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Franziska Fischer hat viel Spaß an ihrem Berufspraktikum im Kindergarten der Deutschen Schule in Bilbao.

Anerkennungsjahr in Bilbao

Deutsche Worte unter spanischer Sonne

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Von einem Jahr im Ausland träumen viele. Die Peitingerin Franziska Fischer hat sich ihren Traum erfüllt. Die 21-jährige angehende Erzieherin absolviert gerade ihr Anerkennungsjahr im Kindergarten der Deutschen Schule im spanischen Bilbao.

Peiting – Auf die Frage, wie es um ihre Spanisch-Kenntnisse bestellt ist, muss Franziska Fischer erst einmal lachen. „Verstehen klappt schon ganz gut, das Sprechen fällt mir aber noch schwer“, sagt die 21-Jährige. Doch für ihre tägliche Arbeit im Kindergarten der Deutschen Schule in Bilbao, wo sie seit September ihr Berufspraktikum absolviert, ist das kein Problem. Eher im Gegenteil. Denn die Kinder, die im Alter von drei Jahren in die Einrichtung kommen, sollen nicht die Landessprache perfektionieren, sondern vor allem Deutsch lernen. Es ist quasi die Eintrittskarte für eine erfolgreiche Schullaufbahn an der Deutschen Schule, an deren Ende im besten Fall das deutsche Abitur steht.

Für die meist Spanisch sprechenden Kinder ist es der erste Kontakt mit der fremden Sprache. „Das war für mich am Anfang ziemlich schwer, weil die Kinder mich nicht verstanden haben und ich sie nicht“, erzählt Fischer. Zu Beginn habe deshalb eine Kollegin dolmetschen müssen. „Aber die Kinder lernen schnell, wenn man nur deutsch mit ihnen spricht. So sehen sie die Notwendigkeit, auch deutsch mit uns zu sprechen, damit wir sie verstehen und auf ihre Bedürfnisse reagieren können.“ Das klappe mittlerweile ganz gut, erzählt die 21-Jährige. Zwei-Wort-Sätze wie „bitte helfen“ gingen den Kleinen schon leicht über die Lippen.

Ab und an führe die Vielfalt an Sprachen jedoch auch zu kuriosen Kombinationen. „Wir haben ein Kind, das in seinen Sätzen oft Englisch, Spanisch und Deutsch miteinander mischt. Das klingt dann immer sehr witzig“, lacht die Peitingerin.

Überhaupt macht Franziska Fischer, die ihre Ausbildung zur Erzieherin an der Fachakademie Rottenbuch absolviert hat, ihre Arbeit in der Fremde viel Spaß. Den Schritt ins Ausland zu wagen für das Berufspraktikum hat sie nicht bereut. Auch wenn gerade zu Beginn nicht immer alles reibungslos verlief. So gestaltete sich die Suche nach einer Wohnung schwierig. Die erste Unterkunft sei „nicht so toll“ gewesen, blickt die 21-Jährige zurück. Nach einem Umzug wohne sie aber mittlerweile in einer WG mit zwei netten Mitbewohnerinnen. Eine Umstellung sei es auch gewesen, plötzlich selbst für alles verantwortlich zu sein. „Zuhause habe ich ja noch bei meinen Eltern gewohnt.“ Dort sei mit ihren Geschwistern auch immer was los gewesen. „Das Alleinsein am Abend war gerade am Anfang nicht einfach für mich“, gibt die 21-Jährige zu. Zu Weihnachten und Ostern flog die Peitingerin deshalb in die Heimat, um die Feste im Kreis der Familie zu feiern. Doch immer freute sie sich auch wieder auf die Rückkehr nach Spanien.

Bis Ende Juni dauert Fischers Aufenthalt in der spanischen Metropole am Atlantik noch. Dann endet das Kindergartenjahr. Die Zeit bis dahin will die Peitingerin noch genießen, denn schließlich hat Bilbao auch neben der Arbeit so einiges zu bieten. „Das Meer werde ich daheim auf jeden Fall vermissen“, weiß die Peitingerin schon jetzt. Und auch die spanische Gelassenheit. „Wenn man mal nicht pünktlich ist, dann stört das niemanden.“ Franziska Fischer, die in Deutschland bereits eine Stelle als Erzieherin in Aussicht hat, hofft, dass ihre Geschichte andere junge Leute ermuntert, es ihr gleichzutun. „Ich kann nur jedem Mut machen, für eine gewisse Zeit ins Ausland zu gehen. Es ist einfach eine schöne Erfahrung.“

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