So sieht der gebilligte Entwurf für den Bebauungsplan am Starenweg aus.
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So sieht der gebilligte Entwurf für den Bebauungsplan am Starenweg aus.

Gemeinderat billigt Bebauungsplan-Entwurf

Neues Peitinger Baugebiet am Starenweg: Auch Walmdächer sind künftig erlaubt

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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Es geht voran beim neuen Baugebiet am Starenweg in Peiting: In seiner jüngsten Sitzung hat der Marktgemeinderat den Bebauungsplan-Entwurf gebilligt. Für die künftigen Bauherren gibt es weitere Freiheiten.

Peiting – Schon mehrmals hatte sich der Gemeinderat in den vergangenen Monaten mit dem Bebauungsplan-Entwurf für das neue Baugebiet am Starenweg beschäftigt. Zuletzt hatte sich das Gremium im Juni für fließende Baugrenzen ausgesprochen, um den künftigen Bauherren möglichst viel Freiheiten zu lassen. Im aktuellen Entwurf, den Tobias Ehnes vom Büro NRT und Stadtplaner Rudi Sodoman nun präsentierten, hatte man diesem Wunsch entsprochen – allerdings mit Einschränkungen.

Wegen der nahen Bahnlinie im Osten habe man auf den angrenzenden Grundstücken kompaktere Baufenster vorgesehen und auch die Garagenflächen fest vorgegeben, erklärte Ehnes. Die dadurch entstehende geschlossene Bebauung der Doppelhäuser wirke somit als Schallschutz für die westlichen Grundstücke.

Deutliche Mehrheit für Walmdach-Möglichkeit

Auf diesen sind sowohl Doppel- als auch Einfamilienhäuser erlaubt. Die maximale Wandhöhe beträgt sechs Meter. Bei der Dachform seien sowohl Sattel- als auch Pultdächer zulässig, sagte Ehnes. Hier hakte Christian Lory (Unabhängige) ein. Er schlug vor, wie schon beim neuen Baugebiet am Hochweg ebenfalls Walmdächer zu erlauben. Mit 15:6-Stimmen folgte eine breite Mehrheit Lorys Vorschlag. Auch gegen seine Anregung, Fotovoltaik-Anlagen an den Fassaden zuzulassen, gab es keine Einwände.

Ebenfalls um die Dächer drehte sich das Anliegen einer Grundstückseigentümerin, das Ehnes dem Gemeinderat unterbreitete. Diese habe darum gebeten, die angedachte Dachneigung von 25 bis 35 Grad weniger restriktiv zu handhaben. Gegen flachere Dächer sei nichts einzuwenden, eine Neigung von 35 Grad sei aber eigentlich bereits nicht mehr typisch für die Region, gab Sodoman zu bedenken. Doch da widersprach Norbert Merk, der auf die Bergbauvergangenheit der Gemeinde hinwies. „Bei uns sind steilere Dachneigungen durchaus regionaltypisch.“

Keinen Diskussionsbedarf gab es mehr bei den beiden Mehrfamilienhäusern, die im Süden des Areals vorgesehen sind. Nördlich davon soll eine Grünfläche mit Spielplatz entstehen, eine weitere westlich in Verlängerung der Zufahrtsstraße sei als Platzhalter gedacht. Falls das Wohngebiet später einmal auf dem angrenzenden Areal erweitert würde, das derzeit noch eine private Grünfläche sei, könne hier die Anbindung erfolgen.

Zufahrtsstraße ohne Gehweg und Parkmöglichkeiten

Apropos Erschließung: Die läuft über den Unterfeldweg, der dafür verlängert wird, und besagte Zufahrtsstraße. Diese werde fünf Meter breit und sei als verkehrsberuhigter Bereich vorgesehen, erklärte Ehnes. Weil Fußgänger, Rad- und Autofahrer hier gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer seien, gebe es keinen Gehweg und auch keine Stellplätze entlang der Straße, sagte der Planer auf Nachfrage von Thomas Elste (Grüne).

Sorgen bereitete Gunnar Prielmeier das Abwasser. Weil das Baugebiet tiefer liege, müsse die Leitung unterhalb der Bahnstrecke zur Lexe verlegt werden, wusste der SPD-Rat. Wer die Bahn kenne, wisse allerdings, wie lange sich entsprechende Genehmigungsverfahren hinziehen können. Doch da konnte Marktbaumeister Fabian Kreitl Entwarnung geben. Man sei in intensivem Austausch mit der Bahn wegen der Unterquerung. „Das ist geklärt.“

Das gilt nicht für eine etwaige Straßenanbindung des neuen Wohngebiets an die Lexe. Auf Nachfrage von Alfred Jocher, der erneut für eine entsprechende Verbindung warb und von einer „letzten Chance“ sprach, warb der Bürgermeister um Geduld. „Wir sind da weiter dran. Der Wille ist da“, sagte Ostenrieder. Durch die Planung verbaue man sich aber nichts. Dass allerdings in naher Zukunft ein Übergang komme, bezweifelte Franz Seidel (BVP). „Die Chancen stehen da sehr schlecht, die Bahn hat ja schonmal Nein gesagt“, erinnerte er.

Erschließung soll im kommenden Jahr beginnen

Einstimmig billigte das Gremium schließlich den Entwurf. Dieser wird nun als nächstes öffentlich ausgelegt. Kreitl rechnet damit, dass spätestens Anfang kommenden Jahres der Satzungsbeschluss gefasst werden kann. „Dann können wir mit der Erschließung loslegen.“

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