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Mundart-Dichter Hans Schütz mit seinem neuen Buch.

„Allrhand Duranand“ von Hans Schütz

Im Dialekt liegen die Wurzeln

Von Umweltthemen bis zum Dialekterhalt. Mit seinem neuen Buch „Allrhand Duranand“ meldet sich der Kreisrat, ehemalige UIP-Sprecher und Lehrer Hans Schütz aus dem (Un)Ruhestand zurück.

PeitingAuf dem Umschlag des Buches „Allrhand Duranand“ prangt der Poet Hans Schütz selbst. Und zwar in grüner Lechlandschaft bei Lechbruck. Heimatverbundenheit und Identitätsstiftung geht von der heimischen Mundart aus. „34 Gschichtla und 40 Versla im Ostallgäuer Dialekt“, wie es akribisch im Klappentext aufgelistet ist, erwarten den Leser von „Allrhand Duranand“. Als Dreingabe ist noch eine CD enthalten, auf der Hans Schütz alle Texte in Mundart liest.

„Eigentlich sollte es eine CD mit Booklet werden“, schmunzelt Hans Schütz. Da die Texte, die er im Laufe mehrerer Jahre angesammelt hatte, aber so umfangreich waren, wurde doch ein Buch daraus. Wie schreibt man in Mundart? Und noch dazu als ehemaliger Lehrer? Laut Hans Schütz gibt es dazu keine einheitliche Schreibweise. „Es gibt keinen Dialekt-Duden, in dem man Begriffe nachschlagen könnte“, erläutert er. Rückversicherung hat er sich deshalb bei „Mundart-Papst“ Prof. Dr. Werner König geholt. Die Schreibweise ist einfach so, wie gesprochen wird. Und zwar im Dialekt von Schütz’s Geburtsort Lechbruck. Mundart, wie sie in der Region noch gut verstanden wird, auch wenn die Ausdrücke oft schon im Nachbarort ein bisschen anders gesprochen werden. Wie zum Beispiel das typische „Feel“ für Mädchen, das genauso wie „Hoara“ für Frühling römische Ursprünge hat. Lediglich beim Landestypischen „a“, das aussprachemäßig irgendwo zwischen „a“ und „o“ angesiedelt ist, hat Schütz eine ungewöhnliche Schreibweise gewählt und sie mit einem Kringel über dem „å“ gekennzeichnet, wie es im Finnischen üblich ist. Beispielsweise bei åluaga (anschauen) oder bei „ågreifa“ (anpacken).

Warum Schütz, der normalerweise ein Hochdeutsch mit weichem Allgäuer Zungenschlag spricht, überhaupt in Mundart schreibt? „In Mundart kann man Dinge oft besser auf den Punkt bringen“, so der Autor. Zudem habe er bei seinen zahlreichen Lesungen viel positive Resonanz auf seine Mundart-Texte bekommen. „Im Dialekt sind die Wurzeln, die man hat, zu finden“, so Schütz. Deshalb sind ihm der Erhalt und die Pflege des regionalen Dialekts so wichtig. „Meine Texte sind nicht, wie oft zu finden, seicht oder oberflächlich, sondern tiefgründig, philosophisch und gesellschaftskritisch“, betont er.

Wichtig ist es ihm außerdem, den Dialekt nicht „ins Museum zu stellen“, sondern mit in die Gegenwart zu nehmen. „Nur so bleibt Mundart lebendig“, weiß der Mundart-Dichter. So kommen in seinen Texten auch Handys, auf allgäuerisch „Händi“ oder Apps (Äpp) vor. Anglizismen, die auch in Überschriften wie „Save the Mundart“ deutlich werden.

Vorgestellt hat Hans Schütz sein Buch „Allrhand Duranand“ in Hopfen am See, erhältlich ist es zum Preis von 18 Euro in allen Buchhandlungen. Wer Hans Schütz und seine Mundart live erleben will, kann das am kommenden Donnerstag, 21. September, im Flößermuseum in Lechbruck oder am Donnerstag, 20. Oktober, im Schongauer Brauhaus, wo auch Zitherspieler Magnus Lipp mit von der Partie sein wird.

Ursula Fröhlich

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