Für das rot markierte Grundstück nördlich der Alfons-Brandl-Schule hat der Marktgemeinderat eine Einbeziehungssatzung erlassen.
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Für das rot markierte Grundstück nördlich der Alfons-Brandl-Schule hat der Marktgemeinderat eine Einbeziehungssatzung erlassen.

Gemeinderat erlässt Einbeziehungssatzung

Alfons-Brandl-Schule: Erweiterungspläne ohne Baurecht

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Die Alfons-Brandl-Schule in Herzogsägmühle platzt aus allen Nähten und soll deshalb erweitert werden. Im vergangenen Jahr wurde bereits ein Entwurf für einen Anbau präsentiert. Was man allerdings nicht bedacht hatte: Für das Grundstück, auf dem der Neubau errichtet werden soll, besteht gar kein Baurecht. Im Peitinger Gemeinderat musste man nun handeln.

Peiting – Es war im August 2019, als man an der Alfons-Brandl-Schule stolz den siegreichen Entwurf des Architektenwettbewerbs der Öffentlichkeit präsentierte, der die Raumprobleme des Förderzentrums mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung lösen sollte (wir berichteten). Ursprünglich als Mittelschule für die Klassen fünf bis neun geplant, werden seit einigen Jahren auch zunehmend Grundschüler an der Alfons-Brandl-Schule unterrichtet, weshalb das Förderzentrum längst an seiner Kapazitätsgrenze angelangt ist.

Soweit, so gut: Allerdings hatte man in Herzogsägmühle bei der Durchführung des Wettbewerbs etwas Wichtiges übersehen. Das Grundstück zwischen dem Sportplatz und dem vorhandenen Schulgebäude, auf dem der Erweiterungsbau Platz finden soll, liegt zum großen Teil im Außenbereich. „Dort besteht gar kein Baurecht“, schilderte Marktbaumeister Fabian Kreitl in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Dilemma. Leider habe man im Diakoniedorf die Gemeinde bei der Planung nicht mit ins Boot geholt, weshalb das Problem erst jetzt aufgefallen sei.

Dank der Einbeziehungssatzung kann der Erweiterungsbau wie geplant verwirklicht werden.

Um den Erweiterungsbau dennoch realisieren zu können, habe man zwei Möglichkeiten. Die erste sei, besagtes Grundstück per Einbeziehungssatzung dem Innenbereich zuzuordnen. Dies sei der schnellste Weg und bereits mit dem Landratsamt abgesprochen, sagte Kreitl. Die zweite und eigentlich bessere Option sei die Erstellung eines Bebauungsplans, was allerdings deutlich länger dauere. Der Marktbaumeister schlug deshalb vor, dass man Herzogsägmühle noch einmal entgegenkomme, bei künftigen Bauvorhaben jedoch auch im Sondergebiet Diakoniedorf auf ordentlichen Bauleitverfahren bestehe. Ein Vorschlag, der im Gremium auf Zustimmung stieß. Fordere man einen Bebauungsplan, würde das die Baumaßnahme um zwei Jahre zurückwerfen, gab Bürgermeister Peter Ostenrieder zu bedenken. „Künftig sollten wir Herzogsägmühle aber wie einen normalen Ortsteil behandeln.“

Der Zeitplan ist in der Tat sportlich. Schon im Sommer 2022 soll der Erweiterungsbau fertig sein, sagt auf SN-Nachfrage Architekt Thomas Baldauf vom Schongauer Büro Baldauf-Prill-Lutz, das mit der Umsetzung des siegreichen Entwurfs der Münchner „Baur & Latsch Architekten“ betraut worden ist. Derzeit bereite man die Eingabeplanung vor, anschließend gehe es an die Werkplanung, damit im Sommer nächsten Jahres der Startschuss für die Bauarbeiten fallen könne.

Einstimmig brachte der Gemeinderat die Einbeziehungssatzung auf den Weg. Die Kosten für das Verfahren trage der Antragssteller, wies Kreitl hin.

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