistet.

Vergangenes Jahr hat die Peitingerin damit angefangen, ein zweites Stück mit humorvollen Szenen aus dem Alltag zu schreiben. Es soll „Die Rahmschwammerl“ heißen. Aber es ist noch nicht fertig. Die Autorin steckt noch in der Redigierphase. Da fehle noch der Feinschliff, gibt sie sich selbstkritisch. Die Vorlage brauche „noch mehr Pfeffer“, bekundet die Frau mit den langen rot-blonden, leicht angegrauten Haaren. Keinesfalls an Pfeffer mangelt es der quirligen Darstellerin, wenn sie in einem Ensemble auf der Bühne mitwirkt oder wenn sie ihre eigenen Kabarettabende bestreitet.

Beim Theater „Deifi Sparifankerl“, das Akteure aus dem Trachtenverein „Alpenrose“ im April mehrmals in der Peitinger Schlossberghalle darbieten, kümmert sich die aufgeweckte Frau zusammen mit Gabi Schäller um die Regie und ist auch als „Bäuerin Blechhofer“ zu sehen. Stiglmeier ist bei der Oma auf dem Bauernhof in Schwabbruck aufgewachsen. Die Mutter ging zur Arbeit. Sie heiratete später nach Peiting. Die Tochter kam mit. Die zwei Stiefbrüder sind jünger als die Schwester. Inzwischen ist Alexandra Stiglmeier seit 26 Jahren mit ihrem Mann Manfred verheiratet. Das Ehepaar hat eine 20-jährige Tochter – Lisa wohnt zu Hause – und den 24-jährigen Sohn Simon, der in Berlin lebt.

Als Kind eineverträumte Schülerin

Ihr Mann, der bei der Firma „Hirschvogel“ in Schongau in der „Qualitätssicherung“ arbeitet, unterstützt seine Frau, wenn sie Kabarettabende gestaltet. Er kümmert sich um Transport, Auf-, Um- und Abbau und sorgt mit technischen Tricks dafür, dass Alexandra ins richtige Licht gerückt wird. Als Kind war sie die verträumte Schülerin. Sie konnte sich „stundenlang in Geschichten reindenken“, erinnert sich die Theaterspielerin. Schon mit zehn Jahren habe sie Geschichten aufgeschrieben.

Dennoch stand sie als Kind und Teenager nie auf einer Bühne – weder an der Grundschule in Schwabsoien noch an der Mittelschule in Peiting. Sie war schon Mitte 30, als sie zur Peitinger Theatergruppe stieß. Die Initiative ging von ihr aus. Sie habe einfach gefragt, ob man sie brauchen könne. In der gleichen Zeit legte sie ihren ersten Soloauftritt hin. Als Publikum herhalten mussten ihr Mann, als er seinen 40. Geburtstag feierte, die ganze Verwandtschaft und der Freundeskreis. Bühnenerfahrung konnte sie vor fünf Jahren sammeln, als sie auf der Schongauer Freilichtbühne im „Medicus vom Orient“ mitspielte. Damals verkörperte sie eine Bäuerin, „die nicht viel zu schnabeln hatte“, wie ihr Mann Manfred witzelnd anmerkte.

Ganz anders entwickelte sich das dann im Duo „Bei uns dahoam“ mit dem jetzt verstorbenen Kabarettpartner Bernhard Huber, in dem es um die einfachen Alltagsthemen ging. Von 2012 bis 2015 wurden die Auftritte immer mehr – ob nun in der Heimatgemeinde Peiting, in Schongau im Pfeiffer-Haus, in Lechbruck im Flößermuseum oder im „Kuhstall“ beim Schäferwirt in Schwabbruck. Geschichten aus dem Leben – aber immer unterhaltsamer und nie politischer Stoff – verarbeitete die Stiglmeier auch im Solo „Gradraus“. Es war ein abendfüllendes Programm, mit dem sie da in Kneipen und auf kleinen Bühnen für Heiterkeit sorgte. Zwei Jahre tourte sie mit „Schiach is schea gnua“ durchs Oberland und durchs Ostallgäu – Stationen waren unter anderem der „Stroblwirt“ in Oberhausen oder das „Hänsel’s“ in Weilheim.

Neues Programmheißt „Stubenrein“

Seit 2017 ist Alexandra Stiglmeier mit dem Solo „Stubenrein“ unterwegs. Neun Auftritte hatte sie damit inzwischen; weitere sollen heuer folgen. „Stubenrein“ – das ist kein derbes Abwatsch’n des starken Geschlechts, eher ein feinsinniges Ablästern über Männergewohnheiten. Sie wolle Menschen auf angenehme Weise den Spiegel vorhalten, so Stiglmeier. Das soll aber nie von oben herab geschehen. Lustig müsse das Programm sein. Lachen sei für viele Menschen eine angenehme Therapie.

Bleibt neben der Arbeit, dem Theater und dem Schreiben Zeit für weitere Hobbys? Ja. Die 48-Jährige liest gern. „Bayerische Geschichte und da vor allem die Monarchie interessieren mich brennend.“ Sie reist auch gerne. Mit Walken und Zumba hält sie sich fit. Und ab und zu beim Garteln. Da kommen ihr schon wieder Einfälle, die sie im Kabarett verwerten kann. 

Johannes Jais

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