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Gratulation zum Geburtstag: Maria Jocher (Mitte) mit Christine Jocher, Sohn Rudolf Jocher und Zweitem Bürgermeister Franz Seidel (von links).

Maria Jocher feiert 95. Geburtstag

Die Arbeit als Lebenselixier

Peiting – Auf ein langes, arbeitsames Leben blickt Maria Jocher zurück. Die Peitingerin feierte am gestrigen Donnerstag ihren 95. Geburtstag. Zweiter Bürgermeister Franz Seidel gratulierte.

95 Jahre sind eine stolze Zahl. Für Maria Jocher, die als eines von sechs Kindern im landwirtschaftlichen Anwesen der Familie Stich in der Freistraße aufwuchs, war Arbeit immer ein Lebenselixier. „Arbeit hält jung!“, verrät sie lachend. Eine Berufsausbildung gab es für sie nicht. Rührig war die gebürtige Peitingerin trotzdem immer.

1944 heiratete sie ihren Mann Maximilian Jocher, mit dem sie die Söhne Rudolf und Theodor hatte. 1949 baute sich die junge Familie ein Standbein mit dem Abfüllen von Limonade auf. Mit 500 Flaschen, die per Motorrad aus München beschafft wurden, fingen Maria und Maximilian Jocher das Limonadengeschäft an, das Sohn Rudolf 1980 zum Getränkemarkt ausbaute.

Auch beim Hausbau 1950 bewies Maria Jocher, dass sie über zwei tatkräftige Hände verfügt. Auf der Bergwerkhalde klaubte sie Kohle, die dann gegen den Zement für den Hausbau getauscht werden konnte.

Später fuhr sie mit dem hauseigenen Ford Transit Limonade aus. Und managte telefonische Bestellungen ebenso wie die Abrechnung mit den Fahrern.

Der Familienbetrieb ist bis heute der einzige im Landkreis, der Erfrischungsgetränke herstellt. Für Maria Jocher, die bis zu einem Treppensturz im letzten Jahr noch tatkräftig mitarbeitete, war er immer ein Herzensanliegen. Urlaub gönnte sie sich dabei nicht. „Ich kann mich nur daran erinnern, dass meine Eltern mit ihrem erstenAuto für drei Tage nach Meran fahren wollten, aber nach zwei Tagen schon wieder zurück waren“, erzählt Sohn Rudolf Jocher über die erste und einzige Urlaubsreise.

Dafür war Maria Jocher immer die erste, die morgens den Betrieb aufsperrte und abends die letzte, die ging. Auch heute noch behält sie die Abläufe im Auge. Wenn auch nur noch von der Sonnenbank vor dem Haus aus.

Mit derselben Begeisterung, die sie für das Geschäft zeigte, war sie darüber hinaus im Kirchenchor aktiv. Das Singen machte ihr immer große Freude. Und auch, wenn die Ohren nicht mehr so wollen, strahlt sie über das ganze Gesicht, wenn sie davon erzählt. Genauso, wenn sie nach ihrer großen Familie gefragt wird. Fünf Enkelkinder, zwölf Urenkel und sogar zwei Ururenkel durfte Maria Jocher bisher kennenlernen.

Gefeiert wird der hohe Geburtstag im Kreise der Familie am heutigen Samstag in der Zechenschänke. Und natürlich ist die hauseigene Limonade mit dabei, die Maria Jocher nach wie vor gerne trinkt.  uf

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